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Internetradio startet an Silvester: 

Aus «Radio Multikulti» wird «Multicult 2.0»

30. Dez 2008 14:01
Startseite von www.multicult.org
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Trotz Protesten stellt der Rundfunk Berlin-Brandenburg nach 14 Jahren seinen beliebten Integrationssender «Multikulti» ein. Mitarbeiter und DJs starten sofort ein neues Hörfunkprogramm – diesmal unabhängiger und im Internet.

Gleichzeitig zur Abschaltung der RBB-Hörfunkwelle «Radio Multikulti» geht am Silvesterabend das neue Radioprogramm «MultiCult 2.0» im Internet auf Sendung. Der Sender werde von einem Team aus Journalisten unterschiedlicher Herkunft gestaltet und solle dem breiten Protest gegen die Schließung von Radio Multikulti eine positive Richtung geben, teilten die Initiatoren am Dienstag in Berlin mit.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) stellt am 31. Dezember um 22.05 Uhr nach 14 Jahren seine Integrationswelle ein. Auf der UKW-Frequenz wird dann das Programm «Funkhaus Europa» des Westdeutschen Rundfunks (WDR) ausgestrahlt. Nachdem der RBB im Mai angekündigt hatte, Radio Multikulti wegen eines drohenden Haushaltsdefizites in Höhe von 54 Millionen Euro einzustellen, hatte sich in Berlin ein Unterstützerkreis gegründet. Rund 30.000 Unterschriften wurden für den Erhalt des Senders gesammelt, jedoch ohne Erfolg.

«Bunt, aktuell und kritisch»

Als zweitgrößter Medienstandort Deutschlands und als Hauptstadtregion brauche Berlin-Brandenburg ein «multikulturelles Medium, das alle ethnischen Gruppen anspricht und verbindet», teilten die Veranstalter der neuen Welle mit. Gesendet werden solle ein Programm, das «bunt, aktuell, kritisch und politisch ist, mit einer unverwechselbaren Musikfarbe». Mittel- und langfristig werde das Ziel verfolgt, einen Sendeplatz in der Berlin-Brandenburger Radiolandschaft zu bekommen. Zunächst werde MultiCult 2.0 nur online zu hören sein.

In der Anfangsphase werde das Wortprogramm ab 16 Uhr mit einer aktuellen Sendung beginnen, hieß es weiter. Eine Hauptstütze des Programms seien «Autorensendungen mit der bewährten Musikfarbe von Radio Multikulti». Sie sollen von Moderatoren des ehemaligen Senders präsentiert werden. Auch einige Fremdsprachen werden weiterbestehen. So sollen die vietnamesische und die persischsprachige Sendung zur gewohnten Zeit laufen, auch für die türkische Gemeinschaft seien viele Sendungen und Formate geplant.

Unterstützer ist ein Migrationsforscher

Radiosender aus dem gesamten Bundesgebiet und aus unterschiedlichen Ländern weltweit stellten kostenlos Musikprogramme zur Verfügung, hieß es. Pate und Förderer des neuen Programms ist den Angaben zufolge der Osnabrücker Migrationswissenschaftler Klaus Bade. Die Leitung und Gesamtkoordination liegt bei der in Rumänien geborenen Psychologin und Journalistin Brigitta Gabrin. (epd)


 
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