Krise schlägt auf Zeitschriften durch: 

netzeitung.de«Focus» mit einem Fünftel weniger Anzeigen

 Herausgeber: netzeitung.de

Zeitschriften in einem Kiosk (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Zeitschriften in einem Kiosk
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Das Anzeigengeschäft der Zeitschriften leidet unter der Wirtschaftskrise. Besonders kräftig erwischte es die Nachrichtenmagazine.

Die Zeitschriftenverlage in Deutschland haben schon im vergangenen Jahr erste Spuren des konjunkturellen Abschwungs gespürt. Das Volumen der Anzeigenseiten in Publikumszeitschriften sei gegenüber 2007 um 5,9 Prozent gefallen, teilte der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) am Mittwoch in Berlin mit.

Besonders große Rückgänge verbuchten demnach die drei großen Magazine: Die Zahl der Anzeigenseiten im «Focus» fiel um 19,5 Prozent, so viel wie sonst bei keiner der klassischen Kaufzeitschriften. Auch der «Stern» musste ein Minus von 12 Prozent hinnehmen, hat mit 3500 Anzeigenseiten aber immer noch die meisten unter den Publikumsblättern. Auch der «Spiegel» verbuchte einen Rückgang von 10,1 Prozent.

Angesichts schwieriger wirtschaftlicher Perspektiven seien die Marketingbudgets in vielen Unternehmen gekürzt worden, hieß es zur Begründung. Dies gelte insbesondere für die Automobil- und Finanzwirtschaft. Dagegen wies das «c't – Magazin für Computertechnik» 1,4 Prozent mehr Anzeigenseiten aus als 2007. Stabile oder steigende Anzeigenvolumina hätten zudem die wöchentlichen und monatlichen Frauenzeitschriften, die Kinderzeitschriften und die Reisemagazine verzeichnet. Zweistellige Steigerungsraten verbuchten unter anderem «Bild der Frau», «Essen & Trinken» und «myself».

Auch in das neue Jahr blicken die Zeitschriftenverlage nach wie vor skeptisch. Für 2009 rechnet der VDZ erneut mit leicht rückläufigen Investitionen in die Werbung insgesamt und in Publikumszeitschriften. Allerdings versucht der Verband auch in der gegenwärtig schwierigen Marktlage optimistisch zu bleiben: «Gerade in schwierigen Zeiten erweisen sich die klassischen, reichweitenstarken Kommunikationskanäle wie Print und TV als bewährte und unverzichtbare Werbeträger für die Positionierung von Marken und die Stimulierung des Abverkaufs», sagte der für Marketing/Anzeigen im VDZ zuständige Manager Holger Busch. (nz)