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Leserbriefe im Juni 2006

20. Jun 2006 11:01, ergänzt 30. Jun 2006 14:36
Ihre Meinung zu aktuellen Themen.

Gunther Schirmer
30. Juni 2006, 14:26
Betr. T-Mobile suspendiert Ullrich
Endlich haben sie ihn erwischt! Und Hut ab vor T-Mobile. Nur so kann irgendwann einmal ein sauberer Radsport wiederkommen. Wenn man ihn genau beobachtet hat, als ihn die Reporter auf die Doping-Vorwürfe ansprachen, konnte man sein schlechtes Gewissen sehen. Ullrich ist nicht intelligent genug, so etwas zu verbergen. Ich bin mir sicher, auch Armstrong war nicht sauber. Nur ihm konnte man nichts nachweisen. Und ganz überführt ist Ullrich ja auch noch nicht. Aber da kommt er nicht mehr raus. Jan Ullrich ist noch nie Sportler gewesen. Er war eine Maschine, die fremdgesteuert funktioniert hat. Wenn er nur ein wenig außer Fremdkontrolle war, fing er an, sich gehen zu lassen. Siehe Gewichtszunahme.
Und das macht kein Sportler. Vielleicht kann man ihn ja noch bei Kirmes-Veranstaltungen wie Sechs-Tage-Rennen als Attraktion einsetzen. Was ist doch der Zabel dagegen für ein Kerl!

Lucien Berneaux
30. Juni 2006, 11:00
Betr. Jan Ullrich suspendiert
Zitat: «Vor einer möglichen Verlängerung müsse der bisherige Team-Kapitän einen »glaubwürdigen Beweis seiner Unschuld« vorlegen, forderte Wagner.» Hier liegt wohl eindeutig eine ungerechtfertigte Umkehr der Beweislast vor. Wenn Jan Ullrich solch schwerwiegende Vorwürfe gemacht werden, so ist anzunehmen, dass derjenige, der die Vorwürfe gegen ihn hegt, auch eindeutige Beweise dafür haben muss. Anderenfalls wäre dieser Vorgang dann wohl eher als Rufmord mit rechtlichen Konsequenzen zu verfolgen.

Yasin Bas
30. Juni 2006, 8:49
Betr. Neuer deutscher Patriotismus
Auch die türkischstämmigen Einwanderer zeigen Flagge für das Land, in dem sie nunmehr seit mehreren Jahrzehnten leben. Ich als 24jähriger Deutscher mit türkischen Wurzeln kann nur betonen, dass Deutschland unsere Heimat ist. Zudem sind wir stolz darauf, uns mit der schwarz-rot-goldenen Fahne zu schmücken. Unsere Flagge symbolisiert Demokratie, Freiheit, Toleranz sowie Brüderlichkeit. Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), die unsere Nationalhymne und das Schwenken unserer Fahne kritisiert, sollte sich schämen. Auch wenn diese Kritik für manche aus dem historischen Kontext herrühren mag, ist es unstreitbar, dass Deutschland sich mit seiner Vergangenheit so ausgiebig beschäftigt und auseinander gesetzt hat wie kein anderes Land auf dieser Welt.

Stefan Vieregg
29. Juni 2006, 13:42
Betr. Kleine Krankenkassen auflösen
Die kleine, aber feine, leistungsfähige und individuell gestaltbare Krankenkasse entspricht dem demokratischen und marktwirtschaftlichen Denken doch weit mehr, als die Schaffung von vier oder fünf Großkassen. Die sind natürlich für den Staat leichter kontrollierbar, aber Wettbewerb mit allen seinen segensreichen Auswirkungen herrscht dann keiner mehr. Lieber eine kleine Kasse, die Heilpraktiker und Feng Shui bezahlt, als eine Großkasse, die enorme Beiträge erhält, aber die hohe Eigenbeteiligung nicht aus der Welt schafft.

Thomas Löw
29. Juni 2006, 8:38
Betr. Matussek
Irgendwie ist es anrührend zu sehen, wie sich Matthias Matussek zur Galionsfigur des neuen supersympathischen Patriotismus in Deutschland aufschwingt und das obendrein mit einer bescheiden-relativierenden Aussage: Er habe ihn ja nicht erfunden, lediglich die Gebrauchsanweisung dazu geliefert, rauscht es durch den Blätterwald. Schöner hat kaum einer in den letzten Jahren seinen Standesdünkel und seine Verachtung für die da unten zum Ausdruck gebracht. Sogar Schirrmacher kann hinsichtlich des Überlegenheitsgefühls noch von Matussek lernen.

Matussek erinnert angesichts des ganzen Aufruhrs - den er virtuos vom vertrauten Medienkreis in gesamtgesellschaftliche Dimensionen auszudehnen versucht - ein wenig an den irren Bundeswehr-Historiker Wolffsohn: fände jener nicht auch hin und wieder ein öffentliches Ohr, wäre er klinisch tot. Matussek hat es da besser, er ist Ohr und Mund zugleich, gleichsam gebenedeit unter den Profilneurotikern. Er möge es geniessen, irgendwann wird man sich an ihn gewöhnt haben.

Dieter Zander
28. Juni, 0:34
Betr. Der arme Braunbär «Bruno»
Sie haben meine vollinhaltliche Zustimmung bezüglich der Ausrottung. Ich denke an die Waljagdnationen, die sich jetzt sogar die Mehrheit erkauft haben, die Robbenbabys, die mit dem Knüppel erschlagen werden sowie an die hemmungslose Rodung des überlebenswichtigen Regenwaldes. Es ist auch richtig, dass der Riss von «...ein paar Schafen und Karnickel...» noch keinen Weltuntergang bedeutet. Doch haben Sie auch nur ansatzweise den Versuch unternommen, sich in die Welt der Zehnjährigen zu versetzen, deren Liebstes auf der Welt einfach «mal so» aufgefressen wurde? Ich möchte nicht das Trauma erleben und die Tränen zählen, die dieses arme Kind geweint hat. Und gerade was unsere Kinder betrifft, schreibt doch ein jeder - und sei er in allen Ebenen noch so desinteressiert und/oder noch so simpel gestrickt - «Prävention» in Riesenlettern auf seine Fahne. Darf man aber (...) ausschließlich in Sachen Mensch versus Mensch Vorsorge treffen? Was wäre, hätte Bruno («...seinem Überlebensinstinkt...» folgend) am nächsten Tag anstatt des leckeren Hamsters ein trauerndes Kind vorgefunden?

Gerhard Dörries
27. Juni 2006, 13:58
Betr. Krankenkassen erwarten riesiges Defizit
Die Versicherten zahlen immer mehr, das Defizit steigt trotzdem. Erinnern wir uns noch an die Versprechen, dass unter anderem mit der Zuzahlung von 10,00 Euro die Beiträge sinken sollten? Warum steigen aber die Verluste? Weil die gesetzlichen Kassen völlig ahnungslos sind, wofür und an wen sie bezahlen. Alles wird über die KV (Kassenärztliche Vereinigung) abgewickelt - und das ist das Problem. Diejenigen Ärzte, die Abrechnungskünstler sind und sich obendrein gut mit der KV verstehen, werden reich belohnt, andere bestraft. Die Mediziner, die bewusst falsch abrechnen, bekommen von der ihnen wohlgesonnenen KV höchstens mal ein «Mach das aber bloß nicht wieder» zu hören und zahlen eine minimale Strafe an die KV. Warum rechnen die Ärzte nicht direkt mit den Krankenkassen ab? Der Patient könnte eine Durchschrift der Rechnung erhalten - dann wüsste jeder, was Medizin kostet (auch, wie wenig ein Arzt an seinem Kunden verdient), und dem Abrechnungsbetrug wären Grenzen gesetzt. Bei den privaten Kassen geht das, warum nicht bei den gesetzlichen Krankenkassen? Im Unterschied zu den privaten Kassen sollten die gesetzlichen Kassen jedoch direkt mit dem Arzt abrechen. Die Krankenkassen würden Milliarden sparen und die Versicherten auch. Wann hört in diesem Land endlich die Verpflichtung der Politiker gegenüber Lobbyisten auf? Was muss hier denn noch alles passieren? Wenn das «Volk» erst wieder auf einen Populisten hereinfällt, ist es zu spät.

Heinz Brinker
27. Juni 2006, 06:26
Betr. Weniger BSE-Kontrollen in Deutschland
Sie schreiben: «Die Gefahr für Verbraucher werde sich dadurch aber nicht verringern, so Experten.» Gemeint ist entweder: Die Gefahr für Verbraucher werde sich dadurch aber nicht verringern, so Experten. (Trotz der nicht mehr notwendigen Kontrollen bleibt die Gefahr fuer den Verbraucher gleich?) Oder: Die Gefahr für Verbraucher werde sich dadurch aber nicht erhöhen, so Experten. (Durch die geringere Anzahl von Kontrollen wird das Risiko nicht größer?)

Gunther Schirmer
26. Juni 2006, 14:41
Betr. Union beklagt «miesen Stil» Strucks
Diese Zwangskoalition entpuppt sich immer mehr als total zerstrittener Sauhaufen. In aller Öffentlichkeit greifen sich die so genannten «Partner» gegenseitig an. Und zwar weit unter der Gürtellinie. Ein Herr Struck wird immer unberechenbarer und labert den größten Blödsinn in die Mikrofone. Wenn er seinen Busenfreund, den tollsten Kanzler, den Deutschland jemals hatte und der uns mit seiner grün-roten Garde auf den Höhepunkt des Wohlstands geführt hat, so sehr liebt und vermisst, sollte er ihm schnellstens in die Tundra folgen. Putin kann immer Knechte gebrauchen. Was denken diese so genannten Politiker eigentlich, wenn sie dauernd ihren eigenen Verein runtermachen? Dass wir Wähler das so toll finden? Es ist nur gut, dass wir auf unsere Klinsmänner stolz sein können. Auf unsere Regierung können wir es bestimmt nicht. Ich hoffe nur, dass die roten Genossen beim nächsten Wahltermin die entsprechende Quittung erhalten. Klinsmann hat seine Mannschaft verjüngt und feiert damit Erfolge. Die Regierungsmannschaft wird immer älter. Das Ergebnis sieht man.

Albrecht Gerlach
26. Juni 2006, 10:30
Betr.: Bar Bruno ist tot
Lieber Bruno, nun bist Du tot. Du hast keinem Menschen etwas getan. Ich trauere. Als Konsequenz fordere ich alle Freunde von Bruno auf, nicht nach Bayern in den Urlaub zu fahren oder den bereits gebuchten Urlaub zu stornieren.

Ivan Denes
24. Juni 2006, 19:40
Betr. Annen zu Vermittlung der NS-Zeit
Herr Annen hat nicht Recht. Verantwortung für ein Verbrechen hat nur der, der das Verbrechen begeht. Was Herr Annen hier behauptet, nämlich dass es eine «kollektive Verantwortung» der Deutschen für die vor 70 Jahren begangene Verbrechen des NS-Regimes gibt, widerspricht glatt allen Grundprinzipien des römischen Rechtes. Allerdings findet er eine Rechtfertigung im alttestamentarischen Prinzip des Sühnens über Generationen hinweg. Nur ergibt die Tatsache des schrecklichen jüdischen Leidens in der Zeit von 1933 bis 1945 niemandem in der dritten deutschen Generation nach dem Krieg das Recht, europäische Rechtsphilosphie durch alttestamentarische Prinzipien zu ersetzen. (...) Sie versuchen einen prinzipiellen Rachefeldzug fortzusetzen und Sie beschwören damit die Gefahr einer fürchterlichen Reaktion herauf.

Lucien Berneaux
23. Juni 2006, 15:41
Betr. Jauch beerbt Christiansen
Sabine Christiansens gutes Recht ist es, nach mehr als zehn Jahren Sonntagabend-Talk ihre Sendung abzugeben. Programmdirektor Struves unzähmbare Freude darüber, mit Günther Jauch eines der bekanntesten TV-Gesichter gewonnen zu haben, ist hingegen fast schon Unrecht, wenn wir einmal berücksichtigen, wie viele Sendungen der «exzellente» Moderator und Journalist Jauch inzwischen als seine eigenen bezeichnen kann. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass Jauch auf einige Zuschauer mittlerweile durchaus als wirksame Schlaftablette einzuwirken imstande ist, sollten wir nicht vergessen, dass es eine Reihe anderer sehr guter und exzellenter Redakteure und Moderatoren gibt, die ihres Zeichens vielleicht sogar arbeitslos sind und einen solchen Job mit Bravour gemeistert hätten. Allein Deutschland besteht aus über 80 Millionen Menschen, unter denen genügend noch unbekanntere Gesichter mit aller Sicherheit auch mal frischen Wind in die schrecklich langweilige und einfallslose Fernsehlandschaft bringen könnten. Herr Jauch wird einen noch möglichen Entscheid gegen ihn ganz sicherlich sowohl finanziell als auch bezüglich seiner Person recht gut verkraften können.

Karl Olbrich
21. Juni 2006, 12:44
Betr. Asterix in Göttingen?
Das ganze Land fiebert wie im Rausch den Spielen der deutschen Nationalmannschaft auf öffentlichen Plätzen, Fernseh- Leinwänden, Fan-Meilen und so genannten Public-viewing-Areas entgegen. Das ganze Land? Nein – eine kleine Stadt leistet tapfer Widerstand gegen diesen unkontrollierten Verbrüderungswahn und die damit verbundenen zügellosen Begeisterungsfeierlichkeiten! Göttingen. Die Studentenstadt an der Leine stemmt sich mit aller Vehemenz dem Trend zur öffentlichen Geselligkeit entgegen – mit einigem Erfolg. So wurde es in Göttingen unterlassen, auf den (...) zentralen Plätzen einen Ort einzurichten, wo sich die Bevölkerung zum gemeinsamen WM- Mitfiebern unter freiem Himmel zusammenfinden kann, um die Spiele der Nationalmannschaft zu bewundern. Keine Leinwand. Auch keine Fan-Meile.

Wer in Göttingen die WM nicht im heimischen Fernsehsessel verfolgen möchte, sondern seine Begeisterung mit anderen Fußball-Infizierten teilen möchte, der ist auf Initiativen aus der Wirtschaft angewiesen. Nein – damit sind nicht in erster Linie die zahllosen Kneipenwirte gemeint, die ihrerseits ihr Möglichstes tun, um dem Mangel Abhilfe zu schaffen – die selbst in große Fernseher und Flachbildschirme investiert haben um der in Göttingen mehr als gegebenen Nachfrage Herr zu werden. Nein - Göttingen hat ja das «WM Village». Ein von zahlreichen namhaften Sponsoren getragenes Projekt, das allen, die in Göttingen doch etwas Stadion–Atmosphäre bei WM–Spielen erleben möchten, die Gelegenheit dazu geben soll – und das, wie man seitens der Organisatoren nicht müde wird zu betonen, auf der größten Leinwand Deutschlands. Public- Viewing professionell also sozusagen – was will das fußballbegeisterte Volk denn eigentlich mehr? Muss eigentlich «public» (=öffentlich) auch immer gleich «umsonst» oder gar «für alle» heißen? Die Göttinger Lokhalle fasst zu diesem Anlass immerhin 4000 Gäste, die je nach Anspruch bis zu 5,75 € Eintritt pro Spiel bezahlen – natürlich gibt es auch die WM –Dauerkarte für 75€ (dafür dann aber auch Sitzplatz). Kinoatmosphäre also – zum Kinopreis versteht sich; leider kein Feiern unter offenem Himmel. (...) Zu Spielen der deutschen Nationalmannschaft ist die Lokhalle oft schon Tage im Voraus ausverkauft.

Martin Schmidt
20. Juni 2006, 11:59
Betr. Einbahnstraße oder Sackgasse
Also das ist ja wohl eine der ältesten Legenden, dass sich Briten «Einbahnstraße» abschreiben, und später (natürlich vergeblich) nach einer Straße dieses Namens suchen. Erstens sehen die funktionsgleichen Schilder in England haargenau so aus wie in Deutschland (außer dass sie rund sind und die Aufschrift «One Way Street» auf dem weißen Querstreifen tragen). Mehr als unwahrscheinlich, dass Briten sich auf dem Kontinent diese Blöße geben. Zweitens ist mir dieselbe Geschichte vor Jahren schon von Franzosen erzählt worden. Und schon damals war ich eher skeptisch ob des Wahrheitsgehalts.

Stefan Herre
20. Juni 2006, 10:56
Betr. Unverkrampfter deutscher Patriotismus
Gewiss, die unzähligen schwarz-rot-goldenen Fähnchen an den Autos und der daraus resultierende wiedererlangte Patriotismus sind gewöhnungsbedürftig. War es den Deutschen doch bislang aus Gründen der 68er-political correctness verwehrt, sich zu Deutschland zu bekennen geschweige denn stolz auf ihr Land sein zu dürfen. Andererseits zeigt dieses positive, ungezwungene Nationalgefühl während der letzten WM-Tage, wie unglaublich groß der Nachholbedarf hierzulande in Sachen «Identitätsfindung» ist. Erfreulich, dass der Großteil der Deutschen die Losung «Nur wer sich selbst liebt, kann auch andere lieben» verinnerlicht hat - im Gegensatz zu den ewiggestrigen, Deutschland-hassenden Linken wie Ströbele, Grass und den Funktionären der Lehrergewerkschaft GEW, die in ihrer ideologischen Verbohrtheit dieses Axiom und das unverkrampfte Bekenntnis zum Vaterland scheinbar nie begreifen werden!

Gunther Schirmer
19. Mai 2006, 14:36
Betr. Klose dankt Klinsmann
In jedem Interview betonen die Spieler, was ihnen das Training unter Klinsmann alles gebracht hat. Den Vereinstrainern muss doch der Hals dick werden, wenn sie sowas lesen oder hören. Das klingt ja gerade so, als kann nur Messias Jürgen die Spieler zur Weltklasse führen. Was ich ernsthaft bezweifle. Klinsmann ist kein Trainer und Löw ist ein Hütchenaufsteller, der in der Liga kein Bein auf die Erde gebracht hat. Klinsi ist ein prima Motivator, das ist alles. Mir scheint, diese ganzen Aussagen ist einfach eine Schleimerei vor Klinsmann, da sie wissen, wie nachtragend er ist und sie um ihre Aufstellung fürchten.

Also empfehle ich, solche Aussagen nicht so ernst zu nehmen. Klinsmann ist jetzt die Lichtgestalt, aber wehe, wir erreichen nicht das Halbfinale. Dann werden ihn die Medienhaie fressen und seine Knochen den Spielern übriglassen. Aber so ist eben das Geschäft. Klinsmann kann es egal sein. Er ist gut situiert und fliegt zurück nach Kalifornien. Für Löw wird es kritisch. Denn mehr als ein Job in der Regionalliga wird dann nicht mehr für ihn bleiben. Bierhoff hat schlauerweise seinen Vertrag schon verlängert, egal wie es ausgeht.

Lothar Friedel
18. Juni 2006, 18:32
Betr. Anti-Raucher-Gesetz
Zu dem Thema Anti-Raucher-Gesetz fällt mir nur eines ein. Das Bundesverdienstkreuz ist sicher, wenn du: 1. pro Tag mindestens 75 Zigaretten rauchst, die in Deutschland Hergestellt wurden. 2. Mindestens 2 Flaschen Deutschen Schnaps trinkst, denn du hast die Wirtschaft angekurbelt, dem Staat aus der Pleite geholfen und Terroristen bekämpft. Für solch einen heroischen Einsatz hast du dir zwar die Gesundheit ruiniert, aber du bist ein Held. Sie werden dir ein Denkmal setzen, mit der Aufschrift: dem unbekannten Arbeits- und Wohnungslosen. Der sein Leben lang zwar gearbeitet hat, sich keine Kinder leisten konnte, weil ihn die Steuern erdrückten, der aber mit 45 arbeitslos wurde, weil ein junger ausländischer Spezialist seine Arbeit Übernommen hat. Oder sie werden dir sagen: Du bist selber schuld, dass du so viel geraucht und gesoffen hast. Sie werden dir die Rente kürzen, die Krankenversicherung erhöhen und sich selber das Bundesverdienstkreuz an die Brust heften. Denn sie haben ja mehr Einnahmen durch die eingesparte Krankenversicherung und durch die erhöhten Steuern. Den Menschen werden sie verhöhnen, der bei jeder Wahl sein Vertrauen in sie gesetzt hat. Der Mensch wirst du sein, weil du zum Wohle des Staates und zur Sicherung des Friedens deine Gesundheit aufs Spiel gesetzt hast. Man könnte aber auch jedem Bundesbürger das Bundesverdienstkreuz an die Brust heften, weil er Deutschland ist. Und danach eine Ordenssteuer einführen, weil er Bundesbürger ist. Fazit: Für den einen bedeutet ein bißchen Blech Ruhm und freie Fahrt, für den anderen die Essensmarke in der Armenspeisung. Es ist nicht gerade leicht, in Deutschland ein Held zu sein.

Tom Adelante
18. Juni 2006, 04:22
Betr. Flüchtiger Bär
Bei ihrem Artikel «Flüchtiger Bär marschiert durch Urlaubsort» wird unwillkürlich suggeriert, dass dieses Tier entweder irgendwo ausgebrochen sei oder es sich um ein hoch gefährliches «Monster» handele. Dabei sind die paar Schafe, Karnickel und Hühner, die Meister Petz gerissen hat, gar nichts in Relation zu dem, was Menschen in Sachen Tierausrottung geliefert haben. Außerdem folgt der Bär nur seinem Überlebensinstinkt. ´

Es ist traurig und bezeichnend für den brutalen Zug dieser kapitalistischen Gesellschaft (...), dass Tiere, die sich außerhalb der Norm bewegen und nicht der Verwertung dienen (man denke an die Legebatterien der Hühner) sogleich stigmatisiert werden. Wobei der scheinbar liberale Part den Bären nur «betäuben» und danach in einem Gehege inhaftieren will, während die anderen auf sofortige Exekution setzen.

Herbert Gaiser
17. Juni 2006, 16:39
Betr. Hartz-IV-Empfänger
Ein guter und richtiger Weg, den Stefan Müller mit dem «Gemeinschaftsdienst für Hartz-IV-Empfänger» vorgeschlagen hat. Er hebt sich positiv von dem ineffektiven Gerede verschlafener Berufspolitiker ab. Wenn Hartz-IV-Empfänger vom Staat bezahlt werden, kann mit Fug und Recht auch eine Gegenleistung gefordert werden. Jede Arbeit hat ihren Sinn und Wert und gibt dem Menschen Auftrieb. Die Arbeitslosigkeit dagegen zermürbt den Menschen. Außerdem würde der enorm gestiegene Missbrauch bei Hartz-IV eingedämmt werden, wobei der Missbrauch bei der Sozialhilfe noch erheblich höher liegt. Und reguläre Arbeitsplätze würden dadurch nicht verhindert werden, es würden vielmehr neue Arbeitsplätze entstehen, die ansonsten nicht abgerufen werden, weil sie zu teuer sind. Nur verblendete Ideologen können in dem Vorschlag von Stefan Müller eine Diskriminierung sehen.

Lucien Berneaux
17. Juni 2006, 10:56
Betr. Kritik an deutscher Nationalhymne
Es ist wahrlich nicht nur kurios sondern ebenso peinlich, dass man sich in Zeiten einer bereits bestehenden EU-Hymne (Freude schöner Götterfunken/Beethoven) überhaupt noch Gedanken um die deutsche Nationalhymne macht. Wenn dem aber offensichtlich so ist und die europäische Hymne bedauerlicherweise noch sehr selten gespielt wird, was letztlich bei der WM ohne EU-Mannschaft auf der Hand liegt, so darf man getrost erwähnen, dass die Anwendung und Publikation der deutschen Hymne keinen anderen Tatbestand erfüllt, als das Spielen anderer Hymnen der Welt. Bis auf die Denkweisen unbelehrbarer Neonazis war es mit dem Patriotismus in Deutschland ohnehin nicht weit her. Aber genau damit war Deutschland sogar meines Erachtens ein großes Vorbild für alle diejenigen, die in Zeiten in der Globalisierung in der Welt über ihren kleinbürgerlichen Patriotismus nicht hinweg kommen konnten. Man weiß nicht, welch undefinierbare Denkerkrankung den GEW-Chef Ulrich Thöne hier befallen haben mag. Solange also unsere schöne EU-Nationalhymne von Beethoven noch so sträflich vernachlässigt wird, lasst den Deutschen gefälligst ihre inhaltlich ohnehin schon gekürzte Hymnenfassung. Und wenn wir Europäer allesamt endlich einmal begriffen haben werden, dass nur Gemeinsamkeit stark macht, können wir uns endlich auf unsere Europa-Hymne besinnen.

Julian Hoch
16. Juni 2006, 20:30
Betr. Rassismus-Opfer kündigt Selbstmord an
Bei dem beschriebenen Fall handelt es sich um aktive Sterbehilfe. Passive Sterbehilfe bedeutet Herbeiführung des Todes durch Unterlassung, zum Beispiel Abschaltung lebensverlängernder Geräte. Dies ist auch in Deutschland in bestimmten Fällen möglich, ebenso wie indirekte Sterbehilfe und Beihilfe zur Selbsttötung.

Rainer Karow
16. Juni 2006, 11:48
Betr. EU droht der Kollaps
Natürlich droht der EU der Kollaps. Ich befürchte sogar, das Prof. Peter Glotz mit seiner Analyse Recht hatte: Wird Europa nicht als politische Einheit verwirklicht, droht das Zerbrechen in drei Blöcke. Dann folgt die Neuauflage alteuropäischer Block- und Interessensphären mit Aussicht auf neue europäische Kriege. Soviel zur Intelligenz politischer Führungen in Europa. Warum das so ist? Die Antwort ist bei genauer Betrachtung einfach. Die Resistance in ganz Europa im Ergebnis des laufenden Zweiten Weltkrieges hat die Notwendigkeit der Einigung Europas vorformuliert. Inklusive polnischer Stimmen. Dies fußte auf den Ergebnissen des Ersten Weltkrieges, der bei genauer Betrachtung ohne Unterbrechung in den Zweiten seine Fortsetzung fand. Zwischen diesen Waffengängen hatte ein Aristide Briand (Franzose) bereits den Ruf nach europäischer Einigung postuliert, verhallte jedoch ungehört. Nach dem zweiten Waffengang der Weltkriege kam es dann zur begeisterten Entwicklung. Unter zum Beispiel der Führung von Robert Schumann, John Monnet und Herrn von Hallstein.

Grundlage war nicht die jetzt verwässerte Wirtschaftsausrichtung einer Renationalisierung mit Ihrer Sozialisierung von Nationalaufgaben, die diese Gebilde nicht mehr leisten können, damit sie wieder Neo-Nationalismus betreiben, sondern einzig der geschichtlichen Erkenntnis, Europa war fast eins, ist eins Aufgrund seiner gesichichtlicher Entwicklungen als Nachfolger des römischen Reiches und der Zivilisierung des nordwestlichen bis nordöstlichen Europas und ist die einzige Garantie, Europa aus seinem Eigenschicksal in eine friedliche Zukunft, ohne Selbstzerstörungstendenzen, herauszuführen. Also grundlegend eine politisch orientierte Ausrichtung. Dieses Alles wurde durch Zweckdienlichkeiten konservativer Kreise, die selbst in Deutschland nach den schrecklichen Jahren, die das Sagen behielten, über Politik und Medien unter der Decke gehalten. Jetzt sind sie wieder da, die ewig Gestrigen und beginnen Ihre alten Fehler wieder hoffähig zu machen. Denn «wir sind wieder wer, wir sind Deutschland, wir sind Papst» etc. Europa? Fremdwort. Man spricht ja auch vom europäischen Ausland, wenn man das europäische Binnenland meint. Diese semantische Perversion scheint niemanden so richtig aufzustoßen. Führt aber letztendlich dazu, das Europa seine Kraft verloren hat, die Einsichten schwinden und die neue technokratische Politgeneration um diese Notwendigkeiten nicht mehr den richtigen Bauchintellekt entwickelt. Also gefühlte Geschichte nicht mehr intellektuell begreift. Das nennt man dann mangelnde Weisheitsfähigkeit, die nicht durch Ausbildung zustande kommt, sondern durch Bildung, Erfahrung und Lebensklugheit.

Gunther Schirmer
10. Juni 2006, 18:06
Betr. Boßdorf wechselt kritischen Kollegen aus
Wann schmeißt man den Kerl endlich raus? Offensichtlich ist doch erwiesen, dass er in der DDR eine Spitzel-Ratte war. Und so einer ändert sich nicht so einfach. Wie man immer wieder sieht. Boßdorf muss einfach weg aus diesem Beruf. Und wenn er nicht selber geht, muss man ihn feuern. Es gibt da sicher noch mehr von dieser Sorte. Wahrscheinlich kann man beim Kittelschürzen-Sender MDR fündig werden. Aber solange sich die alten Stasi-Kader über uns totlachen und in ihrem Alterswahn ungestraft ihre Treffen durchführen können, wirkt so ein Boßdorf geradezu als harmlose Petze.

Thomas Kistner
5. Juni 2006, 17:40
Beckenbauer rügt Fehlentwicklung im Fußball
Viva la Fifa! Im Freudentaumel über die WM haben Politiker und Funktionäre unser Land an den Fußball verschachert. Nun regiert eine ungezügelte Macht, für die nur der Profit zählt.

Wolfgang Bastian
5. Juni 2006, 10:25
Betr. Neonazi-Konzert Thüringen
Der Einsatz der Polizei in Bad Langensalza wird dazu führen,dass die Teilnehmer der erwähnten Veranstaltung sich erst recht bestärkt fühlen werden,so weiter zu machen. Wer gerade die Polizei als Allheilmittel gegen rechte Ideologie betrachtet, hat bereits verloren.

Stefan Herre
3. Juni 2006, 23:03
Forderung der Grünen
Nur wenige Tage nach dem Übergriff auf den Grünen-Politker Volker Beck in Moskau kommt also wieder der übliche gutmenschliche Empörungs-Reflex zum Tragen: Die Grünen sind «bestürzt und beschämt» und fordern vehement den Rücktritt des Russlandkoordinators der Bundesregierung, Andreas Schockenhoff. Der CDU-Politiker hatte es doch tatsächlich gewagt, nicht in den Betroffenheits-Chor der Politisch-Korrekten einzustimmen, sondern die Beck-Reise nach Moskau als das zu bezeichnen, was sie in Wirklichkeit auch war: Polittourismus! Begleitet von extra herbei zitierten deutschen Kamerateams glich das ganze in der Tat mehr einer medialen Selbstinszenierung als einem vordergründig altruistischen Eintreten für die Rechte von Homosexuellen. Dass sich bei dem Spektakel ein Russe - ich korrigiere, es muss natürlich heißen: rechtsradikaler Russe -, der vielleicht das gesellschaftliche Allheilmittel nicht in der globalen Verbreitung von Christopher Street Days sieht, handgreiflich wurde, kam Beck nicht ungelegen. Blutspritzer, Kameras draufhalten, OnAir-Empörungs-Statement - und fertig ist die grüne Top-Story für die Hauptnachrichtenzeit. Schockenhoff hat den plumpen PR-Trick erkannt und dafür gebührt ihm nicht der Rücktritt, sondern Dank für das mutige Aussprechen unpopulärer Tatsachen!

Gerhard Dörries
1. Juni 2006, 13:39
Betr. Privat-Fotos aus Rache ins Netz gestellt
Groß ist jetzt die Schadenfreude über Amir Massoud T. - um den ganzen Globus herum. Inzwischen ist die Seite auf tausenden von Domains gespiegelt oder kommentiert (zur Zeit bei Google: 10.200 und es steigt stündlich). Die Bilder werden für immer im Web kursieren - auch wenn die gutbesuchte Blog-Seite (2,5 Millionen Besucher) lange geschlossen sein wird. Amir könnte das aber nutzen und eine Karriere als Popstar oder Pornodarsteller beginnen ... Der betrogene eBay-Käufer «spikytom» (lt. eigenem Screenshot eBay) kann allerdings ein größeres Problem bekommen, und ein teures dazu, sofern er die Seite erstellt hat. (Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Personen, Urheberrechte der Pornobilder). Die Frustration über den Betrug ist zwar nachvollziehbar, aber Selbstjustiz vielleicht nicht unbedingt das richtige Mittel. Und wenn er viel Pech hat, dann passiert ihm möglicherweise auch noch ein «Unfall». Das hätte man geschickter anstellen müssen und können und den gleichen Effekt erzielt ...

 
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