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Screenshot der Netzeitung vom 2. Juli 2008 Screenshot: nz (Screenshot: nz<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Screenshot der Netzeitung vom 2. Juli 2008 Screenshot: nz
Screenshot: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Können Zeitungen im Web Geld verdienen? Sind Onliner Journalisten? Was erwarten die Leser? Matthias Breitinger und Maik Söhler stellen Fragen zum Online-Journalismus - und beantworten sie auch gleich. 1. Kann man mit Online-Medien eigentlich Geld verdienen?

1. Kann man mit Online-Medien eigentlich Geld verdienen?
Jein. In Deutschland sind die Online-Aktivitäten für viele Verlage noch ein Zuschussgeschäft. Dies liegt daran, dass Internetmedien bisher nur einen Bruchteil des Umsatzes liefern, den der klassische Print dem Verlag einbringt. Das gilt selbst für den deutschen Marktführer «Spiegel Online»: Im Jahr 2006 erwirtschaftete das Internet-Angebot einen Umsatz von knapp 15 Millionen Euro – von 332 Millionen Euro, die im selben Zeitraum die gesamte Spiegel-Gruppe erlöst hat.

Noch krasser sieht das Verhältnis beim Holtzbrinck-Verlag (u.a. «Handelsblatt») aus: 2006 entfielen gerade einmal 1,3 Prozent des Konzernumsatzes auf das Geschäftsfeld Digitale Medien. Andere Verlage erreichen einen höheren Anteil, aber die Differenz bleibt enorm. So trug bei der New York Times Company das Internetgeschäft im Mai gut zwölf Prozent des Umsatzes bei.

Zwar weisen «New York Times online» und «Spiegel Online» seit einiger Zeit Gewinne aus, wie der Medienberater Matthias Spielkamp in einer aktuellen Stellungnahme für den Bundestag festhält. Dabei müsse aber bedacht werden, dass sie zu einem erheblichen Teil von Inhalten lebten, die für die Print-Produkte bzw. von Redakteuren, die für das Print-Produkt arbeiten, erstellt werden. Inwieweit tatsächlich mit originärem Online-Content Geld verdient wird, ist daher schwerlich zu beurteilen. Doch gut gemachter seriöser Journalismus ist auch im Netz personal- und damit kostenintensiv.

Gleichzeitig herrscht im Web eine Gratis-Mentalität, die auch für Nachrichten gilt: Für Artikel wollen Leser nicht bezahlen, wie gescheiterte «Paid Content»-Ansätze etwa der «New York Times» belegen – das Blatt gab sein Online-Abo «TimesSelect», bei dem ausgewählte Inhalte kostenpflichtig waren, nach zwei Jahren wieder auf.

Paid-Content-Konzepte funktionieren höchstens bei exklusiven Nutzwert-Inhalten, zum Beispiel bei Testergebnissen der Stiftung Warentest. Aber auch im Printgeschäft verdient man nicht automatisch Geld. Bekanntlich schreibt der Springer-Verlag mit der «Welt» seit Jahrzehnten rote Zahlen, die durch die Gewinne mit der «Bild»-Zeitung allerdings mehr als wettgemacht werden.