15. Jul 2008 14:07
«Video killed the radio-star» müsste umgeschrieben werden: Denn längst ist es nicht mehr das Fernsehen, das Medium mit den meisten Zuwächsen. Online können sich Firmen am besten profilieren.
Zum Vergleich: Die klassischen Werbeträger wie Fernsehen, Tageszeitungen und Zeitschriften erreichten im Berichtszeitraum lediglich ein leichtes Plus von 0,9 Prozent auf rund 10 Milliarden Euro. Mit seinem Werbevolumen überflügelte das Internet die von Januar bis Juni geschalteten Radio-Werbespots (627 Millionen Euro). Eine auffällige Verlagerung stellten die Marktforscher im Handel fest: Discounter reduzierten ihre Werbung im Internet um 20 Millionen Euro, investierten dafür aber wieder mehr in traditionelle Medien. Dabei hätten sie neben den Produktanzeigen intensiv auch ihr Image beworben, teilte Nielsen mit.
Der Filialist Lidl war wegen der Überwachung von Mitarbeitern in die Schlagzeilen geraten; bei der Milchpreiskrise stand der Lebensmitteleinzelhandel im Fokus. Mit Profilierung begründet Nielsen-Geschäftsführer Ludger Wibbelt generell das Wachstum im Netz. Die Werbetreibenden entdeckten das Internet stärker für ihre Image- und Markenbildung, berichtete er. Bisher sei es eher als Informations- und Abverkaufsmedium wahrgenommen worden. (dpa)