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Leserbriefe August 2007

31. Aug 2007 18:08
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Petra Gertenbach
30. August, 12:37
Osteuropäische Fachkräfte zieht es nicht hierher
Da lese ich mit Verwunderung, dass osteuropäische Fachkräfte nicht nach Deutschland wollen. Allerdings wundert es mich nicht, dass sie nicht wollen, sondern dass sich darüber noch gewundert wird.
Die osteuropäischen Fachkräfte sind längst z.B. hier in Norwegen. Was hier an polnischen und litauischen Autos unterwegs ist, ist wirklich unglaublich. Dass es in Polen und Litauen auch an Fachkräften mangelt ist also überhaupt nicht verwunderlich. Nach den jüngsten Erhebungen der norwegischen Regierung, leben aktuell über 100.000 Polen in Norwegen.
Der Grund liegt auf der Hand: Gutes Geld für gute Arbeit. So einfach ist das.

Deutschland hätte keinen Fachkräftemangel und müßte sich nicht in osteuropäischen Ländern danach umsehen, wenn sie es den heimischen Fachkräften ermöglichen würde, in Deutschland weiter zu leben und zu arbeiten und zwar ÜBER der Armutsgrenze und nicht darunter.
Denkt denn einer bei den vielen Auswanderungssendungen im deutschen Fernsehen darüber nach, dass dies nicht alles Glücksritter sind, sondern Menschen, die in Deutschland keine berufliche Perspektive mehr sehen? Wir wären ganz sicher nicht nach Norwegen ausgewandert und hätten unsere Familien zurückgelassen, wenn wir einen vernünftigen Lohn und Arbeit in Deutschland gefunden hätten. Und es soll sich keiner leicht vorstellen, so weit weg von Kindern und Eltern zu leben. Aber als Hartz IV-Empfänger will keiner länger leben. Die Lebenshaltungskosten steigen ins astronomische und die Renter werden zu Bittstellern.

Nur hier in Norwegen sehen wir eine Chance, als Rentner noch ein lebenswertes Leben führen zu können.
Nun liest man, dass immer mehr Arbeitskräfte aus Osteuropa nach Deutschland «gelockt» werden sollen. Das wird bei dem Lohndumping immer mehr dazu führen, dass noch mehr deutsche Fachkräfte das Land verlassen werden, weil sie von den Niedriglöhnen gar nicht mehr ihren Lebensunterhalt finanzieren können.

Wir denken, hier wird das Pferd am Schwanz aufgezäumt und können darüber wirklich nur noch den Kopf schütteln. Deutschland bzw. die deutsche Regierung ist einfach nicht in der Lage zu erkennen, was das eigentliche Problem der Deutschen ist.

Rüdiger Kammerhoff
19. August, 23:37
Parteien greifen verstärkt in Staatskasse zur Eigenfinanzierung
Es ist doch nicht zu fassen. Jetzt wollen die grossen Parteien infolge des starken Mitgliederrückganges verstärkt in das Steuersäckel greifen. Wo leben wir hier eigentlich. Anstatt sich zu fragen, warum der grosse Mitgliederschwund eingetreten ist und entsprechend gegenzusteuern durch vertrauensvolles Verhalten, soll der Steuerzahler das wie schon so oft wieder ausbügeln.
Der Hauptgrund für die panikartige Rückgabe der Parteibücher ist doch der Vertrauensschwund in die Parteien, weil nach jeder Wahl das Gegenteilige umgesetzt wird vom dem, was vor der Wahl angekündigt wurde.
Erinnern wir uns: Die dramatische Mehrwertsteuererhöhung von 3 % wurde von allen damit begründet, dass zur Belebung des Arbeitsmarktes die Lohnnebenkosten spürbar gesenkt werden sollten. Heute ist keine Rede mehr davon.
Die LKW Autobahnmautgebühren sollten überwiegend in den Strassenbau fliessen. Heute werden damit nur Finanzlöcher gestopft und es wird sogar überlegt, den PKW in die Maut mit einzubeziehen.
Ferner verkündete Gesundheitsministerin Ulla Schmidt in jeder der zahlreichen Talkshows, dass die Beiträge zur Krankenkassenversicherung spürbar gesenkt werden können durch die letzten Steuerreformen. Pustekuchen. Kassenbeiträge steigen laufend und Leistungen werden unzumutbar gekürzt. Ferner versicherte sie mir persönlich vor 3 Jahren, dass gesetzlich Versicherte auch bald Arztrechnungen zwecks Abzeichnung erhalten. Und heute: Kein Wort mehr davon.
Andere Beispiele könnte ich noch zahlreich anfügen. Alle demokratischen Politiker haben die verdammte Pflicht, das nun einmal notwendige Vertrauen durch entsprechende Taten wieder zurückzugewinnen. Die Herren Gerhard Schröder, Hans-Jürgen Uhl, Siegfried Lenz, Viereck und auch Wendhausen haben erheblich zum Mißtrauen in die Politik beigetragen.
Blicken wir nach vorn und hoffen auf Besserung, damit auch die Wahlbeteiligungen künftig wieder ansteigen. Dazu gehören natürlich auch ehrliche Angaben der Abgeordneten über ihre Nebentätigkeiten mit Angabe der Einnahmen vor der Wahl, damit jeder Wähler selbst bestimmen kann, ob sein Abgeordneter trotz der vielen Nebenjobs noch Zeit für ihn dann hätte.

Madeleine Didra
17. August, 16:05
Rauchverbot in Kneipen
Wahnsinn sage ich da nur! Sind wir Bürger denn alle so unmündig und diktierbar, dass wir tatsächlich eine Regierung brauchen, die uns sagt, ob geraucht werden darf oder nicht? Wäre es nicht besser, es den Wirten zu überlassen, ob sie ein Nichtraucher- oder ein Raucherlokal betreiben wollen? Es könnte dann jeder selber entscheiden, wohin er gehen will. So viel Entscheidungsfreiheit sollte uns doch noch bleiben. Was habt ihr Politiker mal wieder erreicht? Ich als Anwohner neben einem Hotel und einer Dorfkneipe kann ein Lied davon singen. Bis nachts 1 Uhr stehen die lieben Raucher draussen mit ihrer Zigarette und unterhalten sich so lautstark, dass keiner mehr schlafen kann.
Jedes Gesetz, das erlassen wird, müsste doch auch zurückgenommen werden, wenn man merkt, dass es nicht klappt. Stattdessen werden die, die uns diktieren noch eins obendrauf setzen. Bin mal gespannt, was sie da wieder so erfinden um ihr Dasein zu berechtigen und uns Steuergelder kosten.

 
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