Die Frau hinter der schönen Marie-Claire:
«Schimmis» ewige Geliebte bei der Selbstfindung
30.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Marie-Claire lächelt dazu nur überlegen. Denn auch das gehört zu ihrer Rolle: Dass sie bei aller «Schimi»-Liebe ihren eigenen Kopf behält. Was aber eine so attraktive, selbstbewusste Frau gerade an einen Macho-Rüpel wie Schimanski bindet, wo man eher doch einen Sky du Mont mit Goldknöpfen und Präzisionsscheitel an ihrer Seite vermuten könnte? Die alte Mär von «The lady and the tramp»? Vielleicht. Denise Virieux hebt die Schultern.
Vor recht genau zehn Jahren war die 1964 in Lausanne geborene Schweizerin schon im ersten «Schimanski»-Film dabei, und hätte ihr damals jemand prophezeit, sie würde diese Rolle auch noch zehn Jahre später spielen, «hätte ich ihn vielleicht für etwas verrückt gehalten». Wie lange sie die Marie-Claire noch sein wird, weiß sie selber nicht: «Es wird ja von Mal zu Mal entschieden, ob es noch einen nächsten «Schimanski» geben wird.»
Persönlich gibt sich die kinderlose Virieux jedoch gern ganz unmondän. «Zwar gibt es auch privat die Virieux mit dem Champagnerglas in der Hand», sagt sie, aber sonst ist sie eine leidenschaftliche Heimwerkerin in Jeans mit Tatoo. Paris ist ihre Wahlheimat, in die sie sich bereits mit zwölf Jahren auf immer verliebte. Doch so schrecklich findet sie den gelegentlichen Wechsel zum «Schimanski»-Drehort Ruhrpott nicht. Einmal, weil es um Paris Gegenden gibt, «die wenigstens so düster aussehen». Und außerdem wird immer mehr in Köln gedreht. Da gibt sie allerdings zu: «Die Champs- Élysées sind mir etwas lieber als Kölns Innenstadt.» (Von Paul Barz, dpa)

