Stasi-Fälle: 

netzeitung.de«Berliner Zeitung» folgt Ehrenrat-Empfehlung

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Im Internet zu lesen: Artikel in eigener Sache (Foto: nz/screenshot<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Im Internet zu lesen: Artikel in eigener Sache
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach dem Bekanntwerden zweier weiterer Fälle von Stasi-Mitarbeit bei Redakteuren der «Berliner Zeitung» hat diese nun Konsequenzen gezogen.

Ein ehemaliger Stasi-Mitarbeiter hat die Redaktion der «Berliner Zeitung» verlassen. Das berichtete die Zeitung am Mittwoch in eigener Sache.

Tomas Morgenstern, Redakteur im Ressort Berlin-Brandenburg, habe wie sein Kollege Roland Heine vor längerer Zeit gegenüber Chefredaktion, Redaktionsausschuss und dem von der Zeitung eingesetzten Ehrenrat eine langjährige IM-Tätigkeit eingeräumt. Morgenstern habe am vergangenen Freitag um Aufhebung seines Beschäftigungsverhältnisses gebeten. Chefredakteur Josef Depenbrock habe dieser Bitte mit sofortiger Wirkung entsprochen.

Über Politikredakteur Heine hießt es, «eine leitende oder auch sonstige Beschäftigung im Bereich Politik/Nachrichten/Kommentierung» erscheine dem Ehrenrat nicht möglich. Dies sei «ein Bereich, der besonders hohe Anforderungen an die Glaubwürdigkeit der Journalisten stellen muss».

Eingeschränkte Weiterarbeit
Unmittelbar nach der Sitzung des Gremiums habe die Chefredaktion mit Heine Gespräche über dessen berufliche Zukunft im Blatt aufgenommen. Er ist derzeit beurlaubt. Ende Juli war bekannt geworden, dass zwei andere Journalisten, die früher beim DDR- Geheimdienst waren, weiter bei der Zeitung arbeiten dürfen, aber ihre Leitungsfunktionen abgeben.

Mitglieder des Ehrenrates sind der frühere Direktor bei der Stasi- Unterlagenbehörde, Peter Busse, sowie Rainer Eppelmann von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Schriftsteller Adolf Endler und der Theaterregisseur Thomas Langhoff.

Die «Berliner Zeitung» war zu DDR-Zeiten das von der Staatspartei SED gelenkte Regionalblatt für Ost-Berlin. Nach der Wende wurde die Zeitung von westdeutschen Verlagen übernommen. Seit 2005 gehört sie zur Mecom Group des Investors David Montgomery, die im Sommer 2007 auch die Netzeitung übernahm. (dpa/nz)