«Online-Medien liefern nur schnelllebige Ware für Info-Junkies»
03.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Realität hat jedoch wenig gemein mit diesem Traum: Viele Tageszeitungsverlage bauten für ihre Zeitungstitel Online- Präsenzen auf, deren wenige Mitarbeiter dort für das internettypische Umfeld aus Fotoschauen, Diskussionsforen und hinzu gekauften Videobeiträgen sorgen.
Vielen Online-Redakteuren bleibt aber nur, bei den nebenan werkelnden Print-Journalisten zu betteln, ihre Artikel für die Webseite doch ein wenig früher freizugeben als zum Redaktionsschluss. Das Internet ist in vielen Redaktionssälen noch Störfaktor im nach tradierter Linie verlaufenden Arbeitstag.
Nur wenigen deutschen Verlagen gelang es, den Graben zwischen Papier- und Onlinefront zu überwinden. Dabei ist das Internet spätestens dann wichtiger Partner, wenn die Seitenmacher den Kampf gegen die Zeit aufgeben müssen: Etwa am Abend des EM-Finales, als eine «Berliner Zeitung» erschien, voll mit Text darüber, dass die Meisterschaft vorbei ist, die Fans gefeiert haben und dass es schön gewesen sei. Die Information, wie das Endspiel ausging, suchte der Leser zwischen den vielen schwarzrotgelben Fotos vergebens. Erst die Spätausgabe leistete, was der Leser im Web immer erwarten darf.

