Halbjahreszahlen von RTL:
Deutschland ist der Supermarkt
26. Aug 2008 11:58
 |  RTL-Show: Deutschland sucht den Superstar mit Dieter Bohlen und Anja Lukaseder | Foto: RTL |
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Die Luxemburger Bertelsmann-Tochter feiert ein Rekordjahr in Deutschland. Trotzdem sank der Umsatz: Andere Märkte in Europa schwächeln und trüben das Ergebnis ein.
Der größte europäische Fernsehanbieter RTL Group hat im ersten Halbjahr 2008 leichte Einbußen hinnehmen müssen. Der Umsatz der Bertelsmann-Tochter sank von 2,89 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 2,86 Milliarden Euro.
Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITA) verringerte sich demnach von 515 auf 502 Millionen Euro, teilte RTL mit. Vorstandschef Gerhard Zeiler nannte schwächelnde Werbemärkte in einigen Teilen Europas sowie Wechselkursverluste als Grund für den Rückgang.
Rekordjahr in Deutschland
Der im Vorjahr stark von Sondereffekten beeinflusste Nettogewinn stieg um 16,6 Prozent auf 338 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten unter anderem eine Kartellstrafe und Wertberichtigungen den Nettogewinn belastet. In Deutschland erlebte die Senderfamilie mit RTL, Vox, SuperRTL, n-tv und rtl 2 ein Rekordjahr. Das operative Ergebnis stieg um 29 Prozent auf 218 Millionen Euro, der Umsatz wuchs um 4,1 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro.
Vorsprung vor ProSiebenSat.1
Nach Zeilers Angaben nahm auch die Beliebtheit der RTL-Sender bei den Zuschauern bis 49 Jahren in Deutschland weiter zu. Mit einem Marktanteil von 32,7 Prozent lag die RTL-Senderfamilie an der Spitze. «Wir sind um fast vier Prozentpunkte vor unserer privaten Konkurrenz von ProSiebenSat.1», sagte Zeiler. Auch der RTL-Produktionsarm Freemantle Media, der Formate wie «Deutschland sucht den Superstar» produziert und weltweit an Fernsehstationen verkauft, lag deutlich im Plus. Das Inhaltegeschäft trug im ersten Halbjahr 97 Millionen Euro zum operativen Gewinn bei und damit trotz des schwachen Dollarkurses im Hauptmarkt USA 6,6 Prozent mehr als in der ersten Hälfte 2007. «Allein die japanische Gameshow Hole in the Wall wurde innerhalb eines Jahres in 22 Länder verkauft», sagte Zeiler.
Schwäche in Frankreich und England
Überraschend schwach liefen für RTL die Geschäfte in Frankreich und England. In Frankreich konnte zwar der Umsatz gesteigert werden, weil sich die RTL Group mit der Übertragung der Hälfte aller Spiele der Fußball-EM 2008 eine erhebliche Investition ins Programm ihres Hauptsenders M6 leistete. Der Gewinn sank dort dadurch allerdings spürbar. In England büßte der RTL-Sender Five mit dem Gesamt-Werbemarkt ein. Zeiler geht davon aus, dass das zweite Halbjahr 2008 in den meisten Werbemärkten Europas «nicht besser als das erste» verlaufen wird. Allerdings will er für die RTL-Gruppe das gesteckte Ziel, bei Umsatz und Ergebnis die Marken von 2007 zu übertreffen, halten. «Auch wenn es hart wird», sagte er.
44 Fernsehsender in Europa
Im ganzen vergangenen Jahr hatte die RTL-Group einen Umsatz von 5,7 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von 898 Millionen Euro erreicht. RTL hält Anteile an 44 Fernsehsendern und 32 Radiostationen in zehn Ländern Europas hält. (dpa)