03. Jul 2008 14:35
wichtigste Thema, das die Zeitungen groß auf die Titelseite heben. Die Zahl der Top-Stories liegt irgendwo um eine Handvoll herum, je nach Anspruch und Schlagkraft der Redaktion.
Online-Zeitungsmacher folgen der Aktualität, wenn sie die Top-Positionen ihrer Seiten besetzen. Die Meldung «Müntefering tritt zurück» war idealerweise sechzig Sekunden nach Eingang der E-Mail-Mitteilung online, mit der die «Berliner Zeitung» damals andere Redaktionen an ihrem exklusiven Wissen teilhaben ließ. Schnell wurde die Meldung zum Artikel, es folgte ein Text mit Reaktionen auf Münteferings Schritt, Hintergründe, ein Interview, ein Porträt, ein Kommentar, eine Bilderschau. Weniger bedeutsame Meldungen bleiben dagegen unvertieft, sie rutschen auf der Webseite schnell nach unten und sind schließlich nur noch im Online-Archiv zu finden. In der Druckzeitung schaffen sie es höchstens in die Randspalten bevor sie mit dem Rest in der Altpapiertonne landen. Die Bedeutung eines Themas misst sich im Online-Journalismus also an der Zahl der Artikel, die sich ihm widmen. Ob es am Abend noch auf der allerobersten Position zu finden ist, spielt keine Rolle.