Skurriles bei «Wetten dass»:
Die Ministerin in der Mülltonne
14.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Wie das Publikum schien auch Gottschalk erleichtert und lud ihn ein, in fünf Jahren wieder in seine Show zu kommen. «Klar! Natürlich!», rief «Jopie» Heesters freudig, der dann 110 Jahre alt wäre.
Kurz zuvor hatte er noch - gelehnt an einen Flügel - das Lied von Robert Stolz «'s ist einmal im Leben so» geschmettert. Dafür war er in eine Gala-Uniform à la Kaiser Franz Josef von Österreich geschlüpft. Diese Rolle gibt er derzeit in dem Singspiel «Im weißen Rössl» an der Hamburger Komödie Winterhuder Fährhaus.
Um ein bisschen vom Glanz des als «Sexiest Man Alive» geltenden Jackman abzubekommen, tauschte Gottschalk mit dem Schauspieler die Schuhe. Und dann kam auch schon Heesters, den Gottschalk prompt als «Sexiest Man noch Alive» in der Kategorie über 100 vorstellte.
Der Flirt ging auch kurze Zeit später noch weiter. Und das kam so: Die Ministerin war Wettpatin des kleinen Denis Kolb, der innerhalb von einer Minute 15 Handstände in einer Mülltonne machte. Leyen stieg aus Freude zu ihm in die blaue Tonne - und der galante Jackman hob sie danach heraus und trug sie wie eine Braut zurück auf die Couch.
Eher im Hintergrund blieben die Schauspieler Til Schweiger und Rick Kavanian, die ihren Film «1 1/2 Ritter» vorstellten - in dem auch Gottschalk und Heesters mitspielen. Nur einmal verblüffte Schweiger, als es um die Stadtwette ging. Hier musste Gottschalk eine herbe Niederlage einstecken.
Danach blieb Gottschalk nichts anderes übrig als mitzumachen. Er musste sich an die Holzwand stellen und sich von einem Messerwerfer bewerfen lassen. «Ich hoffe, meine Frau ist nicht die einzige, die sich Sorgen macht», kommentierte er seinen Wetteinsatz. Aber letztendlich blieb er ungeschoren.
Der junge Mann landete mit 67 Prozent Zustimmung beim Fernsehpublikum auf Rang eins. Ihm folgten zwei Ingenieure, denen das Kunststück gelang, mit einem Modellflugzeug sechs Kerzen eines Adventskranzes auszublasen - im Sturzflug mit dem Propeller. Geschlagen geben mussten sich Efraim Memedi und Sebastian Kiesel, die mit einem Bagger auf einem Podest 250 Meter durch den Hamburger Hafen rudern wollten. Als Ruder diente die Baggerschaufel.
Eine Niederlage musste auch der Hobby-Fußballer Lars Gamper einstecken. Er wollte barfuß härter schießen als der Profi Thomas Hitzlsberger vom VfB Stuttgart. Hitzlsberger ließ mit 124 Kilometern pro Stunde aber nichts anbrennen. Gampers profimäßiger Kommentar: «Der Rasen war nass.»
Bei Gottschalks zweiter Show in Stuttgart nahmen auch prominente Vertreter eines ansässigen Autoherstellers Platz auf der Couch. Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton verriet, dass Mercedes-Sportchef Norbert Haug ein netter Typ sei und hervorragend Karaoke singen könne.
Im grünen US-Straßenkreuzer war zuvor Hamiltons Freundin Nicole Scherzinger mit ihrer Band, den Pussycat Dolls, in die Show gefahren. Sie sangen ihren neuen Song «I hate this part». Weitere Musikgäste waren Tom Jones, Anastacia und Herbert Grönemeyer. Die nächste Show ist am 24. Januar - Gottschalk kündigte Schauspieler Tom Cruise und die Band Coldplay an. (Henning Otte, dpa)

