Die Rückkehr von «Schmidt & Pocher» :
Zwei Männer im Herbst ihres Schaffens
10.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Oliver Pocher in 'Schmidt & Pocher'
Foto: ARD
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Sommerpause ist beendet, und das im Oktober: Eine von mittlerweile vielen Merkwürdigkeiten bei «Schmidt & Pocher». Ein kleiner Rückblick auf ein nicht ganz so großes TV-Ereignis.
Er habe wieder richtig Lust auf Fernsehen, so Harald Schmidt kürzlich in einem Interview. Allein, er wisse nicht so recht wohin mit seinen überschüssigen Kräften - die ARD müsse ihm da wohl einen neuen Sendeplatz einräumen. Ähem, war da nicht noch was? Ja genau, ein klitzekleines Format namens «Schmidt & Pocher» nämlich. Das wird zwar mittlerweile nur noch einmal die Woche gesendet, und das auch nur gelegentlich, und dann war ja jetzt auch noch Sommerpause, und es musste erst Oktober werden, bis...ja genau. Tief durchatmen, denn jetzt sind sie wieder da.
Leichte Opfer, allerorten«Lang erwartet» mag man schon nicht mehr sagen, aber immerhin noch erwartet wurden die beiden Late-Night-Talker der ARD. Zumal sich am gestrigen Donnerstag mit Thomas Gottschalk ja sogar ein Schwergewicht der TV-Branche als Gast angekündigt hatte. Zuvor allerdings demonstrierten die beiden Moderatoren auch optisch das Humorgefälle, das zwischen ihnen liegt. Der eine eher subtil, der andere bewusst brachial, so witzelten sie sich durch die Wirtschaftskrise (Schmidt: « Und wenn es so weiter geht mit den Schulden, heißt unser nächster Finanzminister Peter Zwegat»), den CSU-Machtkampf und die Promi-News der Woche.
Gottschalk und die GEZMeist mit überschaubaren Pointen wie etwa «Boris Becker hat endlich eine neue Frau gefunden: Sandy Meyer-Wölden. Die Kinder haben sich sehr gefreut: »Hurra! Endlich eine Stiefschwester!«, so Oliver Pocher. Auch der Ausblick auf die anstehende Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Köln geriet als gespielter Gag mäßig lustig. Ihr Fett weg bekamen vor allem leichte Opfer: Fans, Fotografen und geliftete Damen. Wieder einmal war es einem Gast vorbehalten, ein bisschen Pepp in die ansonsten bemühte Runde zu bringen. Gemeinsam mit Gottschalk, der Pocher standhaft ignorierte, telefonierte man als Hommage an die verschwundenen Daten der Telekom mit einem prominenten Betroffenen: Günther Jauch. Der zeigte sich ähnlich schnell im Kopf wie in seiner «Wer wird Millionär»-Show und giftete «die drei Sausäcke auf einem Haufen» in gespielter Empörung an.
Mehr kann und muss all dem eigentlich nicht hinzugefügt werden. Höchstens noch der irgendwie entlarvende Einstieg von Oliver Pocher: «Wir sind zurück - wie immer pünktlich alle drei Monate, wie Sie es kennen, wenn die GEZ bei Ihnen abgebucht hat.«