27. Aug 2008 16:45
Nach dem Bekanntwerden zweier weiterer Fälle von Stasi-Mitarbeit bei Redakteuren der «Berliner Zeitung» hat diese nun Konsequenzen gezogen.
Tomas Morgenstern, Redakteur im Ressort Berlin-Brandenburg, habe wie sein Kollege Roland Heine vor längerer Zeit gegenüber Chefredaktion, Redaktionsausschuss und dem von der Zeitung eingesetzten Ehrenrat eine langjährige IM-Tätigkeit eingeräumt. Morgenstern habe am vergangenen Freitag um Aufhebung seines Beschäftigungsverhältnisses gebeten. Chefredakteur Josef Depenbrock habe dieser Bitte mit sofortiger Wirkung entsprochen.Über Politikredakteur Heine hießt es, «eine leitende oder auch sonstige Beschäftigung im Bereich Politik/Nachrichten/Kommentierung» erscheine dem Ehrenrat nicht möglich. Dies sei «ein Bereich, der besonders hohe Anforderungen an die Glaubwürdigkeit der Journalisten stellen muss».
Mitglieder des Ehrenrates sind der frühere Direktor bei der Stasi- Unterlagenbehörde, Peter Busse, sowie Rainer Eppelmann von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Schriftsteller Adolf Endler und der Theaterregisseur Thomas Langhoff.Die «Berliner Zeitung» war zu DDR-Zeiten das von der Staatspartei SED gelenkte Regionalblatt für Ost-Berlin. Nach der Wende wurde die Zeitung von westdeutschen Verlagen übernommen. Seit 2005 gehört sie zur Mecom Group des Investors David Montgomery, die im Sommer 2007 auch die Netzeitung übernahm. (dpa/nz)