03. Jul 2008 14:47
Unglaubwürdig, oberflächlich, schnelllebig, Massenware – gegen solche Vorurteile kämpfen Online-Medien. Die
hat Gegenargumente.
Und das ist längst nicht alles: Beim Neuigkeitswert ihrer Nachrichten, von dem die aktuell arbeitenden Ressorts leben, setzen Redakteure mitunter auf die Vergesslichkeit ihrer Leser. Wie anders soll man Meldungen des folgenden Schnittmusters deuten: «Arbeitslosenzahl sinkt weiter» (u.a. Tagesschau.de vom 1. April 2008, ansonsten monatlich an anderen Stellen zu lesen) oder «Rauchverbot in Gaststätten gilt ab heute bundesweit» (als wenn das nicht seit Monaten bekannt wäre; Deutschlandfunk, 1. Juli 2008)? So etwas passiert überall. In der einmal täglich erscheinenden Druck-Zeitung trifft nun Neuigkeit auf Hintergrund - ein Mix, nicht völlig frei von Problemen: Denn auch die Zeitungsschlagzeile «Müntefering tritt zurück» hat am Folgemorgen keinen Neuigkeitswert mehr, wenn die durch Funk und Web verbreitete Nachricht am Vortag bereits Thema in der Kantine war. Dennoch verließen einzelne Zeitungen mit dieser Titelzeile die Druckerei, denn der Rückzug des damaligen Arbeitsministers war aus ihrer Sicht nun mal die wichtigste Nachricht des Tages. Natürlich fanden die Leser vieles von dem, was sie an Einordnung, Erläuterung und Analyse zum Thema Müntefering erwarten durften, in den verschiedenen Artikeln ihrer Morgenzeitung. Insofern ist wieder alles in der Balance.
Inspiriert von diesem Fall, gab der Print-Zeitungsjournalist und Politikchef der «Financial Times Deutschland», Andreas Theyssen, seinen Kollegen Anfang Mai in einer Kolumne Journalismus-Nachhilfe: «Die Tageszeitung muss Mehrwert liefern.» Nur eine «Tagesschau» zum Lesen, das sei zu wenig. Die Kernfrage ist jedoch: Warum sollen das Journalisten nicht auch im Internet leisten können? Bei den Traditionalisten unter den Medienmachern und Lesern sind die Vorbehalte gegen Online-Medien noch immer groß. Die Netzeitung hat Argumente gesammelt: