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Leserbriefe im Januar 2005

18. Jan 2005 13:14
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Doro Frost
17.01.2005, 17:37 Uhr
Betr.: Mord an Moshammer
Als Hete, die Mosi sehr mochte, interessierte ich mich dafür, was andere über den Mord an Herrn Moshammer meinen. Ich rege mich zur Zeit derart über mein Umfeld und die Presse auf, daß ich kaum beschreiben kann, was ich fühle.

Ich hab‘ geheult wie ein Schloßhund als ich davon erfuhr und versuchte mich, mit meinen Freunden und Bekannten (die auch schwule und lesbische Freunde haben) auszutauschen.
Was ich da an Reaktionen auf meine Fassungslosigkeit bekam, entsprach genau dem, was man der Berichterstattung der Presse entnehmen kann.

Es wurde da von „typisch Stricherszene“ gesprochen. Die Presse hat nun schon ganze Arbeit geleistet, Klischee über Homosexuelle bedient. Als seien alle Schwule Stricher und alle Stricher sind Junkies und alle Junkies brauchen Kohle und töten dafür den, der’s hat! Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich zur Zeit kotzen muß.

Da bekommt man noch andere Aussagen zu hören: „Er ist doch selbst schuld. Was holt er sich einen Stricher in die Wohnung?“ „Er führte ein Doppelleben. Einerseits die Schickeria, andererseits das Schwulen-Milieu.“ „Wenn er sich nicht outet und keinem davon erzählt...“ blablabla etc. pp.

Selbst schuld, daß man ihn ermordet hat???? Dieser Stricher wird doch nicht der erste in Mosis Wohnung gewesen sein! Und was für ein Doppelleben? (Oh, ja klar. Weil ich nicht sage, daß ich einerseits heterosexuell bin, auf wesentlich ältere Männer stehe, ab und zu meinen biologischen Vibrator kontaktiere und andererseits im Mittelstand lebe. Wow, was führe ich für ein Doppelleben!!!!????) Und warum hätte er sich outen sollen? Es war doch ein offenes Gerücht, daß er schwul war. Warum hätte er darüber sprechen sollen oder sich noch outen? Warum fährt er mit dem stadtbekannten Mosi-Royce des öfteren auf den Strich? Damit keiner von seinem Doppelleben erfährt?

Oh Göttin!

Die Polizei äußerte, daß der Typ gegen 23 Uhr mit Mosi nach Grünwald fuhr und Mosi ca. 0 Uhr ermordete, weil dieser ihm nach dem Sex die versprochenen 2.000 Euro nicht geben wollte.
Im Grunde genommen, wäre das natürlich eine Sauerei aber kein Grund für einen Mord.
Aber selbst ein Mosi gibt doch nicht für 1 Stunde Sex mit einem ungepflegten Typen, den er 'mal soeben am Bahnhof einlädt, 2.000 Euro aus? Selbst, wenn der Typ den goldenen „Willi“ hätte wäre dieser Betrag doch „etwas hoch“, oder?

Wie blöd ist der Mörder eigentlich? Und wie blöd sind diejenigen, die lesen, daß er zwar bei Mosi in den Wagen steigt und mit ihm einen Preis aushandelt und die dann immer noch glauben, daß der Typ kein Stricher ist. Weil er wiederum eine Freundin und ein Kind hat, ist er natürlich auch nicht schwul? Wer hat denn hier ein Doppelleben geführt? Mosi oder doch eher sein Mörder.

War mir schon klar, daß Mosi wegen eines Mißverständnisses bzw. Verständigungsproblemen ermordet wurde.
Einen solchen Betrag zahlt man in mir bekannten Kreisen einer Edel-Hure für eine ganze Nacht, nicht jedoch einer Hure vom Straßenstrich.


Martin Schäfer, Gießen
15.01.2005, 09:02 Uhr
Betr.: Ströbele fordert Islam-Feiertag
Mal abgesehen davon, dass Uli Hoeneß sicher keine Einblicke in die Schalker Finanzen hat, für uns sind diese Attacken nichts Neues. Der Föhn-gehärtete Uli Hoeneß, der bekanntlich hervorragend austeilen (aber leider nicht einstecken) kann, attackiert wieder einmal - natürlich außerhalb des grünen Rasens - die ärgsten sportlichen Konkurrenten des FC Bayern, derzeit wohl Schalke 04 und der VfB Stuttgart.
Wir messen - wie auch z.B. der Manager von Schalke 04 Rudi Assauer - diesen verbalen Attacken keine Bedeutung bei. Es ist halt das übliche arrogante und hinterhältige Spielchen der «FC-Bayern-Abteilung Attacke», die so versucht von eigenen (sportlichen?) Problemen abzulenken und die sportlichen Konkurrenten außerhalb des Fußballplatzes verunsichern und in kreditgefährdender Weise schädigen will. Wir hoffen jedenfalls, dass sich die sportlichen Konkurrenten davon nicht negativ beeinflussen lassen und dass die Deutsche Meisterschaft und andere Fußball-Wettbewerbe noch auf dem grünen Rasen sportlich fair entschieden werden.


Norbert Spittka, Bochum
ehem. Bochumer Opel Mitarbeiter
Ersatz-Betriebsratsmitglied und Vertrauensmann
13.01.2005, 17:32 Uhr
Betr.: Opel weist Vorwürfe über Abfindungen zurück
Der Gesamt-Betriebsratsvorsitzender Klaus Franz wird nicht nur intern, sondern mittlerweile auch schon in den Medien als «Vorstandsversteher» dargestellt. Diesen «Titel» hat er sich mit Recht verdient.

Klaus Franz versprüht auf der gesamten Linie Optimismus, um Außenstehenden klar zu machen, bei Opel würde es keine Probleme mit den angebotenen Abfindungen und Wechsel in die Auffanggesellschaften «Mypegasus» und «BAQ» (IGM nahestehend) geben.

Das Gegenteil ist aber der Fall. So wie Lothar Marquardt, Betriebsrat in Bochum mitteilte, durften dort gerade mal eine Handvoll Leute das Abfindungsangebot unterschreiben, und auch nur diejenigen, die über einen kurzen Zeitraum bei Opel beschäftigt sind und deshalb eine niedrige Abfindung, zwischen 40.000 und 60.000 Euro Brutto, bekommen werden. Diese Kolleginnen und Kollegen wechseln dann für ein Jahr in die Auffanggesellschaft und sind danach faktisch arbeitslos, weil es im Ruhrgebiet sehr schwer sein wird einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Kolleginnen und Kollegen, die bereits mehr als 20 Jahre bei Opel sind, verweigert man zurzeit die Abfindung. Diese Leute sind GM/Opel einfach zu teuer. Der Vorstand hat sich bei den Abfindungshöhen glatt verkalkuliert. Ein neuer Skandal ist vorprogrammiert.

Die Verunsicherung in den Opel-Werken ist riesengroß. Sowohl im Rüsselsheimer Stammwerk als auch im Bochumer Werk geht unter den Kolleginnen und Kollegen die nackte Angst herum. Keiner möchte sich später auf der Liste der «Aussortierten» wiederfinden. Hinzu kommt noch, daß diese von ihren Vorgesetzten massiv unter Druck gesetzt werden. Die monatelangen Horrornachrichten, die durch den GM/Opel Konzern in die Medien lanciert wurden, haben die Kolleginnen und Kollegen so zermürbt, daß man sich nun auch noch gegenseitig mobbt.

Nach meinen Informationen wird Opel bis Ende Januar nicht die geforderten Zahlen für die Auffanggesellschaften zusammenbekommen. Denn die Auffanggesellschaften, in Rüsselsheim «Mypegasus» und in Bochum «BAQ» sind eine Kündigung auf Raten und das wissen die Kolleginnen und Kollegen. Der Nervenkrieg wird daher seinen Lauf nehmen. Eine gütige Einigung zur Erreichung der geforderten «Abgänge» wird es daher nicht so schnell geben.


Gunther Schirmer, Leipzig
11.01.2005, 13:29 Uhr
Betr.: Schröder und die Flutkatastrophe
Es ist schon faszinierend. Nur ein Naturereignis genügt, um Schröder und seine Truppe wieder nach oben zu spülen.
Wenn man gemein wäre, würde man sagen, das kam ein Jahr zu früh.
Aber nächstes Jahr haben wir ja Fußball-WM in Deutschland. Sollten wir es wider Erwarten mal wieder schaffen und Weltmeister werden, dann ist die Wahl gelaufen. Warum? Weil Schröder sich entsprechend inszenieren würde und das Wahlvolk wäre begeistert. So sind wir nun mal, wir Menschen. Und die Deutschen sowieso.


Peter Curths
07.01.2005, 20:09 Uhr
Betr.: Nebentätigkeiten von Abgeordneten
Der Netzeitung sagte er, er habe «kein Problem» damit, wenn auch die Höhe der Zuwendungen veröffentlicht werde. Dies solle aber auf «freiwilliger Basis» geschehen.
Gleichzeitig verschafft sich der Finanzminister Zugang zu den Konten der Bürger bei allen Banken. Damit wird also manifestiert, von «berufener»
Stelle, Abgeordnete sind deutlich bessere Menschen, mit der Freiwilligkeit ist alles o.k., Unterschleif gibt es selbstverständlich nicht. Beim Bürger «draußen» ist es natürlich anders.
Geschichte ist ein geduldiger Kumpan, eines Tages werden die generellen Vorteilsnahmen, die sich in solchen Bevorzugungen zeigen, von ihr bestraft.


Thomas Grimm
06.01.2005, 21:03 Uhr
Betr.: Flutkatastrophe
Ich bin über der Höhe der Spende der Bundesregierung nicht einverstanden.500 Millionen EURO halte ich für Diebstahl am Steuerzahler bzw. an unseren Kindern.

Es gibt Berichte (z.B. Info-Radio) aus den betroffenen Regionen nach denen gespendete Kleidung und Lebensmittel von den Betroffenen weggeworfen werden, weil die Leute andere Kleidung tragen oder diese Art der Lebensmittel nicht mögen. Die Lager sind nach Aussagen von Reportern brechend voll. Ich kenne genug Möglichkeiten das Geld sinnvoll in Nationale Projekte zu stecken auch bei uns gebt es genug hilfsbedürftige Personen und Kinder.

Für Kitas oder Unterstützung für Mütter, Bildungseinrichtungen, Kindergeld und noch viel mehr .
Damit kann man zwar nicht international glänzen, aber man würde etwas für das eigene Volk tun und der demographischen Entwicklung entgegentreten. Entschuldigung ich vergas, es ist ja kein Geld da.


Agnes L.
03.01.2005, 21:00 Uhr
Betr.: Arbeitslosengeld II
Ich bin durch Google auf Ihre Seiten gestoßen, als ich mich darüber informieren wollte, ob es anderen Alg-II-Empfängern heute genauso ergangen ist, wie mir. Als ich Ihren Artikel gelesen habe, hat es mir beinahe die Sprache verschlagen.

Ich war bis her Sozialhilfeempfängerin, und warte nun schon seit längerer Zeit auf den Bewilligungsbescheid für Alg-II. Im Gegensatz zu anderen habe ich heute noch kein Geld und bin nur vertröstet worden. Weder beim Arbeitsamt, noch beim Sozialamt konnte mir jemand sagen, ob und was ich an Geld bekommen werde. Den Antrag habe ich bereits 02.11.04 eingereicht, musste dann allerdings noch Unterlagen nachreichen, weil etwas mit dem Mietvertrag und der Krankenkasse unklar war. Dieses Tat ich auch.

Nun, da offensichtlich alle versorgt sein sollen, die es betrifft, sitze ich hier, und darf morgen noch Mal sämtliche Behörden aufsuchen, um hinter dem Geld herzulaufen. Der Herr vom Sozialamt, mit dem ich heute sprach, meinte, ich solle morgen noch Mal anrufen, dann könne er mir mehr sagen. Er hat gut reden, seine Miete wird nicht zurückgebucht, ich hingegen sitze nun hier und kann mir den Kopf darüber zermartern, wie ich die nächsten Rechnungen begleiche, und das, ohne einen Anhaltspunkt zu haben, wie viel Geld, ob und wann irgendwas kommt.

Ich finde es sehr bedauernswert, das ich oft beobachten musste, und am eigenen Leibe zu spüren bekam, wie versucht wird, die Notlangen einiger weniger Bevölkerungsschichten in unserer Gesellschaft zu verharmlosen. Als Außenstehender, nimmt man das gar nicht so war. Als Betroffener aber, wird man meistens nur vertröstet oder wie ein Pingpongball von einer Zuständigen Abteilung zur anderen geschickt. Das lässt oftmals das Bild erscheinen, das man als sozial schwache oder bedürftige Person nur Staatsbürger der Dritten Klasse ist.

 
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