Prozess gegen Ex-HR-Sportchef: 

netzeitung.deDreieinhalb Jahre Haft für Emig gefordert

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Muss Jürgen Emig in Haft? (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Muss Jürgen Emig in Haft?
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Der Staatsanwalt wirft dem Journalisten vor, seine Position in dem Sender für private Geschäfte ausgenutzt zu haben. Er äußerte auch Kritik am Kontrollmanagement des Hessischen Rundfunks.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten für Jürgen Emig, den früheren Sportchef des Hessischen Rundfunks (HR). Der Journalist habe sich der Untreue gegenüber dem HR und der Bestechlichkeit als Amtsträger schuldig gemacht, sagte Staatsanwalt Michael Loer am Dienstag in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Frankfurt.

Aufgrund der langen Verfahrensdauer könnten davon sechs Monate bereits als verbüßt gelten. Für den Mitangeklagten Harald Frahm forderte die Anklagebehörde wegen Beihilfe zur Untreue und «besonders schwerer Bestechung» eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren.

«Er hat die Rundfunkfreiheit verraten»
Emig und Frahm haben laut Staatsanwaltschaft über die Tarnfirma SMP Produktionskostenzuschüsse bei Sponsoren und Sportveranstaltern eingeworben, aber nur zum Teil an den HR weitergeleitet. Dadurch sollen sie zwischen 2000 und 2003 Gewinne in sechsstelliger Höhe erzielt haben.

Emig habe seine Stellung beim HR ausgenutzt, um die Geschäfte der Agentur SMP zu fördern, sagte Loer. Dabei habe Emig auch Sendungen ins HR-Programm genommen, die unter journalistischen Gesichtspunkten nicht sinnvoll gewesen seien: «Er hat die Rundfunkfreiheit verraten und redaktionelle Entscheidungen verkauft.» Das mangelhafte Kontrollmanagement beim HR habe den Angeklagten ihre Taten über Jahre hinweg «leicht gemacht». Dies sei strafmindernd zu berücksichtigen, sagte Loer. (epd)