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Renaissance der Bilderbuch-Familie: 

Die heile Welt zieht in die Lindenstraße

03. Sep 2008 10:45
Die Stadlers
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Ab kommenden Sonntag tritt in der ARD-Endlosserie die neue Familie Stadler auf. «Wir brauchten dringend eine intakte Familie, die nicht zerstört und geschieden ist», begründet Produzent Geißendörfer den Zuwachs.

Gleich eine ganze Familie zieht am 7. September in die «Lindenstraße» ein. «Die Stadlers» - so auch der Titel der 1188. Folge - sollen endlich mal wieder ein bisschen heile Welt in die seit 23 Jahren laufende ARD- Serie bringen. «Wir brauchten dringend eine intakte Familie, die nicht zerstört und geschieden ist», sagt Produzent Hans W. Geißendörfer. «Sie wird ihre Probleme im Alltag haben, aber immer wieder zueinander finden.»

Die Stadlers, das sind drei Generationen mit leicht bayerischem Einschlag: Vater, Mutter, zwei 13 und 17 Jahre alte Töchter und Opa Adi - ein Alt-68er, ein ewiger Grantler mit den Idealen von vorgestern. «Diese Rolle wollte eigentlich ich selber spielen, denn dieser Mann mit seinen 68er-Sehnsüchten, denen er noch immer nachhängt - das bin ja ich», gesteht Geißendörfer. Doch seine Entscheidung: «Der Philipp Sonntag spielt ihn. Der ist der viel bessere Schauspieler.»

Vater, Mutter und zwei Töchter

Sonntag, profilierter Darsteller in zahlreichen Krimi- und anderen Serien, bringt in seiner Rolle etwas Schwefelgeruch in die Harmonie- betonte Welt der Stadlers, die dort einziehen, wo bisher Friseurmeisterin Urszula mit Mann Christian und intrigantem Töchterchen Irina wohnte. Die Idee seiner Rolle finde er für sich ganz passend, meint Sonntag: «Im Grunde bin ich ein alter Hippie.»

Mutter Maria Stadler, von der Münchner Bühnen- und TV-Darstellerin Tanja Frehse gespielt, zieht mit ihrem strahlendem Charme alle Männerblicke auf sich, liebt aber nur Ehemann Jimi, den der Hamburger Schauspieler und Musiker Christian Rudolf verkörpert. Die Töchter Josefine (Clara Dolny) und Caroline (Cynthia Cosima) sind zuweilen so zickig, wie Teenager es nun mal sind und könnten kaum gegensätzlicher sein: Während sich die wissbegierige Caro auf die Schule konzentriert, interessiert sich Josefine vor allem für Mode und Klamotten.

Mehr heitere Geschichten

«Hier können wir auch mal heitere, nicht so ernste Geschichten erzählen», meint Geißendörfer über die neuen Bewohner. Schauspieler Rudolf kommt das entgegen: «Ich bin auch privat ein Familienmensch.» Er hoffe, dass die Stadler-Familie den Zuschauern ein Stück Geborgenheit vermitteln könne, sagt Rudolf, der auch im wirklichen Leben verheiratet ist und zwei Kinder hat.

Die «Lindenstraßen»-Gemeinde hält ihrer Serie nach wie vor die Treue - «wohl auch, weil man mit ihr alt werden und an den Figuren ablesen kann, dass sie ebenfalls älter geworden sind», wie Geißendörfer sagt. Deshalb trennt er sich nicht so rasch von einer Figur, auch wenn deren Geschichten zunächst einmal ausgeschrieben ist. Friseurin Urszula (Anna Nowak-Ibisz), die nun weichen musste, kann zum Beispiel jederzeit wieder auftauchen: Sie bleibt Eigentümerin des Frisiersalons. Aber auch die Rückkehr von Figuren, die inzwischen schon fast in Vergessenheit geraten sind, ist nicht ausgeschlossen.

Rückkehr nicht immer erfolgreich

Allerdings gelingt dies nicht immer wie erhofft. Die von den Fans vielfach gewünschte Rückkehr von Zorro (Thorsten Nindel) etwa ging letztlich daneben. Denn der früher unkonventionelle und beliebte WG- Bewohner tauchte als überdrehter Künstler und Umweltschützer wieder auf - doch das kam nach Angaben eines Serien-Sprechers bei den Zuschauern überhaupt nicht gut an. So musste Zorro bereits nach einigen Monaten die «Lindenstraße» wieder verlassen und mit seiner Freundin Kathy nach Mexiko auswandern. (Petra Albers und Paul Barz, dpa)

 
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