netzeitung.deDeutsches Konsortium soll Airbus-Werke kaufen

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Der Flugzeughersteller Airbus will seine deutschen Werke abstoßen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Flugzeughersteller Airbus will seine deutschen Werke abstoßen
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Mittelständler in die Airbus-Zulieferung, fordert Niedersachsens Ministerpräsident Wulff. So lange er Ministerpräsident bleibt, will er zudem «keine einzige VW-Aktie» hergeben.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) bringt ein Konsortium deutscher Zuliefererfirmen als Käufer von Werken des Flugzeugherstellers Airbus ins Spiel. «Eine Möglichkeit wäre, dass sich unsere Zulieferer zu einem Konsortium zusammenschließen, um die Airbuswerke zu übernehmen», sagte Wulff dem Magazin «Focus». Es gebe gute Gründe dafür, mittelständischen Zulieferer wie die Firmen Diehl, Voith, MT Aerospace und Claas/Brötje in die künftige Airbus-Struktur einzubinden.
Waffengleichheit hergestellt?
Zugleich warnte Wulff vor einer Übernahme der Standorte durch ausländische Investoren. «Wenn ausländische Unternehmen die Werke kaufen, besteht die Gefahr, dass die Produktion aus Deutschland abgezogen und in den günstigeren Dollar-Raum verlagert wird», sagte er. Der Airbus-Mutterkonzern EADS will die deutschen Werke in Varel, Nordenham, Augsburg und Laupheim ganz oder teilweise veräußern.

Wulff verteidigte zugleich den Einstieg mehrerer Bundesländer bei EADS, darunter auch Niedersachsen: Es sei vornehmlich darum gegangen, «eine Waffengleichheit zwischen Deutschland und Frankreich» wiederherzustellen. «Es bestand die Gefahr, dass deutsche Airbus-Standorte bei der Flugzeugproduktion benachteiligt werden könnten. Das haben wir verhindert», sagte Wulff.

«Keine einzige VW-Aktie»
Auch die Anteile des Landes Niedersachsen an den dort ansässigen Konzernen Volkswagen und Salzgitter AG will Wulff behalten – trotz hoher Börsenkurse. «Wir werden keine einzige VW-Aktie verkaufen», versicherte der Ministerpräsident dem «Focus». «Solange ich Ministerpräsident bin, stelle ich die Landesbeteiligungen nicht in Frage.» Das gelte für VW
wie für die Salzgitter AG. «Ich garantiere den Fortbestand der beiden Investments.» Seit Frühjahr 2003 habe sich der Wert der beiden Aktienpakete um mehr als neun Milliarden Euro erhöht. Das Land wolle vor allem Arbeitsplätze sichern.

Der Autokonzern Porsche hat sich bei VW an Niedersachsen vorbei geschoben und ist inzwischen größter Einzelaktionär des Wolfsburger Unternehmens. Porsche weist allerdings den verdacht, eine Anteilsmehrheit anzustreben, öffentlich stets von sich. Der VW-Betriebsrat sorgt sich indes um Arbeitsplätze, obwohl der Porsche-Einstieg zunächst als Sicherung gegen ausländische Investoren begrüßt worden war: Bei der Bildung einer Holding, die Porsche und die VW-Beteiligung bündeln soll, will Konzernchef Wendelin Wiedeking gleich viele Arbeitnehmervertreter aus Zuffenhausen und Wolfsburg in den Aufsichtsrat einziehen lassen. Dadurch sieht sich die Vertretung der weitaus größeren VW-Belegschaft um ihren Einfluss gebracht. (nz/ddp/dpa)