Pressezensur im Katastrophengebiet:
Regime in Birma läßt Journalisten nicht ins Land
07. Mai 2008 13:01
 |  Das Elend soll nicht gezeigt werden | Foto: dpa |
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Birma ist verwüstet, die Einwohner leiden und brauchen dringend Hilfe. Doch die Weltöffentlichkeit darf nicht allzu viel davon erfahren. Vielen ausländischen Journalisten wurde die Einreise verweigert, darunter auch deutschen.
Das Militärregime in Birma (Myanmar) verweigert Journalisten die Einreise. Bereits am Montag sei der BBC-Korrespondent Andrew Harding am Flughafen der Hauptstadt Rangun von Sicherheitskräften nach Thailand zurückgeschickt worden, berichtete der birmanische Staatssender MRTV nach Angaben der «Bangkok Post» am Mittwoch. Verschiedene Visa-Anfragen von Journalisten, die über die Auswirkungen des Wirbelsturms «Nagris» berichten wollten, seien nicht beantwortet worden. Davon betroffen ist auch die ARD.
Die ARD habe sich schon in der Vergangenheit mehrfach um Einreisegenehmigungen für ihre Fernseh- oder Hörfunkjournalisten bemüht, sagte ein Sprecher des für das ARD-Studio Südostasien zuständigen Norddeutschen Rundfunks am Mittwoch. Auch aktuell sei ein solcher Antrag gescheitert. ZDF-Sprecher Alexander Stock sagte, der Sender versuche einen Journalisten nach Birma zu schicken. Über einen entsprechenden Visa-Antrag solle am Mittwoch entschieden werden.
BBC-Reporter auf der schwarzen Liste
Nach Angaben der «Bangkok Post» berichtete der birmanische Staatssender MRTV am Mittwoch, der BBC-Journalist Harding sei auf der «schwarzen Liste» für Journalisten. Ausländische Reporter seien im Land nicht erwünscht. Harding hatte unter anderem über die Proteste von buddhistischen Mönchen und deren blutige Niederschlagung im September 2007 berichtet. Das seit 1962 regierende Militärregime erlaubt Journalisten nur selten Zugang zum Land. Feste Korrespondenten darf nur die chinesische Nachrichtenagentur Xinuah in Birma beschäftigen.
Als einziger Journalist eines westlichen Mediums befindet sich aktuell der CNN-Korrespondent Dan Rivers in Birma und berichtet aus Bago, einer Stadt 80 Kilometer nördlich von Rangun. Reporter ohne Grenzen forderte die birmanische Regierung bereits am Dienstag auf, ausländische Journalisten ins Land zu lassen, um über die Katastrophe berichten zu können.
Staatsferneshen berichtet über Hilfe durch Militärs
Es sei schockierend, dass die Regierung Journalisten die Einreise verweigere, während sie gleichzeitig um internationale Hilfe bitte, teilte Reporter ohne Grenzen mit. Angesichts der Katastrophe forderte die Organisation die Regierung zudem auf, auf die Zensur der einheimischen Medien verzichten, da diese eine «Schlüsselrolle» bei der Hilfe für Betroffene und den Wiederaufbau spielten könnten.
Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen berichtet das birmanische Staatsfernsehen überwiegend über Hilfsaktionen des Militärs für die Opfer. Tatsächlich jedoch beschwerten sich viele Betroffene, dass sie keine Hilfe erhielten. (epd)