09. Mai 18:46
Nun also auch der «Berliner Kurier». Auf den Ex-Personalchef des Berliner Verlags kommt einiges an Arbeit zu. Er und sein Forscherteam überprüfen das Boulevardblatt auf Stasi-Einfluss. Dies tun sie bereits bei der «Berliner Zeitung».
Für Chefredakteur Hans-Peter Buschheuer ist die geplante Überprüfung ein «längst überfälliger Beitrag zur Aufklärung der Verbindungen zwischen der Stasi und der damaligen Redaktion.»Genau wie schon im Fall der «Berliner Zeitung», die wie der «Kurier» zum Berliner Verlag gehört, soll der frühere Verlags-Personalchef Johannes Weberling die Forschungsgruppe leiten. Zu seinem Team gehören Giselher Spitzer und Wolfgang Stock, sie sind Mitglieder der Arbeitsgruppe «Aufarbeitung und Recht» der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder.
Bis zum Spätsommer wollen die Forscher Ergebnisse ihrer Untersuchung vorlegen. Buschheuer betont: «Wir stellen damit die Integrität der heutigen Redaktion unter Beweis und werden - falls nötig - Konsequenzen aus personellen Kontinuitäten ziehen.»
Bei der «Berliner Zeitung» hatten jüngst zwei Redakteure in leitenden Funktionen zugegeben, jeweils mehrere Jahre für die Stasi als Spitzel im Einsatz gewesen zu sein.