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Ein Zeuge packt aus: 

Zwei Millionen Dollar für Mord an Politkowskaja

05. Dez 2008 17:06
Politkowskaja war bekannt als Regimekritikerin
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Die Anhörung im Politkowskaja-Prozess war nicht öffentlich, trotzdem drangen Details nach draußen: Der mutmaßliche Mörder soll mehrere Millionen erhalten haben. Angeblich führen die Spuren in die Politik.

Für den Auftragsmord an der kremlkritischen Journalistin Anna Politkowskaja sollen die unbekannten Hintermänner zwei Millionen US-Dollar gezahlt haben. Das habe der Zeuge Lom-Ali Gaitukajew, der nicht direkt an der Tat beteiligt war, am Freitag im Prozess um den Mord vor einem Militärgericht in Moskau ausgesagt, meldete die Agentur Interfax.

Weitere Einzelheiten wurden auch deswegen nicht bekannt, weil die Anhörung nicht öffentlich war. Gaitukajew ist ein Onkel der beiden tschetschenischen Brüder Machmudow, die wegen Beihilfe zum Mord vor Gericht stehen. Ihr Bruder Rustam, der flüchtig ist, soll Politkowskaja erschossen haben.

Auftraggeber soll ein russischer Politiker sein

In der Anklageschrift ist laut Verteidigung ein namentlich nicht erwähnter russischer Politiker als Auftraggeber genannt. Die Staatsanwaltschaft hatte betont, dass nicht bekannt sei, wer den Mord in Auftrag gegeben hat. In einer weiteren Anhörung vor Gericht sagte Vize-Chefredakteur Sergej Sokolow von der Moskauer Zeitung «Nowaja Gaseta», für die Politkowskaja gearbeitet hatte, die Journalistin sei vor ihrer Ermordung doppelt überwacht worden. «Einmal haben ihre späteren Mörder sie bespitzelt, zudem beobachtete sie der russische Geheimdienst», sagte Sokolow am Freitag. Er verwies dabei auf eigene Recherchen der Zeitung über die Todesschüsse auf die Reporterin.

Seit der Ermordung Politkowskajas im Oktober 2006 vor ihrer Moskauer Wohnung wird in Russland über die Hintermänner der Tat spekuliert. Einer der Ermittler behauptete, der im Londoner Exil lebende Oligarch Boris Beresowski habe Politkowskaja auf dem Gewissen. Dagegen bringen Kollegen der Journalistin die von Moskau gestützte Führung der Teilrepublik Tschetschenien um Präsident Ramsan Kadyrow mit dem Mord in Verbindung. Politkowskaja hatte in ihren Berichten über den Krieg in Tschetschenien auch dem Kreml eine Mitverantwortung für Verbrechen an der Zivilbevölkerung gegeben. (dpa)

 
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