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Leserbriefe im November 2004

18. Nov 2004 15:14
Ihre Meinung zu aktuellen Themen.

Wolfgang Hering, Maintal
18.11.2004, 11:56 Uhr
Betr.: Folter-Prozess in Frankfurt
Ich hoffe nur, dass Herr Daschner Richter hat, die auch den gesunden Menschenverstand einsetzen.

Was hat dieser Mann eigentlich getan? Er hat versucht, einem Jungen das Leben zu retten, und dabei einem menschenverachtenden Täter Schmerzen angedroht; wohlgemerkt angedroht!! Welche Schmerzen haben der Junge und die Familienangehörigen, voran die Eltern, erleiden müssen. Denkt darüber die Frankfurter Staatsanwaltschaft auch mal nach.

Meines Erachtens gibt es einen Punkt an dem jemand seine Menschenwürde verwirkt, nämlich dann, wenn er vorsätzlich einen anderen Menschen tötet, bzw. dessen Tod billigend in Kauf nimmt. Es müsste deshalb in diesem Fall der Tatbestand der Gefahrenabwehr oder sogar Notwehr für Herrn Daschner greifen. Ich bin zwar kein Jurist, der das mit einer Paragraphenkette begründen kann, aber das sagt mir mein gesunder Menschenverstand.

Und daran krankt ja auch unser ganzes System, dass jeder alles mit Paragraphen bzw. Reglementierungen zu rechtfertigen sucht. Es gibt nun mal Situationen im Leben, wo man Verantwortung übernehmen und Zivilcourage zeigen muss und keine Zeit hat, sich juristisch abzusichern.

Ich verneige mich vor Menschen wie Herrn Daschner; denn solche Menschen braucht das Land und nicht solche, die nur an ihre Pension denken!!

Und der Stellenwert der Organisation Amnesty International ist bei mir drastisch gesunken, nach dem diese erklärte, dass Folter unter allen Umständen und ohne jede Einschränkung zu verbieten sei und sie ein entsprechendes Urteil erwartet. Den Begriff Folter halte ich im übrigen für diesen Fall als vollkommen überzogen.


Gunther Schirmer, Leipzig
16.11.2004, 13:09 Uhr
Betr.: Ströbele fordert Islam-Feiertag
Ab einem gewissen Alter wird man wunderlich als Mann. Ich kann da mitreden. Aber gegen diesen Herrn habe ich meine sieben Sinne noch ganz gut beieinander. Welches populistische Faß hat er da wieder aufgemacht? Steht er unter Druck? Natürlich können wir aus wirtschaftlichen Gründen auch einen kirchlichen Feiertag opfern, aber doch nicht zu Gunsten eines Feiertages für eine Religion, mit der kaum ein Deutscher etwas am Hut hat. Deutschland ist ein christliches Land und (noch) kein Mullah-Staat. Dies nur noch mal zur Erinnerung, Herr Ströbele.

Aber was will man von einem Menschen erwarten, der in einem Interessenten-Verein zur Lösung des wichtigsten deutschen Problems, nämlich des Flaschenpfands, tätig ist.


Reiner Moysich, Karlsruhe
16.11.2004, 20:08 Uhr
Betr.: Politiker fordern staatlich kontrolliertne Islam-Unterricht
Keine Toleranz gegenüber Intoleranz! Zu Recht warnen jetzt Politiker davor, dass es in Deutschland wie in den Niederlanden zu Gewalt zwischen moslemischen Einwanderern und Einheimischen kommen könnte. Und verständlich ist der Wunsch von Bundespräsident Köhler nach gegenseitigem Respekt und Toleranz, «da die Gesellschaft nur gemeinsam zum Wohl aller gestaltet werden kann».

Die Frage ist nun nur, wie dieses äußerst wichtige Ziel einer humanen Integration erreicht werden kann. Ich meine, mehrfaches ist dafür nötig:

1. Da die meisten gewalttätigen Auseinandersetzungen und Kriege der Vergangenheit und Gegenwart religiös begründet waren und sind - und zwar auf Grund allseitig unvereinbarer Absolutheitsansprüche -, sollte jeglicher Absolutheitsanspruch (allein die einzig richtige Weltanschauung zu haben) abgebaut und verboten werden, schriftlich oder mündlich verbreitet zu werden. Überall - so z.B. in allen Kirchen und Moscheen - müsste schriftlich und mündlich verkündet werden, dass man nur behaupten darf, dass die jeweilige Religion nur für einen selbst die «richtige, wahre Religion» ist - und nicht zugleich für alle anderen Menschen ebenso zu gelten hat.

Diese an sich selbstverständliche Toleranz und Mitmenschlichkeit (die den Menschenrechten entspricht) sollte in allen Staaten umgesetzt und seitens der UNO überprüft werden.

2. Jegliche Diskriminierung (bzw. Bevorzugung oder Benachteiligung) im Weltanschauungsbereich sollte abgebaut bzw. verboten werden, wie z.B.

a) Religionsunterricht an staatlichen Schulen - stattdessen neutrale Weltanschauungskunde für alle, in der objektiv über die verschiedenen religiösen und nichtreligiösen Weltanschauungen informiert wird, was zu einem besseren gegenseitigen Verständnis und sozialen Miteinander führen kann;

b) Kirchensteuer - diese höchst ungerechte Bevorzugung führt rechtlich sogar dazu, dass zwangsweise auch alle Nicht-Kirchenmitglieder bei Arbeitslosigkeit Kirchensteuer von ihrem Arbeitslosengeld bzw. ihrer Arbeitslosenhilfe zahlen müssen, also z.B. auch alle Muslime(!);

c) einseitiges Kopftuchverbot - stattdessen faire Einzelfallüberprüfung bei jeder(!) Lehrkraft mit erkennbarem Weltanschauungssymbol, ob eine intolerante Gesinnung vorliegt (nebenbei: nicht nur ein Kopftuch kann für Intoleranz stehen, sondern auch ein Kreuz, z.B. bei Mitgliedern von «Scientology» und „Ku-Klux-Klan“);

d) Feiertage nur für eine (zurzeit christliche) Religion - stattdessen nur integrative, weltanschauungsneutrale Feiertage, mit denen alle etwas Sinnvolles anfangen können.

Nur so könnte Deutschland endlich das werden, was das Bundesverfassungsgericht schon seit Jahrzehnten fordert: eine «Heimstatt» für all seiner Bürgerinnen und Bürger, egal z.B. welcher Weltanschauung.


Mike Hoffmann, Leipzig
13.11.2004, 23:00 Uhr
Betr.: Subvention energieintensiver Betriebe
ich finde es gut, dass Rot / Grün beabsichtigt, die Ausnahmetatbestände f. energieintensive Betriebe abzuschaffen. Es war eh nie nachvollziehbar, wieso der kleine Mann zum Sparen angehalten wird und die Großen die Energie verschleudern dürfen. Das ist nicht plausibel.


Hartmut Klein, Görlitz
12.11.2004, 11:31 Uhr
Betr.: Tod Jassir Arafats
Nun wird noch posthum eine Randfigur der Geschichte, einer für die Israelis leidvollen, verlustreichen Geschichte auf einen Schild gehoben, der ihm nicht
zukommt: Arafat, allenfalls für die Palestinenser eine Gründerfigur, war, und daran ist kein Zweifel, ein äusserst blutrünstiger Terrorist und Mörder, der Israel mit aller Macht vernichten wollte. Man darf niemals vergessen, was die Fatah, seine bedenkenlos ausführende Mördertruppe, in Jahrzehnten ihrer Existenz alles liquidiert hat: Da war die Olympiade in München, wo die Fatah sogar deutsches Heeresgut, bezahlt vom deutschen Steuerzahler, vernichtete, ein paar israelische Sportler fanden dabei den Tod, da gab es vielfachen Mord an unschuldigen Kleinkindern in israelischen Schulen und Kindergärten, wo ganze Klassen auf seinen Befehl ausradiert wurden und jetzt sind wiederum ca. 3000 zum grossen Teil junge Israelis und natürlich die Selbstmordattentäter, Kinder, den der den Kopf hat verdrehen lassen, mit Hilfe des Geldes aus Bagdad, umgebracht worden sind, von Flugzeug und Schiffsentführungen ganz zu schweigen. Ein Betrüger, weil er die zum Infra- trukturaufbau seines von ihm von den Israelis abgepressten Territoriums laufend EU-Gelder erhalten hat, die z. Teil jetzt von seiner tobsüchten Frau in Frankreich ausgegeben werden, die das Abschalten der Medizingeräte hinausgezögert hat, um Zeit für ihre abschliessenden finanziellen Manipulationen zu finden, zum Teil für Waffenkäufe gegen Israel. Nur gut, das Herr Sharon zum Schluss extrem hohen Druck gegen ihn ausgeübt hat, der ihn körperlich den Rest gegeben hat. Welt, atme auf, ein Stück stinkender Dreck weniger!

Arafat muss in den Köpfen einer gerecht denkenden Gesellschaft, gleich welcher Religion, als einmal existierend gestrichen werden, damit man sich posthum nicht noch die eigenen Finger daran be- sudelt. Arafat, ein pseudoilamischer Hitler, ein Polpoth, der Abschaum vom Abschaum. Es spricht der Hohn, das das AA Herrn Fischer noch mal hinge- schickt hat, um gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen. Er hat nur ein positives Moment auf seiner Seite: unsere Gesellschaft ist an Arafat nur insoweit interessiert, das man ihm dann Geld hinten hineinschob, um ihn ruhig zu halten,wenn es sich abzeichnete, das er für unseren Auslandtourismus gefährlich hätte werden können. Arafat, Du hast der Menschheit mit Deinem Tod den besten Dienst getan.


Manfred Bartsch, Hamburg
10.11.2004, 09:38 Uhr
Betr.: Chinesen wollen saubere Autos
...meiner Meinung nach muss das Nachrüsten für die beteiligten Unternehmen deutlich teurer und schmerzhafter werden, als wenn sie von vornherein die westlichen Standards eingführt hätten.

Es ist wieder einmal typisch, dass die Industrie sich nur dann für die Umwelt interessiert wenn sie dazu gezwungen wird.


Stefan Herre
07.11.2004, 18:14 Uhr
Betr.: Abschaffung des 3. Oktober als Feiertag
Bei der ganzen Diskussion wird vergessen, dass die Linke den Tag der deutschen Einheit in all den Jahren eigentlich nie richtig verinnerlicht hat. Warum auch einen Tag feierlich begehen, der für den Zusammenbruch ihrer ideologischen Vision eines «real existierenden Sozialismus» steht?

Warum einen Feiertag immer wieder ins Bewusstsein der Menschen rücken, der unausweislich mit dem Namen des Einheitskanzlers Helmut Kohl verbunden ist? Der entlarvende Hintergedanke dabei: Ein Feiertag, der fest auf einen Sonntag gelegt wird, an dem die Menschen also «nicht frei haben», gerät sehr schnell in Vergessenheit.

Insofern war es geradezu folgerichtig, dass die Sozialdemokraten sich gerade diesen (für sie identifikationslosen) 3. Oktober ausgesucht haben und eben nicht den 1. Mai, den Tag der Arbeit. Letztendlich ist es der rigorosen Intervention des Bundespräsidenten zu verdanken, dass Schröder einen schnellen Rückzieher machen musste. 1:0 für Prof. Horst Köhler!


Frank Dohrmann, Borkwalde
03.11.2004, 20:12 Uhr
Betr.: Wahlergebnis in den USA
Bei den Wahlen wird betrogen und gelogen, daß sich die Balken biegen und man siegt mit einer Leitfigur, die die Trägheit eines Faultiers, die Hinterlistigkeit eines Spitzes, und Logik und Verstand eines unteren Primaten an den Tag legt. In andere Länder schickt man Beobachter zu Wahlen oder Leute mit der Knarre in der Hand zum erneuten Aufmischen, damit in Zukunft ja alles ordentlich demokratisch zugeht. Armes Amerika, arme Welt.

Wen kann es eigentlich heute noch wirklich wundern, wenn sich arme Teufel in armen Ländern mit sicherlich moralisch sehr verwerflichen und sehr unkonventionellen und verabscheuungswürdigen Mitteln gegen soetwas wehren?

Wielange denkt man so, wird das noch gutgehen können, wenn man nicht endlich auf ordentliche und friedliche Lösungen baut, die sicherlich der Rüstungsindustrie und dem Militär nicht unbedingt schmecken? Selbst in Deutschland ist man heute nicht mehr wirklich bewaffneten Einsätzen gegenüber - mit welchen Opfern verbunden auch immer - abgeneigt, wenn sie statistisch die Beschäftigtenzahlen erhöhen und die Wirtschaft ankurbeln.

 
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