Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

ZDF-Intendant mal ganz bescheiden: 

Mainzelmännchen wollen nicht groß sein

16. Mai 2008 11:41
Werbe-Clowns des ZDF: die Mainzelmännchen
Bild vergrößern
Privatwirtschaft und öffentlich-rechtliche Sender ringen um die Rolle der gebührenfinanzierten TV-Anstalten im Internet. ZDF-Intendant Schächter sagt, man habe eher ein Angebötchen. Auf manches will er sogar ganz verzichten.

Das ZDF macht sich klein – zumindest im Internet. Intendant Markus Schächter sagte, das ZDF komme mit seinen Online-Seiten nur auf einen Marktanteil von 0,7 Prozent unter rund 550 informationsorientierten Internet-Angeboten.

Er kritisierte In der Debatte um den Umfang der künftigen Online-Präsenzen von öffentlich-rechtlichen Sendern die Aussagender der privaten Medienwirtschaft und aus Teilen der Politik, ARD und ZDF dominierten das deutschsprachige Internet-Angebot.

Kein Routenplaner und Warentest-Seiten

Schächter kündigte zugleich an, dass sein Haus bestimmte Angebote im Internet nicht machen wird. «Routenplaner, Warentest-Seiten, Hotel-Suchroboter - all das werden wir nicht anbieten», sagte Schächter in einem Interview mit dem Fachdienst «epd medien».

Zudem werde das ZDF auch keine wirtschaftsnahen Ratgeber- und Spieleportale starten. Damit soll Rücksicht auf private Presseverleger und TV-Sender genommen werden, die bei solchen Angeboten der öffentlich-rechtlichen Sender eine Wettbewerbsverzerrung befürchten.

Mehr als sieben Tage für den Online-Abruf

Zugleich appellierte Schächter an den Gesetzgeber, die Zeitgrenzen für den Internet-Abruf öffentlich-rechtlicher Sendungen nicht eng zu fassen. «Es hilft dem Nutzer nicht, wenn wir über den Tibet-Konflikt berichten, diese Inhalte aber nach sieben Tagen aus dem Netz nehmen», sagte Schächter.

Dem Zuschauer und Gebührenzahler gingen damit «verlässliche Grundlagen für die Meinungsbildung verloren». Erklärstücke für Kinder etwa aus der ZDF-Reihe «Löwenzahn» interessierten «doch dauerhaft und nicht nur sieben Tage lang», so Schächter zu der aktuellen Diskussion um das Ausmaß von Abruffernsehen bei ARD und ZDF.

Internet-Nutzer erwarten Text, Bild, Ton und Video

Schächter, der seit März 2002 Intendant der Mainzer Anstalt ist, wandte sich in dem Interview gegen das Vorhaben der Bundesländer, ARD und ZDF Online-Informationen in Textform nur sehr beschränkt zu erlauben. Der Internet-Nutzer erwarte heute ein Online-Angebot aus Text, Bild, Ton und Bewegtbild. Das gelte für die Web-Seiten der Presseverlage wie der Sender gleichermaßen.

Schächter sagte: «Alle relevanten Inhalteanbieter im Netz müssen diese Vielfalt gewährleisten, auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk.» Um die Zukunft des gebührenfinanzierten Rundfunks zu sichern, biete das Internet eine Riesenchance, so Schächter, auch jüngere Zuschauer mit Informationen zu versorgen. Schon heute seien 50 Prozent der Nutzer der ZDF-Mediathek unter 30 Jahre alt.

Keine Beschränkung auf die Bildungsbürger

Der ZDF-Intendant warnte vor einer Beschränkung auf ein Nischenangebot für ein älteres, eher bildungsbürgerliches Publikum. Deshalb wolle er sich Online-Spiele auch nicht grundsätzlich verbieten lassen: «Wer den homo ludens nicht bedienen darf, kann seinem Auftrag nur noch schwerfällig nachkommen.» (epd)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Live Top 5
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.