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Leserbriefe Juli 2007

17. Jul 2007 17:06

Ihre Meinung zu aktuellen Themen.

Roland Klose
10. Juli, 13:19
Katholiken skeptisch bei Messe-Plänen des Papstes
Benedikt XVI., tief verwurzelt im absolutistisch-mittelalterlichen Paradigma, hat mit seiner Papstbulle - aus eigenem Antrieb und in eigener Machtvollkommenheit - die «Tridentinische, lateinische Messe der Gegenreformation von 1570» wieder eingeführt und somit das Machtmonopol des Latein bzw. der Römischen Kurie gestärkt. Die Katholische Kirche hat ein großes Kommunikationsproblem, die Botschaft vom auferstandenen Herrn Jesus Christus den Menschen noch allgemeinverständlich zu vermitteln. Die lateinische Messe soll daher das «Geheimnis des Glaubens» wieder verstärkt mystifizieren. Vergessen ist die Liturgiereform des «Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65)», welche den Messritus in der jeweiligen Volkssprache vorsah, wie es bereits der große Reformator Martin Luther gefordert hatte. Damit sucht Benedikt XVI. bewusst die Annäherung zur Sekte der «Priesterbruderschaft Pius X.» und erteilt den Kirchen der Reformation eine eindeutige Absage. Das ist das Ende der Volkskirche und des Traumes von einer wiedervereinten, christlichen Kirche. Für die Abschaffung des «lateinischen Ritus» war auf dem Konzil noch eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, zur Wiederzulassung reicht jetzt dagegen bereits der Wunsch einer «Gruppe von Gläubigen». Das ist Demokratie in der Kirche im 21. Jahrhundert. Die spinnen, die Römer!

Herbert Gaiser
10. Juli, 13:08
Union gegen Lizenz zum Töten auf Verdacht
Ausgerechnet Wolfgang Schäuble wird kritisiert, der als einer der wenigen noch vernünftig argumentierenden Politiker in Berlin dazu beiträgt, dass die in hohem Maße gefährdete Sicherheit der deutschen Bevölkerung gewährleistet bleibt. Man darf diese besserwisserischen Kritisierer, die um einer unsinnigen Ideologie willen sich schützend vor Verbrecher stellen, nicht ernst nehmen. Schäuble rettet mit seinen geplanten Maßnahmen unsere inzwischen liberalistisch ausgehöhlte Verfassung und will sie durch Linke und Liberale nicht noch weiter missbrauchen lassen.

Rüdiger Kammerhoff
06. Juli, 17:21
Nebentätigkeiten von Abgeordneten
Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes in dieser Woche müssen alle Abgeordneten ihre Nebentätigkeiten und auch Einkünfte seinem Arbeitgeber, also dem Parlamentspräsidenten, melden. Damit kommt das Gericht der allgemeinen Auffassung des Wahlvolkes sehr entgegen. Das Gericht ist der Auffassung, dass der Wähler exakt wissen muss vor Abgabe seiner Stimme, wen sein Abgeordneter außer dem Parlament noch dienen will und welche Summen dafür nebenbei kassiert werden.

Wer sich aber nun nach Umsetzung dieses Gerichtsurteils durch den Parlamentspräsidenten im Internet informiert, fühlt sich wieder einmal von der Obrigkeit bitter verarscht.
Da werden z.B. Nebentätigkeiten in Entgeltstufen angegeben und der Wähler kann trotzdem raten, wie viel sein Abgeordneter dafür wohl eingestrichen hat und wie viel Zeit er dafür unter Umständen arbeiten-oder auch nicht- musste.

Es zeigt sich also jeden Tag. Wir leben einer Bananenrepublik, in der sich jeder an der Quelle die Taschen voll stopft und dafür sorgt, dass die Masse des Volkes verarmt. Durch diese Machenschaften wird unsere Demokratie zerstört und radikale Gruppen gestärkt. Politik findet in Deutschland nur noch medienwirksam in Talkshows statt. Die Wahlbeteiligung bei nächster Wahl wird mit Sicherheit noch weiter in den Keller gehen.
Wenn die damaligen hochintelligenten Väter unseres Grundgesetzes sich heute die Handlungsweise unserer heutigen Politiker ansehen könnten, würden sie sich im Grab umdrehen und sich dafür sicher sehr sehr schämen.

Rainer Karow
03. Juli, 10:59
Bush und Putin auf Schmusekurs
Diese Entwicklung war vorauszusehen. Herr Putin ist Herrn Bush um Längen in seiner politishen Vision und der Machbarkeit notwendiger Entwicklungen, voraus. Denn das, was Herr Putin in seinem neuen Selbstverständnis für Europa und die Welt einbringt, ist ein notwendiger Schriitt in eine neue Achse Moskau - Europa. Diese wird kommen. Wahrscheinlich unter Auflösung des jeztigen Europas und einer Neuausrichtung, die noch offen ist.
Deshalb ist das Verharren von Herrn Busch an die Systemeinbindungsfrage für Polen und Tschechien eine vorgeschobene Frage, die im Alten festhält und nichts, aber auch gar nichts mit dem Schutze Europas vor dem Nahen Osten, zu tun hat. Hier geht es einzig um amerikanische Positionen, 1. die Klammer über Europa und den Einfluß auf Europa, nicht zu verlieren und 2. ein mögliches wiedererstarken Deutschlands und Kipppens in eine «deutschnationale» Größe mit neuem Selbstverständnis als europäische Mittelmacht in einer Achse Moskau - Berlin, vorzubeugen. Sie dient letztendlich alten «Ängsten» von Polen und der Tschechei eines «alten Gegners». Eben auch deshalb, weil man sich außerhalb Deutschlands der ungelösten Frage der Verfassung und der Staatsfrage nach der Wiedervereinigung, bewusst ist und an eine Vereinigung Europas nicht mehr glaubt. Hier werden langfrisitge Weichen gestellt, die der Öffentlichkeit noch gar nicht dargestellt wurden. Aus Ängsten vor gravierenden Veränderungen, die zwar notwendig sind, jedoch unter bestehenden Strukturen versucht werden, in den Griff zu bekommen. Deshalb wird Rechtsbeugung und GG-Manipulierung billigend in Kauf genommen. Wenn das alles jedoch hochkochen würde, käme es wohl zu Verwerfungen, die ein größeres Ausmaß annehmen könnten, als es eine GG-konforme Anpassung und eine neue Verfassung gemäß GG-Auftrag, ergeben würde. Der Versuch des Politetablissements jedoch, bestehende Machtstrutkturen in eine Umwandlung hinüber zu retten, ist ein schmaler Grad und Lotteriespiel.

 
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