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Konkurrenz der Medienportale im Netz: 

Mal was Neues von Google News

25. Jun 2008 12:11
Unter Journalisten gefürchtet und geliebt: Google News
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Journalisten aus aller Welt starren täglich voller Angst oder Hoffnung auf Google News, das Newsportal des Suchmaschinenkonzerns. Nun sind in den USA erstmals die Nutzerzahlen mies. Kein Problem, meint Maik Söhler.

Bekommt die Erfolgsgeschichte von Google einen Knick? Wie US-Medien dieser Tage melden, kann ein Bereich des derzeit erfolgreichsten Internet-Unternehmens der Welt beim allgemeinen Wachstum des Konzerns und der meisten seiner Sparten, ganz vorne Google Maps, nicht mithalten: Google News.

Wie die US-Tageszeitung «New York Times» am Dienstag berichtete, bewegt sich das Nachrichtenportal in den USA derzeit fast auf der Stelle. Statistische Erhebungen des Instituts Nielsen kamen jüngst zu dem Ergebnis, dass Google News im Mai mit 11,4 Millionen Nutzern in den USA nur Rang acht in der Listen der bestbesuchten Nachrichten-Plattformen erreichte – weit abgeschlagen hinter dem Spitzenreiter Yahoo News mit 35,8 Millionen Besuchern, aber auch hinter MSNBC, CNN.com und dem Online-Auftritt der «New York Times.»

Vor sechs Jahren gestartet und anfangs von hohen User-Wachstumsraten begleitet, bleibt der Zuwachs in den vergangenen zwei Jahre mit im Schnitt lediglich zehn Prozent deutlich hinter den Klickzahlen anderer Nachrichtenportale und wohl auch hinter den Erwartungen von Google zurück. Die «New York Times» vermutet, Google habe für sein News-Portal einfach keine langfristige Strategie.

Für den deutschsprachigen Google News-Auftritt liegen derzeit keine verlässlichen Zahlen vor. Selbst das Anfang der Woche neu vorgestellte Tool Google Trend für Websites weist für das hauseigene Nachrichtenportal keine Zahlen aus.

Google News und die Medien

Wo andere News-Seiten mit einem eigenen Angebot aufwarten, das häufig aus einer Mischung von Nachrichtenagentur-Meldungen und selbst verfassten Artikeln besteht, setzt Google News fast ausschließlich auf fremde Inhalte. Das Portal sammelt andernorts erschienene Meldungen und Artikel ein, bündelt sie thematisch und aktualisiert das Angebot regelmäßig.

Wie das Google Watch Blog spekuliert, könnte dies die überraschenden Zahlen erklären: «Zum Auffinden der News nutzt man Google, zum Weiterleiten an Freunde allerdings die Original-Quelle.»

Von Zeitungsverlagen anfangs aus Konkurrenzgründen gehasst und gefürchtet, hat sich Google News für viele Online-Ableger der Printmedien mittlerweile auch zum Segen entwickelt. Nicht nur US-Online-Journalisten freuen sich, wenn es einer ihrer Texte auf Google News schafft. Der dort erzeugte Traffic bringt nicht selten fünf- bis zehnmal mehr Klicks als üblich – nicht schlecht in einer Medienwelt, in der die jeweils hausinternen Klickstatistiken als wichtigstes Tool gelten.

Wo geht's lang?

Mit der personalisierten Nachrichtensuche, die ins Angebot iGoogle integriert ist und die sich auch innerhalb von Google News einrichten lässt, ist Google in Zeiten auch im Web fortschreitender Individualisierung gut aufgestellt.

Das Angebot ist bislang werbefrei, was man von den meisten der Konkurrenten nicht sagen kann und was einige der Nachteile des News-Portals – Beliebigkeit, Monotonie der Nachrichtenquellen, schlechte Bildauswahl und –präsentation, maschinelle Ausstrahlung – bei von Werbung genervten Usern wieder wettmachen dürfte.

Das österreichische IT-Portal FutureZone macht außerdem darauf aufmerksam, dass neben Microsoft auch Google am Kauf an des sozialen Nachrichtenportals Digg.com Interesse habe. Dort können Nutzer Nachrichten selbst einstellen und bewerten: «Die Einbindung dieses Systems könnte eine Verjüngungskur und neuen Zulauf für die Google News bedeuten», schreibt FutureZone. Darüber hinaus passte Digg hervorragend ins iGoogle-Konzept.

Google und die User

Google wäre nicht Google, wenn nicht auch auf diese kleine Krise rasch und vor allem einfach eine Antwort gefunden würde. Bereits seit dem 19. Juni sucht das Unternehmen im offiziellen Google News-Blog Testpersonen für mögliche Änderungen oder Updates auf Google News.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass niemand die Interessen der User so gut kennt wie Google. Die Gegenwart zeigt, dass niemand so viele Daten über die User sammelt wie Google. Die Zukunft könnte zeigen, dass niemand diese Daten besser in überarbeitete oder neue Webangebote einfließen lassen kann wie Google.

Und wenn nicht, dann kann man die Konkurrenz auch einfach aufkaufen.

 
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