Job- und Titelsterben :
Medienkrise: Ein Grabmal für…
22. Nov 2008 09:59, ergänzt 24. Nov 2008 09:13
 |  Grabmal für 'Capital'
| Foto: AP/Montage |
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Gebrannt von der Krise nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes üben die Medienunternehmen und Verlage vorauseilend Gehorsam und sparen ganze Produkte ein. Die
Netzeitung leistet Trauerarbeit.
…400 AP-Mitarbeiter – Selbstverkündetes Jobsterben
20. November: Die internationale Nachrichtenagentur Associated Press kabelt in eigener Sache: Im kommenden Jahr will das Unternehmen weltweit zehn Prozent seiner 4100 Arbeitsplätze abbauen, darunter auch die von Journalisten. Sparpotenzial: 25 Millionen Dollar. Seit Oktober gilt international Einstellungsstopp. In den USA steht AP in jüngster Zeit unter verschärftem Wettbewerbsdruck, unter anderem von Seiten der zu Times Warner gehörende TV-Nachrichteneinheit CNN, die derzeit einen Nachrichtendienst für Zeitungen aufbaut.
…die Park Avenue – In memoriam Vielfalt
19. November: Ganz vom Markt genommen wird das erst 2005 gestartete Gesellschaftsmagazin «Park Avenue», dort sind 23 Stellen betroffen. Der Verlag schließt zudem Redaktionsstandorte von «Capital», «Impulse» und «Börse Online» in Köln und München, die Redaktionen werden in Hamburg zusammengelegt. Der neuen Gesamtredaktion gehören nur mehr 250 Vollzeit-Mitarbeiter an. Insgesamt werden 118 Stellen gestrichen.
…Sat1 in Berlin – Abschied aus der Hauptstadt
13. November: Sat1 verlässt Berlin. Die Unternehmensgruppe will den Sender sowie die Programme Prosieben und Kabel1 bis Juni 2009 im bayerischen Unterföhring zusammenführen. 350 Mitarbeiter sollen von Berlin nach München ziehen. 225 Stellen sollen abgebaut werden. In der Hauptstadt bleiben nur N24 und die Sat1-Zentralredaktion, die in eine eigene GmbH umgewandelt werden soll. Schon im Juli 2007 hatte der Sender in einer Geheimaktion die News-Sendungen «Sat.1 am Mittag» und «Sat.1 am Abend» von einem Tag auf den anderen abgesetzt und die Mitarbeiter freigestellt.
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…die «FTD»-Wochenendbeilage – Zwei Seiten umgebettet
7. November: Die Wochenendbeilage «Weekend» stirbt zum Dezember. Zwei Seiten des Supplements sollen künftig freitags im «Agenda»-Buch der Zeitung erscheinen. Dort wiederum könnte demnächst die tägliche Schwerpunktseite fehlen. Dort fanden im Wechsel Themen wie Bildung, Gesundheitswirtschaft sowie Forschen und Entwickeln Platz.
…die SZ-Sonntagsausgabe – Aktive Sterbehilfe
Ein Mittwoch im Oktober: Wie bekannt wird, schreibt der Verlag der «Süddeutschen Zeitung» an einem Sparprogramm und leistet kündigungswilligen Mitarbeitern zugleich Entscheidungshilfe. «Wir brauchen ihre Hilfe, bitte gehen Sie.» So sei ein aktueller Sparaufruf der Geschäftsführung in der Belegschaft angekommen, zitiert die «FR» eine Stimme aus dem Umfeld der Redaktion. In der Belegschaft wird damit gerechnet, dass die Sparbestrebungen im Verlag Dutzende Redakteure treffen. Bestehende Pläne für eine Sonntagsausgabe sind vorerst abgesagt.
…MTV – Tod auf Raten
Oktober: Der Musiksender MTV streicht verschiedene Programmformate, darunter «MTV Urban», «MTV Rockzone» und «MTV Masters» und entlässt deren Mitarbeiter. Die bisher täglich produzierte Live-Sendung TRL (Total Request Live) ist nur noch freitags zu sehen. Für Aufsehen sorgt das Aus der MTV News, die MTV-Anchorman Markus Kavka moderierte. (nz)