Kabel-Kanäle schon für Säuglinge:
BabyTV für die ganz junge Zielgruppe
Die Babyprogramme im TV setzen dagegen auf bunte Bilder. Die Kinder bekommen Lieder vorgesungen und Wörter vorgesprochen, sie sollen erraten, welche Tiere sich hinter Geräuschen verbergen, und Objekte zuordnen. Und sie können zuschauen, wie Babys miteinander spielen. Das alles soll ihre Entwicklung fördern. BabyFirst verweist auf seiner Homepage auf ein Beratungsgremium mit Kinderpsychologen und Entwicklungsexperten, die das Programm unterstützen.
Für frühkindliches Lernen sei es wichtig, dass die Aktivität vom Kind ausgeht und es prompte Reaktionen erfährt, erläutert Becker- Stoll. In der Interaktion mit den Eltern erlebten Kinder genau das: Sie handeln, und ihre Eltern reagieren - durch ein Lächeln, Trost oder eine Bewegung. Der Fernseher aber mache gar nichts. «Wenn sich das Kind wegdreht, geht der ja nicht aus.»
Auch wenn die Programme nicht die Entwicklung fördern, können sie wenigstens unterhalten. Doch auch das sieht Becker-Stoll kritisch: «Die Bilder, Farben und Töne überfordern das Kind. Wenn es kann, wird es sich irgendwann wegdrehen.» Entfliehen könne es den Geräuschen und Bildern aber nicht.
Die TV-Programme eignen sich Becker-Stoll zufolge also nicht als kurzzeitiger Babysitter, wenn die Mutter gerade anderes erledigen will. «Ich kenne das Dilemma», sagt die zweifache Mutter. «Man muss sich bei kleinen Kindern rechtzeitig um Unterstützung kümmern. Die Babyprogramme sind aber eine trügerische Lösung.» Das heißt nicht, dass Babys niemals vor dem Fernseher sitzen dürfen, findet Becker- Stoll: «Wenn die ganze Familie mit dem älteren Geschwisterkind Sandmännchen guckt und das Baby auf dem Schoß der Mutter sitzt, ist das völlig in Ordnung.» (Von Carina Frey, dpa)

