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Leserbriefe im Juli 2006

05. Jul 2006 11:41, ergänzt 31. Jul 2006 15:02
Ihre Meinung zu aktuellen Themen.

Gerhard Dörries
31. Juli 2006, 14:16
Google Earth entlarvt Hakenkreuz-Brunnen
Man kann es auch übertreiben mit der Hakenkreuz/Swastika-Hysterie. Da es nur aus der Luft als solches wahrgenommen wird, ist es übertrieben, den Brunnen umzubauen. Weil die Nazionalsozialisten ein über 14.000 Jahre altes Symbol missbraucht haben, muss nicht jedes Hakenkreuz entfernt werden, dann gäbe es sehr viel zu tun. Ein großer Militärkomplex in den USA, San Diego wurde auch in Swastika-Form gebaut. Es existieren viele Hakenkreuze, die ohne Google Earth oder Flugzeug zu erkennen sind, zum Beispiel der Fußboden in der Kathedrale von Amiens oder im Palais de la Porte, Paris. In der Flagge des finnischen Präsidenten: das Freiheitskreuz - auch ein Hakenkreuz. Es gibt noch viele Beispiele, siehe Wikipedia. Ein bisschen mehr Gelassenheit würde den Neonazis einen Teil der Symbolkraft nehmen. Und noch eine «ketzerische» Anmerkung: Unter dem christlichen Kreuz sind «im Namen Gottes» über die Jahrhunderte Millionen Menschen aus Habgier und Machtinteressen gefoltert und ermordet worden ...

Gunther Schirmer
27. Juli 2006, 13:47
Betr.Landesminister fordert Test für ältere Fahrer
Dieser Landesminister, in dessen Bundesland fast täglich Horrorunfälle durch besoffene und zugedröhnte Jugendliche passieren, wollte mal in die Zeitung kommen. Nur mit dem Thema hat er sich vertan. Wenn er ältere Autofahrer entmündigen will, wird sich die Industrie aber wundern. Wer kauft denn die «besseren» Autos? Doch wohl die Älteren. Aber das bekommt er wahrscheinlich nicht so mit in seinem armen Sachsen-Anhalt. Aus diesem Bundesland kommen sowieso die kuriosesten politischen Vorschläge. Wenn ich nur daran denke, was sich Herr Bullerjahn immer so ausdenkt. Also Herr Landesminister, schalten Sie erst den Kopf ein, bevor Sie was von sich geben.

Achim Wolf
27. Juli 2006, 9:12
Libanon-Krieg
«An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!» Die US-Außenministerin Rice redet von einem dauerhaften Frieden in Nahen Osten, befürwortet aber gleichzeitig den Krieg Israels im Libanon. Die Vereinten Nationen beweisen weiterhin ihre Handlungsunfähigkeit und lassen sich von den Kriegsbefürwortern in den eigenen Reihen durch ein unsinniges Veto-Recht lächerlich machen. Wer diese Art von «Weltgemeinschaft» an ihren Früchten erkennen soll, erkennt hierbei nur unreife, faule und nach Tod, Krieg und Verderben stinkende Früchte an einem sterbenden Baum.

Ulrich Waldmann
26. Juli 2006, 16:00
Betr. Naher Osten
Wenn Kofi Annan die Tötung von vier UN-Beobachtern als «offensichtlich vorsätzlichen Angriff» bezeichnet, so kann ein objektiver Analytiker nicht anders – er muss ihm Recht geben. Denn Vorsatz impliziert grundsätzlich auch den Eventualvorsatz (dolus eventualis). Nach dieser international anerkannten Definition handelt auch jener vorsätzlich, der bei seinen Handlungen den Schaden anderer grundsätzlich und billigend in Kauf nimmt. Israel interessiert sich offensichtlich dafür, ob an Zielorten, welche durch seine Streitkräfte angegriffen werden, Menschen sterben oder nicht. Egal ob Hisbollah-Millizionär oder Kind. Oder auch UN-Soldat/Beobachter. Somit ist die Aussage von Herrn Annan juristisch gesehen völlig legitim. Weder Israel noch der Libanon haben das Recht, einen Angriffskrieg zu beginnen und dabei das Leben von Männern, Frauen und Kindern zu gefährden. Israel hat durch den Angriff auf den Gaza-Streifen sowie den Libanon de facto gegen die UN-Charta verstoßen, denn als Unterzeichner und Mitglied der UNO hat es sich verpflichtet, «den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen. (Art. 1, Ziff. 1)» Für den Libanon trifft das gleiche zu – die Duldung einer terroristischen Organisation sowie die stillschweigende Billigung terroristischer Aktionen, welche gegen Leib und Leben von Bürgern gerichtet sind so eine Bedrohung des Friedens darstellen, ist in meinen Augen gleichzusetzen mit dem Straftatbestand der direkten Durchführung eines Angriffskrieges. Viel eher schon hätten die Führer des Libanon dafür schon vor dem Tribunal in Den Haag vor Gericht gestellt werden müssen. Viel eher schon hätte die Uno deskalierend eine Entwaffung der Hisbollah-Milizen fordern und gegebenenfalls mit Gewalt durchführen müssen, liegt das Gewaltmonopol doch allein in den Händen der Uno. Deshalb – auch die Antwort Israels auf einen terroristischen Akt kann und darf nicht Krieg sein. Es ist Zeit für Kofi Annan und «seine» Uno, Rückgrat zu zeigen. Zeit, den Libanon sowie Israel für seine Verstöße gegen die UN-Charta sowie gegen die Menschenrechte zur Rechenschaft zu ziehen und zu zeigen, dass die Uno handlungsfähig ist. Und nicht nur eine hilflose leere Hülle ohne wirkliche Macht. Denn wenn wir wirklich unseren hohen moralischen Werten genügen wollen, dann müssen Gewaltverbrechen gegenüber Unschuldigen endlich ohne Rücksichtnahme als Kriegsverbrechen geahndet werden – auch wenn es gerade mal unquem ist.

Anne Koark
24. Juli 2006, 23:25
Äußerungen von Ministerpräsident Carstensen
Vive la république: Dann sollen sie Kuchen essen! In Frankreich war ein sicheres Zeichen des bevorstehenden Zusammenbruchs die Krise des Feudalismus. Der Adel hatte alle Privilegien, hatte aber den Kontakt zu der normalen Bevölkerung verloren, die an Hungersnot leiden musste. Der französische Staat stand unmittelbar vor einer Zahlungsunfähigkeit. In 1789 stiegen die Brotpreise aufgrund eines sehr strengen Winters erheblich an. Die Lebensmittelpreise erhöhten sich um bis zu 60 Prozent, der Lohn der Bauern jedoch nur ein Drittel von diesen Preissteigerungen. Die allgemeine Bevölkerung konnte sich kein Brot mehr kaufen. Marie Antoinettes Lösung: «Dann sollen sie Kuchen essen.»

Die Parallelen zur Situation der heutigen Bundesrepublik Deutschland sind frappierend. Die privaten Insolvenzen steigen monatlich um fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Kosten steigen aufgrund von allgemeinen Steuererhöhungen, Weltkrisen auf dem Ölmarkt, bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhungen und so weiter. Immer mehr Leute, mitunter auch Familien, schaffen den Druck nicht. Gleichzeitig ist die Bundesrepublik maßlos überschuldet, was eine Zahlungsunfähigkeit ohne Neuverschuldungen nicht ausschließt.

Die Antwort vom Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins und Bundesratspräsidenten, Peter Harry Carstensen laut dem Hamburger Abendblatt am 20. Juli 2006 lautet: «Alle müssen sparen. Und Sparen heißt, wenn ich in einer Familie kein Geld mehr habe, dann werde ich im nächsten Jahr den Auslandsurlaub verkürzen oder ganz auf ihn verzichten müssen. Und beim Kauf eines Autos kann man eben nicht mehr ein teures Modell nehmen, sondern ein preiswerteres.» Wer von den betroffenen Familien kann sich überhaupt noch einen Urlaub leisten und ein Auto bei den Benzinpreisen unterhalten? Bei der Frage nach Sparmaßnahmen der Länder ist Herr Carstensen gegen strengere Auflagen für die Länderhaushalte. Seine Lösung laut Fuldainfo am 21. Juli 2006 lautet: «Was wir brauchen ist Solidarität zwischen den Ländern….Der Bund müsse die Länder von gesetzlichen Aufgaben entlasten.» Während das Land somit keinen Anlass zur strengeren Auflagen hat, sollen nur wir sparen. Bravo Herr Carstensen! Wollen wir wirklich aus der Politik eine brotlose Kunst machen?

Rainer Karow
19. Juli 2006, 10:09
Betr. Nahost-Konflikt
Vordergründung erscheint die Reaktion Israels überzogen, hat Israel doch in der Vergangenheit, siehe Irak-Krieg eins und zwei, besonnen reagiert. Warum hat sich das jezt geändert? Ich denke, es liegt auf der Hand und ist strategischer, mittelfristiger Natur. Hisbollah und Hamas haben faktisch die Macht in Palästina in freien Wahlen übernommen. Der Präsident ist faktisch neutralisiert. Ein Terrorregime bestimmt jetzt die offiziellen Spielregeln mit erklärtem Ziele, Israel zu vertreiben, beziehungsweise das Gebiet judenfrei zu machen. Diesem Ziele haben sich der Iran angeschlossen, der an der Schwelle zur Atommacht steht. Nun gäbe es den Weg der EU und von Herrn Solana, Iran als Vermittler international einzubinden und aufzuwerten, als Friedensstifter. Fürwahr, eine kluge Strategie. Den Gegner als Friedensstifter einbinden und international zu verpflichten. Wahrscheinlich besser als schießen. Die Wahrscheinlichkeit sieht jedoch anders aus. Das israelische Trauma der Vernichtung schwebt immer über dem Lande. Und Iran hat die Vernichtung und faktisch den Krieg erklärt. Unterstützung finden die Radikalen speziell in palästinensischen Organisationen. Das gilt es aus israelischer Sicht jetzt zu beenden, bevor Iran siene Bombe hat. Und Israel handelt aus eigener Sicht nur folgerichtig, jetzt Syrien und Iran in den Krieg hineinzuziehen. Denn noch ist ein Waffengang mit diesen Ländern kalkulierbar. Und Israel zieht damit nicht nur die USA mit hinein, sondern auch Europa. Es deutet sich also ein großes Aufräumen an. Und die BRD ist historisch verpflichtet, einer Vernichtung von Israel zu begegnen. Das heißt, auch die BRD könnte in den nächsten Krieg aktiv involviert werden. Die Alternative einer Konföderation mit einem palästinensischem Staat und einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik, einer gemeinsamen Währungs- und Wirtschaftspolitik, scheint wohl erst nach dem Waffengang möglich.

Gerhard Dörries
17. Juli 2006, 12:31
Betr. Wirtschaft über GEZ-Gebühren für PC erbost
Zu Recht wird gegen Rundfunkgebühren für Computer geklagt! Wenn öffentlich-rechtliche Anstalten ihr Programm im Internet verbreiten wollen, dann können sie ein Bezahl-Portal einrichten, die technischen Möglichkeiten bestehen schon lange. Das gilt auch für ihre sonstigen Programme - siehe Premiere. Stattdessen sind die Menschen und Firmen, die in Deutschland bleiben, wieder einmal die Dummen. Das Internet ist, wie der Name schon sagt, international. Somit machen die öffentlich-rechtlichen Anstalten für die ganze Welt Programme umsonst - außer für die, die sie bezahlen müssen, weil sie in Deutschland leben. Gleiches gilt für die Verbreitung via Satellit. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet, Programme im Internet oder per Satellit zu senden, schon gar nicht unverschlüsselt. Sofort abschalten, dann könnten die Gebühren in Deutschland sogar gesenkt werden. Daran hat natürlich niemand Interesse, die «Clans» wollen schließlich überversorgt bleiben. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten als Gelddruckanlage und Geldvernichtungsmaschine. Es bleibt zu hoffen, dass das Bundesverfassungsgericht beziehungsweise ein europäisches Gericht diese monopolistische Abzockerei stoppt - oder brauchen wir dazu eine neue Regierung? Vielleicht fällt den Anstalten noch ein, dass es manchmal zu Radioempfang durch Zahnfüllungen kommen kann, damit wären Plomben etc. gebührenpflichtig ...

Hendrik Klein
12. Juli 2006, 15:00
Betr. Klinsmann-Kolumne
Sehr geehrter Perikles Monioudis, den erregten Tonfall ihrer Kolumne, das Spiel mit Unterstellungen finde ich unangebracht. Was ist Klinsmann konkret vorzuwerfen? Dass er sich aus dem Staub macht, jetzt, da er sich erstmals hätte beweisen müssen mit dem Aufbau einer DFB-Mannschaft, die diese Bezeichnung verdient. Er fängt etwas an und tritt unverrichteter Dinge ab. Kann man Klinsmann vorwerfen, dass er nicht weitermacht? Meiner Meinung nach kann man das bedauern, aber es ihm zum Vorwurf zu machen, ist doch etwas überzogen. Störender empfinde ich aber die herabsetzende und diffamierende Art und Weise, wie Sie es machen. Ebenso diffus wie perfide unterstellen Sie mangelnde Charakterstärke, ohne die von Klinsmann selbst genannten Gründe zu würdigen. Nur ein paar Beispiele, sie schreiben in ihrer Kolumne: Sein Rücktritt taugt allerdings dazu, Klinsmanns vergessen geglaubten Ruf, ein Cleverle zu sein, wiederzubeleben.... Was wollen Sie Klinsmann damit vorwerfen? Wäre er nicht Cleverle, würde er weiter zwei Millionen pro Jahr (oder wie viel es auch sind) kassieren? Denn die Stelle des Bundestrainers ist kein Aushilfsjob, und das wusste auch Klinsmann, als er sich im Juli 2004 medienwirksam bewarb. Klinsmann wurde 2004 Bundestrainer mit einem Vertrag bis zur WM, die WM war das Projekt. Es gab nicht den Plan, ihm einen Vertrag auf Lebenszeit zu geben. Die Aussage suggeriert, Klinsmann habe mangelnde Standfestigkeit und Beharrlichkeit und würde bei größeren Problemen die Brocken hinschmeißen. Genau davon kann nach zwei Jahren Arbeit gegen zum Teil heftigste Widerstände wohl keine Rede sein. Vielmehr hinterlässt er doch wohl ein bestelltes Feld, auf dem die Saat zum Teil schon aufgegangen ist und dessen Früchte vielleicht andere einmal ernten können.

Klaas-Henning Müller
12. Juli 2006, 12:41
Betr. Bush kommt, die Gastfreundschaft geht
Es ist erschreckend, wie blind Politiker und Presse einen Menschen hofieren, der als der mächtigste Mann der Welt gilt. Offenbar dringt kein Wort der Kritik durch die Medien bis zum gemeinen «Bild»-Leser vor, oder aber die Medien als solche sind bei uns längst gleichgeschaltet. Fest in Parteihand sind ja ohnehin praktisch sämtliche Chefredaktionen, und da sich rot und schwarz programmatisch nicht mehr im Geringsten unterscheiden, steht die Linie bereits vorher fest: Was politisch nicht gewollt ist, darf und daher wird den deutschen Durchschnittsbürger nicht erreichen. Diesem ist daher natürlich nicht klar, dass es sich bei G.W. Bush inzwischen beinahe um einen Diktator auf Zeit handelt, der permanent gegen eigenes Recht verstößt, die Gesetze seines Mutterlandes beugt und Kritiker mundtot macht. Die Regierung unter und mit G.W. Bush hat es in kurzer Zeit geschafft, das selbsternannte Mutterland der Demokratie mit Hilfe extrem dreister Lügen und generalstabsmäßiger Bangemache zu einer Industriedikatur mit faschistischen Zügen zu machen. Schon immer hat es in den USA das Establishment verstanden, den gemeinen Bürger dumm zu halten und die Medien unter Kontrolle zu bekommen. Doch die eigene Verfassung so dreist und unverschämt mit Füßen zu treten hat vor G.W. Bush kein Präsident gewagt. Vor diesem Hintergrund (und den daraus durch europäische speichelleckende und bestens geschmierte National- und EU-Politiker verursachten politischen und volkswirtschaftlichen Schäden) kann ich die Motivation der Protestler nur allzu gut nachvollziehen und teile sie sogar. Auch für mich ist G.W. Bush eine «Unerwünschte Person», denn er ist offensichtlich der Meinung, dass er über dem Gesetz und dem Völkerrecht steht. Gegenüber subtil gefährlichen Verfassungsfeinden in der Politik wie zum Beispiel Frau Zypries bietet er glücklicherweise jedoch mehr Angriffsfläche, da seine Ansichten und Aussagen aufgrund einer gewissen Einfältigkeit offensichtlicher sind. Weiterhin fällt es den Menschen in unserem Lande offenbar sehr schwer zu begreifen, dass G.W. Bush derzeit unterwegs ist, um Klinken zu putzen, denn den USA geht langsam das Geld aus. Sollten nur noch einige Länder dieser Welt ihre Rücklagen diversifizieren oder wenige zusätzliche erdölfördernde Länder in Euro statt in Dollar rechnen, so ist der amerikanische Traum ausgeträumt und die USA ein Fall für den Insolvenzverwalter. Andernfalls gäbe es für ihn keinen Grund, (Ex- Golfkriegsgegner zu umschmeicheln, statt sie mit Repressalien zu beuteln. Daher sage auch ich: «Herr Bush, werden sie vernünftig und vor allem friedlich. Bis dahin sind Sie hier nicht erwünscht!»

Lucien Berneaux
11. Juli 2006, 07:12
Betr. Schönbohm will Zuzug nach Deutschland steuern
«Schönbohm zitierte in diesem Zusammenhang eine nicht näher bezeichnete Umfrage, wonach 47 Prozent der in Deutschland lebenden Türken sich nicht vorstellen könnten, Deutsche zu werden, und ein Fünftel der islamischen Zuwanderer das Grundgesetz für unvereinbar mit ihrem Glauben hielten.» Woher mag Herr Schönbohm diese 47 Prozent der «Unwilligen» wohl genommen haben, wenn diese schon durch eine «nicht näher bezeichnete Umfrage» bedauerlicherweise gar nicht nachvollziehbar sind? Wenn ich zumindest diesen Teil seiner schriftlichen Ergüsse ernst nehmen soll, bedarf es hier eindeutig fundierter Nachweise und nicht nur gefälliger Stimmungsmache. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es denn wohl aussehen würde auf unseren Straßen, wenn wir es in der Tat mit ausländischen Widersachern zu tun hätten, die nahezu die Hälfte aller in Deutschland lebenden Türken ausmachen würden. Die tatsächliche Zahl derer, die sich einer Eingliederung, Anpassung oder angemessenen Co-Existenz aus Glaubensgründen oder sonstigen Motiven verschließen, dürfte verschwindend gering sein. Die Menschen, die diese Vorwürfe real treffen, sind dann vielfach auch noch Ausländer, denen man häufig keine Integrationsmöglichkeiten seitens des Staates aufgezeigt hat, weil man sie schlichtweg als «Parallelbürger» unbeachtet ließ und voller Selbstverständnis darauf baute, dass diese sich wohl selbst helfen könnten. Natürlich ist seitens der Zuwanderer Eigeninitiative zu erwarten und natürlich bin auch ich der Meinung, dass ausländische Mitbürger in Deutschland durchaus keine Heimat für sich gefunden haben, wenn sie ihren Glauben und unser Grundgesetz nicht miteinander vereinbaren können. Zunächst aber sollten wir ihnen die Hand reichen und ihnen auch die Möglichkeiten einer Integration in die europäische Gesellschaft aufzeigen. Menschen neigen nämlich oft dazu, sich eine eigene, kleine Welt aufzubauen, die durchaus auch oppositionelle Züge gegen die traditionelle, parallele deutsche Gesellschaft unterschiedlichster Formen bergen kann, wenn die bemerken, irgendwie nicht richtig akzeptiert oder aufgenommen zu werden. Lieber Herr Schönbohm, Ihre Regelungsabsichten für Zuwanderer in allen Ehren, aber sollten wir nicht zunächst einmal die Versäumnisse der deutschen Politik der letzten Jahre erkennen und hier Nachbesserungen in Form eines angemessenen Miteinanders schaffen, um sodann die tatsächlich schwarzen Schafe überhaupt erst einmal zu erkennen und dann aussieben zu können? Ich denke: Ja! Im Übrigen ist «Multi-Kulti» im Gegensatz zu Ihren Ausführungen alles andere als beendet, was uns die aktuelle Weltmeisterschaft bildhaft vor Augen führte und ein schöneres internationales Miteinander präsentierte, als wir es je in Deutschland hatten. Was vielmehr beendet sein müsste, ist die populistische Stimmungsmache gegen alles, was Ihnen und Ihren Parteifreunden fremd erscheinen mag. Eine solche Politik bringt Deutschland nicht weiter sondern sorgt vielmehr dafür, uns von der Normalität auszugrenzen und genau das wieder zunichte zu machen, was wir uns an Ansehen in der Welt als Gastgeber der WM gottlob erarbeiten konnten.

Franz Firla
10. Juli 2006, 11:27
Betr. WM
Wenn die Letzten aus der Hypnose des dreifarbig unverkrampften Party-otismus erwacht sind, wird man sich hoffentlich wieder solch nüchternen Fragen zuwenden dürfen wie etwa der, ob wir wirklich eine Weltmeisterschaft im Fußballspielen gesehen haben. Sicher, einen Ball haben sie gelegentlich benutzt, mit Füßen, ja sogar sträflicherweise mit Händen. Aber haben sie auch damit gespielt? Abgesehen von einzelnen Partien war insgesamt doch herzlich wenig begeisternde Spielkultur zu entdecken. Denken Sie beispielsweise an die völlig überschätzten Brasilianer. Nein, je weiter eine Mannschaft kam, um so mehr ging es ihr nur noch darum, das Spiel zu zerstören, eben kein Spiel zuzulassen. Ganze Stadien wurden während solcher lähmenden Taktik-Darbietungen zu Selbsthilfegruppen, die sich mittels La-Ola-Wellen und dumpfen Gesängen über das äußerst langweilige Spiel auf dem Rasen hinwegtrösteten. Gewiss, gekämpft - das haben sie! Sogar über die letzte Minute hinaus! Man sollte das Fußballspiel künftig besser Fußballkampf nennen. Schließlich spricht man im Boxsport auch nicht von Boxspiel! Nun haben bei der WM Millionen Neupatrioten – vor allem Frauen - zum ersten Mal in ihrem Leben Fußball geguckt, jedenfalls so ausführlich. Besonders jenen noch unverdorbenen Betrachtern musste ins Auge fallen, wie viele Fußballer aus allen Mannschaften ihr Handwerk nicht richtig beherrschen. Und das bei einer Weltmeisterschaft! Sie können einfach nicht schießen bzw. treffen nicht. Stellen Sie sich vor, in anderen Berufen wäre man ebenso treffunsicher: Ein Arzt, der mit dem Skalpell ständig daneben schneidet, ein Wirt, der munter neben das Glas zapft, ein den Nagel ständig verfehlender Zimmermann, ein Maler, der herzlich um die Leinwand herumpinselt, eine Sekretärin, die statt T wie Tor im Höchstfall links vorbei die R-Taste oder rechts vorbei das Z trifft usw. Dabei durfte man bei der WM doch ein Treffen der Besten der Welt erhoffen! Relativ sicher trafen sie noch den Körper des Gegners. So gab es deutlich mehr gelbe Karten als Tore! Als wahrer Spielverderber erscheint die kleinliche Abseitsregel. Läuft endlich mal einer auf das Tor zu, wird er zurückgepfiffen. Linien erscheinen auf dem Fernsehschirm, und man darf schauen, ob der Linienrichter Recht hatte. An der Entscheidung ändert sich dadurch nichts und die Spielregel vereitelt ein mögliches Tor. Wenn wir schon keine Ballkunst mehr erleben dürfen, dann wollen wir aber doch wenigstens Tore sehen. Auf das meist langweilige Gekicke im 90 - 120 minütigen Vorprogramm verzichten wir gerne. Ich schlage ersatzweise ein 2 x 30 Minuten Elfmeterschießen vor. Werden einem Torhüter die Finger heiß, darf er ausgewechselt werden. Dann zählt endlich nur noch eins: Drin oder nicht drin!

Gerhard Dörries
9. Juli 2006, 17:07
«Titanic » fühlt sich von Beck missverstanden
Was heißt hier missverstanden? Beck und seine Rechtsberater haben gar nichts verstanden. Und lesen können die auch nicht. Wo bitte steht, dass Beck der Problembär sei, der abgeschossen gehöre? Dort steht wörtlich: «Problembär außer Rand und Band: Knallt die Bestie ab!» Zufällig ziert nun auch der Kopf von Herrn Beck den Titel. Er mag das zwar auf sich beziehen, müsste er aber nicht zwingend, denn es steht nicht: Knallt Beck ab oder so ähnlich. Wie sieht Beck sich denn selbst? Als Bestie, als Bär? Seit die Titanic festgestellt hat, dass Beck eher einem Hamster ähnelt, ist doch eigentlich alles klar, oder? Es ist schade, dass die «Sozial»demokraten keinerlei Humor haben (siehe den Prozess um Schröders nicht gefärbte Haare/Haarteile). Hätten Beck und seine Genossen auch nur einen Funken Verstand für Satire, hätten sie gekontert: «Der Problembär ist tot - gut dass ihr mich noch habt» etc. Stattdessen wird prozessiert - weiter so, dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die SPD an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert ... Satire gehört zu den wichtigsten Grundrechten unserer Demokratie - und das heisst nicht, dass nur die Opposition durch den Kakao gezogen werden darf, sondern insbesondere, dass unsere regierende absolutistische Bürokratie das Ziel der Pressefreiheit ist.

Gunther Schirmer
9. Juli 2006, 16:42
Betr. Kahn zieht die Massen in seinen Bann
Für Oliver Kahn war das nicht nur eine WM. Es war der Beginn eines neuen Lebens für ihn. Sein wahnsinniger Ehrgeiz stand ihm immer im Weg. Er war ganz alleine mit diesem Ehrgeiz, und Gott sei Dank war er stark genug, diese Charaktereigenschaft in die richtigen Anwendungen zu lenken. Das geht sicher eine Zeitlang gut und nutzt ihm und seinen Arbeitgeber für seinen beruflichen Erfolg. Aber das macht verdammt einsam. Denn in dem Bestreben immer der Beste zu sein, wird man misstrauisch gegenüber anderen Menschen. Man lässt niemanden an sich heran. Vor allem niemand, der versuchen will, diesen Ehrgeiz zu mildern. Man wird den Menschen unsympathisch. Sie lehnen einen ab. Man strengt sich noch mehr an, um ja keine Schwäche zu zeigen. So sind seine teilweise überirdischen Leistungen als Torhüter zu verstehen. Bei Kahn kommt noch hinzu, dass er die Psyche eines Vulkans hat und dies auch durch Gesten und Mimik zeigt. Das bringt einfache Gemüter in den Stadien dazu, ihn mit Affenlauten und Bananen zu begrüßen. Aber er reagiert nicht so, wie die Menschen das möchten. Er verliert nicht die Fassung, sondern wird nur immer verschlossener. Und immer besser. Aber auch einsamer. Ich kann mir vorstellen, wie es ihn innerlich zerreißt, wenn man ihn zu demütigen versucht. Ich möchte ihm auf jeden Fall in solchen Situationen nicht als Stürmer der gegnerischen Mannschaft gegenüberstehen. Und nun kam die Höchststrafe für ihn. Klinsmann macht ihn zur Nummer zwei! Ich glaube nicht, dass er es gemacht hat, weil er Lehmann für besser hält. Er hat es gemacht weil er Angst hatte vor Kahn. Nicht vor körperlicher Gewalt, aber davor, dass er mit Kahn einen Mann im Tor hat, der ihm Paroli bieten könnte. Lehmann ist zwar auch kein einfacher Mensch - wie die meisten Torhüter - aber er ist ein Sanguiniker. Also ein Mensch, der sich im Griff hat. Kahn ist Choleriker. Das passt nicht in das Gefüge von jungen, gefügigen Spielern, das Klinsmann geschaffen hat. Die Degradierung Kahns war sicher mit dem Hintergedanken, dass sich dieser aus der Mannschaft verabschiedet. Und dass Kahn das nicht gemacht hat, hat Klinsmann und sein Team schockiert. Ich möchte nicht wissen, welche Notfallpläne sich die drei Herren haben einfallen lassen, wenn Kahn den Stinkstiefel gibt. Aber diesen Gefallen hat er niemand getan. Er hat sich vorbildlich verhalten. Und er hat zum ersten Mal gemerkt, dass ihn die Menschen lieben. Nicht nur für seine Weltklasse-Leistungen vor dieser WM, sondern dafür, dass er es geschafft hat, der beste Teamplayer dieser Mannschaft zu sein. Und das hat Oliver Kahn geholfen, zu seinem wahren Ich zu finden. Ein ehrgeiziger, überragender Torwart und ein prima Mensch zu sein.

Rüdiger Kammerhoff
5. Juli 2007, 12:20
Betr. Joschka Fischer
Die Welt zu Gast bei Freunden in Deutschland. Während sich alle im Taumel der WM befinden, ist die Schlagzeile in den Medien über Joschkas künftige Tätigkeit als Professor in den USA vollkommen untergegangen. Anstatt sich nun nach seiner Amtszeit zu freuen, dass er für seine vielen vom Steuerzahler zu entrichtenden Fehler als Außenminister nicht persönlich in Haftung genommen wird, hält er nun weiterhin die Deutschen und jetzt auch die Amerikaner zum Narren. Vernachlässigt man nun mal seine gegen Polizisten steinewerfenden Jugendsünden und die Tatsache, dass er keinen richtigen Schulabschluss erzielte, so machte er doch viele erschreckende Negativschlagzeilen bei Gerichten und im Visa- Untersuchungsausschuss über sein nicht vorhandenes Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis als deutscher Außenminister in der Schröderregierung! (...)So jemand wird jetzt in Princeton auf die Studenten losgelassen, obwohl die Müllberge, die Fischer hier bei uns produziert hat, noch nicht aufgearbeitet sind. So sind folgende Dinge unter Fischers Verantwortung bis heute noch nicht aufgeklärt: Was wusste Fischer über die zahlreichen CIA-Flüge in Deutschland und über die Verhöre deutscher Staatsbürger im Ausland mit deutscher Mithilfe? Was wusste Fischer über die BND-Aktivitäten im Irak? Wurde hier das deutsche Volk bewusst von Schröder und Fischer aus rein wahltaktischen Gründen belogen (...) Dass auch die Union hier aus Rücksicht auf ihren roten Koalitionspartner keinen Aufklärungsbedarf mehr sieht, macht die Sache noch viel schlimmer. Wir können nur hoffen, dass Deutschland nach der Fußball-WM richtig erwacht. Eines steht jedenfalls schon fest: die armen Studenten(innen) in Princeton.

Lucien Berneaux
5. Juli 2006, 11:11
Betr. Deutsche Niederlage war Gewinne
Nachdem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft durch die Sperre von Frings ganz im Sinne der Italiener erfolgreich geschwächt wurde, bewies sie während des Spiels gegen Italien dennoch gleichwertige Stärken. Wenn dann in der 119. und 120. Minute noch zwei Tore fallen, so ist das nicht nur mehr als ungewöhnlich, sondern schlichtweg hinzunehmen. Wir dürfen zunächst einmal nicht vergessen, dass man vor Beginn der WM unserer Mannschaft und damit Jürgen Klinsmann nahezu gar keine Erfolge zutraute, während sie es zur Überraschung aller bis ins Halbfinale schaffte. Dies allein ist ein ein unglaublich guter Erfolg, der gerade jetzt auch Klinsmann zeigen sollte, wie unentbehrlich er mit seinen Methoden für unsere Jungs geworden ist. Deutschland hat so etwas Ähnliches wie den «Ghana-Status» erreicht, denn Deutschland spielte sich in die Herzen der Menschen, was fast noch viel wichtiger ist, als den endgültigen Sieg davonzutragen. Weiterhin hat Deutschland der Welt gezeigt, wie bunt, aufgeschlossen und gastfreundlich die Partymeile der 82-Millionen-Einwohner-EU-Zone sein kann und allseits große Begeisterung ausgelöst. Zudem können wir uns alle darüber freuen, dass der WM-Sieg von einem EU-Staat davongetragen wird und somit faktisch «in der Familie» bleibt. Psychologisch gesehen wäre der WM-Sieg allerdings den Deutschen zu wünschen gewesen, die nach den ewigen Hiobsbotschaften ihrer politischen Führung und angesichts der eher schlechten wirtschaftlichen Lage im Land ein Erfolgserlebnis von dieser Güte bitter nötig gehabt hätten. Umso mehr hier die Aufforderung an Herrn Klinsmann: Es gibt noch viel zu tun, deshalb gibt es überhaupt keinen Grund, Deine Mannschaft jetzt im Stich zu lassen!

Klaus Bohnsack
4. Juli 2006, 16:17
Betr. NS-Schulunterricht
Ich bin der Meinung, dass das ständige Wiederhochkochen von Ereignissen, die über 60 Jahre her sind, fast an Volksverhetzung grenzt. Kein Land dieser Erde leistet sich den «Luxus», sich immer wieder selbst in den Dreck zu ziehen. Die Generation, die den Holocaust zu verantworten hat, gibt es (bis auf vielleicht einige Hundert) nicht mehr. Was sich der Zentralrat der Juden hier erlaubt, würde in keinem Staat geduldet werden. Die Mitglieder dieser Vereinigung sollten sich überlegen, welche Staatsangehörigkeit sie besitzen und in welchem Land sie leben (und von dem sie zum Teil leben). Wenn dieses Land wirklich so schlecht ist - es wird keiner gezwungen, hier zu leben.

Gunther Schirmer
4. Juli 2006, 13:01
Betr. Jungs Kongo-Truppe leidet an Schweißfüßen
Wenn es nicht so traurig wäre könnte man sich totlachen. Die Leute vom «Scheibenwischer» proben schon den entsprechenden Gag. Haben unsere Soldaten eigentlich die Munition schon geprüft? Es würde mich nicht wundern, wenn die Etappe Übungsmunition eingepackt hätte. Aber man braucht nur mal Herrn Jung zu erleben. Dann wundern solche Pannen niemanden. Warum sind unsere Verteidigungsminister eigentlich immer die Leute im Kabinett, die für ihren Job so ungeeignet sind?

Stephan Schulte
3. Juli 2006, 11:43
Betr. Gesundheitsreform
Der Elefant kreißte und gebar eine Maus! Für dieses Resultat hätte selbst die Kindergartengruppe meines Sohnes nur Minuten benötigt.

 
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