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Nach Homo-Witzen «in die Runde gelacht»: 

«Laut gegen Nazis» tadelt Ulmen und Raab

04. Sep 2008 12:01
Ulmen.TV im Netz
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Ein Ex-Bürgermeister, der Probleme mit Minderheiten hat, und zwei TV-Spaßmacher, die dem Mann ein Forum bieten. Keine gute Idee, findet ein Aktionsbündnis gegen Rechts.

Die Aktion «Laut gegen Nazis» kritisiert die TV-Moderatoren Stefan Raab und Christian Ulmen. In der Raab-Sendung «TV Total» hatte Ulmen am Dienstag auf ProSieben mit einem Video-Clip für sein neues Internet-Format «Ulmen.TV» geworben. In dem Video habe der Bürgermeister einer bayerischen Gemeinde «rassistische und menschenverachtende Kommentare zur Homosexualität» getätigt, tadelte das Bündnis. Wenn in Unterhaltungssendungen auf Kosten von Minderheiten Spaß produziert werde, dann normalisiere sich der Umgang mit Nazis in Deutschland.

Schriftliche Entschuldigung

Ein Sprecher der Gemeinde Chamerau (Oberpfalz) bestätigte dem Nachrichtendienst epd am Donnerstag, in dem Video-Clip (Knut Wöllner/«Ein Bürgermeister zum Anfassen», Anm. der Redaktion) sei der Ex-Bürgermeister Frieder H. zu sehen. Die Gemeinde distanziere sich von dessen bereits im Juli 2007 getätigten Aussagen. H. sei seit Mai dieses Jahres nicht mehr Bürgermeister, weil er bei der vergangenen Wahl nicht mehr angetreten sei.

Die Gemeinde habe sich bei Ihren 39 ausländischen Mitbürgern mit dem Ausdruck des Bedauerns in schriftlicher Form entschuldigt. Es werde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der seit dem 1. Mai amtierende Bürgermeister und der Gemeinderat für die Äußerungen H.s nicht verantwortlich seien.

«Weil der auch schwul ist...»

H. hatte in dem Beitrag unter anderem den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), als «Pobereit» bezeichnet, «weil der auch schwul ist». Zudem rühmte sich H. damit, in der ganzen Gemeinde lebten nur neun Ausländer. Für den Fall, dass ein Gemeindemitglied eine Wohnung an einen Ausländer vermieten wolle, gebe es einen «Extra-Fond» aus dem die Gemeinde dem entsprechenden Bürger die Miete bezahle. «Wenn die Wohnung leer steht, dann würden die bei uns nichts kriegen. Da halten wir alle zusammen. Dann übernimmt die Gemeinde mal zwei Monate die Pacht, bevor wir so einen Asylanten rein lassen», sagte H. in dem Beitrag.

«Laut gegen Nazis» erklärte weiter, die Reaktion von Raab, Ulmen sowie des Publikums von «TV Total» auf das Video sei «erschreckend» gewesen. Als habe man einen üblichen lustigen Sketch gesehen, sei applaudiert und «einfach mal in die Runde gelacht» worden. «Vor allen Dingen aber haben wir direkt nach Vorführen dieses Videos einen Kommentar von Raab und Ulmen vermisst», kritisierte «Laut gegen Nazis» Bei dem Vorfall handele es sich um eine «absolute Verharmlosung der Situation».(epd)


 
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