Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Leserbriefe im Mai 2004

14. Mai 2004 12:33, ergänzt 04. Jun 2004 10:33
Ihre Meinung zu aktuellen Themen.

H. Klein, Ludwigsdorf
Betr.: Honeckers Urne soll heimkehren
30.05.2004, 12:20 Uhr
Ich habe eine sehr gute Idee für die letzte Ruhestätte der Überreste des letzten DDR-Diktators: Direkt am Rand der A2 in Helmstedt, da wo der ehemalige Grenzverlauf ist und wo das Nationalzeichen der DDR in einem Betonteil verankert war: jedermann soll während der Fahrt die Gelegenheit haben, faule Eier, irgendwelchen Müll, Spucke, Farbbeutel und ähnliches darauf zu werfen und damit seinen letzten Frust über das Mistregime zum Ausdruck bringen dürfen, so als letzten Hieb auf das Dreckschwein, das nichts aufgebaut, aber alles ruiniert hat. Jetzt soll die letzte Erinnerung an dieses Stück Hundescheiße vertilgt und sein Leben der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Dies wäre aus eine Genugtuung in Bezug auf das Ansehen Deutschlands in der Welt, mit dem es nicht zum besten steht, was die Vergangenheitsbewältigung angeht.

Johannes H. Boender, Adliswil, Schweiz
Betr.: Honeckers Urne soll heimkehren
29.05.2004, 14:06 Uhr
Ein frommer Mann will die Asche des Mannes «heimholen» unter dessen Befehl an der Mauer getötet wurde. (Ach Göttchen..)

Aus Braunau liegen vergleichbare Wünsche (noch) nicht vor. Aber, man kann offenbar nie sicher sein; am Pfingsten wehen die Winde bekanntlich wohin sie wollen. (Auch wenn es sich bloss um eine Furzidee handelt....)

Ulf Karrock,
Betr.: >Kölner Verwaltungsgericht verbietet Kaplans Abschiebung
27.05.2004, 21:59 Uhr
Mal wieder hört man etwas von unserem «Kalif» aus Köln. Doch man hört nichts von Konsequenzen an der Person, ihren Machenschaften und möglichen Folgen. Das einzige was man hört ist, dass er untergetaucht ist und sein Haftbefehl aufgehoben wurde, weil ihm angeblich die Rechtsgrundlage fehle.

Da frage ich mich als Bürger der BRD doch tatsächlich wie das denn sein kann. Hier sind eindeutige extreme und terroristische Tendenzen zu erkennen. Hier versucht jemand in Deutschland Leute seiner Gesinnung um sich zu scharen um dem Land, in dem er selbst lebt, zu schaden.

[…] Man stelle sich ein mal vor, jemand aus Deutschland, ein in Deutschland geborener, würde in ein anderes Land ziehen und dort anfangen andere Ausländer um sich zu scharen. Sich zu vereinen, um dem Land, das in beheimatet, zu schaden. Das erste, was mir dabei in den Sinn kommt, sind Begriffe wie «Betrüger», «Schmarotzer» oder «Hinterhältigkeit». Wie kommt man dazu solch radikalen Tendenzen einem Land gegenüber zu entwickeln, in dem man Leben darf(!).

Das wir in Deutschland ein Problem haben, mit Ausländern, die nicht richtig integriert wurden, und sich vielleicht auch nicht integrieren wollen, mit Ausländern die zwischen zwei Fronten stehen, zwischen der Kultur ihrer Eltern und Großeltern aus der Türkei oder aus anderen Ländern und zwischen der neuen Kultur hier, dem Unbekannten, darf nicht länger verdrängt und totgeschwiegen werden! Es ist einleuchtend, dass sich diese (überwiegend jungen) Menschen nicht unbedingt und nicht immer mit diesem Land identifizieren, aber warum wohnen sie hier, wenn sie dieses Land hassen und ihm schaden wollen? Warum ziehen sie dann nicht wieder weg, wenn es denn hier so schlimm ist?


Gunther Schenk
Betr.: Köhler liest Managern zu Unrecht die Leviten
24.05.2004, 19:09 Uhr
Warum kritisiert NZ-Miteigentümer Brunowsky den neuen Bundespräsidenten gerade dafür, dass dieser erklärt hat, sich nicht zum Interessenvertreter der Arbeitgeber aufzuspielen?

Der neue Bundespräsident wurde von zwei Parteien nominiert, in denen längst die neoliberalen Sozialhilfestreicher und Steuersenker das Ruder übernommen haben. Und Köhler selbst hat als Chef des Internationalen Währungsfonds auch nicht gerade sein Heil darin gesucht, soziale Ungleichheiten auf der Welt auszugleichen; im Gegenteil, auch und gerade unter seiner Ägide wurden der Prozess, der weite Teile der Bevölkerung armer Länder weiter verarmen lässt, aber nur einem Prozentsatz der Bevölkerung reicher Staaten nutzt, ihren Reichtum zu vermehren, fortgesetzt.

Brunkowsky glaubt, den Mittelstand gegen die ungerechtfertigen Angriffe des nun so «unparteiisch» agierenden Köhler verteidigen zu müssen. Seine Angriffe haben aber - so wie ich sie verstanden habe - in erster Linie den großen Konzernen a la Deutsche Bank, DaimlerChrysler und Ex-Mannesmann gegolten; ein Mittelständler hat i.d.R. nicht mehrere 10.000 Beschäftigte, die er herausschmeißen kann. Und Börsenkurse betreffen ihn in der Regel auch nicht, von da her argumentiert Herr Brunowsky von der falschen Seite her.


Reiner Moysich , Karlsruhe
Betr.: Horst Köhler zum neuen Bundespräsidenten gewählt
24.05.2004, 13:54 Uhr
Obwohl der designierte Bundespräsident Köhler bei seiner ersten Rede «inakzeptable Spaltungstendenzen in unserer Gesellschaft» beklagt, spaltet er selbst inakzeptabel, indem er seine persönliche Weltanschauung in den Vordergrund stellt.

Schon vor der Wahl hatte er erklärt, dass er sich einen Gottesbezug in der neuen EU-Verfassung wünscht, was genauso inakzeptabel ist, wie, wenn er sich wünschte, dass extra Bezug darauf genommen würde, dass es keinen Gott gibt (wenn er Atheist wäre). Und wenn er nun zum Schluss seiner Rede in Berlin wünscht: «Gott segne unser Land», so ist dies genauso wenig akzeptabel, wie, wenn er z.B. gesagt hätte: «Buddha segne unser Land» (wenn er Buddhist wäre). Wenn er wirklich - wie versprochen - ein Präsident aller(!) Deutschen und sogar auch aller(!) anderen in Deutschland lebenden Menschen sein will, müsste er - wie von der Verfassung gefordert - seine persönliche Weltanschauung sehr deutlich hinten anstellen. Bisher jedenfalls hat er mit seinen religiösen Aussagen die vielen Millionen Menschen diskriminiert, die berechtigterweise und begründet nicht an einen Gott glauben (wie z.B. ich als humanistischer Agnostiker).


Andreas Jedamzik , Rotenburg
Betr.: Sasser und die Folgen
24.05.2004, 13:54 Uhr
Das Beispiel Sasser zeigt nur zu deutlich, dass Microsofts Aussagen, man wolle sich vermehrt um die Sicherheit seiner Betriebssysteme kümmern, zumindest fraglich ist. Vielmehr scheint der Fall Sasser in erster Linie ein Anlass für Microsoft und viele User zu sein, nach Strafe, Schadenersatz und dergleichen zu rufen. Aber liegt hier wirklich nur eine kriminelle Handlung eines Crackers bzw. Hackers vor, oder handelt es sich nicht eher um ein Versagen der Firma Microsoft, die bekannte Lücken in ihren Betriebssystemen nicht geschlossen hat?

Der überwiegende Teil der Computernutzer setzt Microsoft-Betriebssysteme ein. Gleichwohl reagiert der Hersteller mit Ignoranz und Trägheit auf lange bekannte Sicherheitslücken in den Produkten seines Hauses. Microsoft kannte die nunmehr durch Würmer wie z.B. Sasser deutlich zutage getretenen Sicherheitslücken von Windows 2000 und Windows XP bereits seit langer Zeit und hätte die Verpflichtung gegenüber den Usern gehabt, die Lücken zu bereinigen. Dieses ist jedoch unterblieben. Liegt nicht zumindest ein Mitverschulden der Firma Microsoft vor, wenn wie hier in Kenntnis der tatsächlichen Lage keine Reaktion auf bekannte Probleme erfolgt? […]

Die Schadenersatzansprüche, die viele Firmen und Privatpersonen geltend machen wollen, sind nach meiner Auffassung aus den vorgenannten Gründen vielmehr an Microsoft zu richten als an die mutmaßlichen Täter. […]

Microsoft sollte sich überlegen, ob es sinnvoll ist, Kopfgelder für Informanten auszuloben, oder ob diese Gelder nicht vielmehr zur Unterstützung der Arbeit geeigneter Institutionen verwendet werden sollten. Damit wäre allen gedient!

Gerhard Dörries , Berlin
Betr.: Struck zieht keine Konsequenzen aus Wolffsohn-Äußerung
19.05.2004, 17:24 Uhr
Struck ziehe keine Konsequenzen, weil er keine rechtliche Handhabe habe, sagt er. Folter ist in Deutschland zum Glück schon durch Artikel 1 des Grundgesetzes unzulässig. Als Professor bei der Bundeswehr wird Herr Wolffsohn das wissen. Wir hatten in Deutschland eine Zeit, in der gefoltert und gemordet wurde, schon deshalb ist Äußerung wenigstens geschmacklos. Wäre die gleiche Aussage aus einem politisch anders orientierten Lager gekommen, wäre die entsprechende Person ihren Job bei der Bundeswehr (zu Recht) sofort los. […] Leider gibt es auf diesem Planeten zu viele Menschen, die Folter billigend in Kauf nehmen oder sie praktizieren.


Uwe Klostermann
Betr.: Leipzigs Olympiabewerbung gescheitert
18.05.2004, 14:21 Uhr
Der Schreibstil des Artikels verrät, dass in den Köpfen der Deutschen immer noch eine massive Mauer vorhanden ist. Wer Leipzig kennt (es soll ja immer noch Bundesbürger geben, die diese Stadt noch nie gesehen haben - wohl aber über sie urteilen), der weiß, dass diese Stadt sehr gut geeignet gewesen wäre. Es hätten Spiele ohne Gigantomanie geben können.

Halbherzig war aber auch die innerdeutsche Unterstützung. In den vergangenen Wochen und Monaten konnte man in fast allen Medien verfolgen, wie geringschätzig über die «größenwahnsinnigen Sachsen» oder die «ostdeutsche Provinzstadt» berichtet wurde.

Abgestraft wurde zwar in erster Linie Leipzig, aber in zweiter Linie ganz Deutschland - die Verantwortlichen dafür sitzen allerdings nicht nur in Leipzig.


Stefan Vogel, Ansbach
Betr.: Leipzigs Olympiabewerbung gescheitert
18.05.2004, 13:53 Uhr
Die Nichtnominierung der Stadt Leipzig ist die Quittung für die falsche
Entscheidung vom 12.04.2003, als man einer Stadt im Osten aus politischen
Gründen den Vorzug gab vor der besseren und auch wesentlich aussichtsreicheren Kandidatur der Stadt Hamburg. Ein wenig Schadenfreude kann ich mir jedenfalls nicht verkneifen. Wer kommt nun eigentlich für die verschwendeten Millionen Euro auf, die für die Kandidatur Leipzigs bisher überflüssigerweise aufgewendet wurden? Die verantwortlichen Politiker? Wohl kaum. Der Steuerzahler? Ja selbstverständlich, wie immer.

Reiner Moysich, Karlsruhe
Betr.: Köhler fordert Gottesbezug in EU-Verfassung
14.05.2004, 21:55 Uhr
Köhler verstößt mit seinem Wunsch nach einem Gottesbezug in der neuen EU-Verfassung gegen die klaren Vorschriften der Menschenrechte, dass keine Weltanschauung bevorzugt oder benachteiligt werden darf. Denn solch ein Bezug auf einen «Gott» würde alle Gottesgläubige bevorzugen und zugleich alle Nicht-Gottesgläubige benachteiligen, wie zum Beispiel Buddhisten, Agnostiker (wie mich), Atheisten und sehr viele Anhänger weiterer Weltanschauungen, welche nicht an einen Gott glauben.

Verantwortungsvolle und vorrangig am Gemeinwohl orientierte Politiker sollten realitätsgerecht und mitmenschlich denken und handeln: Es bestehen nun mal unbestreitbar die Tatsachen, dass sehr viele Europäer nicht gottesgläubig sind und außerdem es nicht möglich ist zu beweisen, ob es einen Gott gibt oder nicht. Nur äußerst egoistische Personen können fordern oder wünschen, dass die eigene Weltanschauung in eine Verfassung eingebunden wird, die doch für alle(!) Europäer - egal welcher Weltanschauung - ein gemeinsames Dach darstellen soll.

Mit genau dem gleichen Un-Recht, wie Köhler und andere es tun, könnten ebenso absurd Atheisten fordern bzw. wünschen, dass ihre Weltanschauung bevorzugt wird, indem in der EU-Verfassung Bezug darauf genommen wird, dass es keinen Gott gibt.


Georg Addison, München
Betr.: Wolfowitz gibt Verstoß gegen die Genfer Konventionen zu
14.05.2004, 11:22 Uhr
Jetzt wissen wir alle, warum die US-Administration stets den europäischen Gerichtshof abgelehnt hatte. Sie hat nämlich zu recht Angst gehabt, dass man irgendwann ihre eigene Staatsangehörigen (Soldaten) vor das Gericht stellt.


Christopher Klee
Betr.: Alcopos werden ab Juli deutlich teurer
11.05.2004, 18:55 Uhr
Ich bin fünfzehn Jahre alt und habe gerade mit Interesse Ihren Artikel über die Strafsteuer für «Alcopos» gelesen. Da ich selbst vor einem Jahr mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus lag (woran besagte Getränke nicht unbeteiligt gewesen waren), wird meine Meinung dementsprechend parteiisch ausfallen.

Nun, zum einen finde ich es gut dass die Regierung endlich was gegen den steigenden Alkoholkonsum der Jugendlichen getan hat. Ich selbst habe meine Schwäche für Hochprozentiges wegen verständlichen Gründen verloren. Zum anderen halte ich eine Preiserhöhung für nicht effizient genug. Konsumiert ein Jugendlicher explizit diese hochprozentigen Limonaden, werden ihm auch die 80 Cent mehr nicht daran hindern.

Eine Alternative wären schärfere Kontrollen beim Verkauf der Mixturen, bzw. härtere Bestrafung für diejenigen, die gegen die Richtlinien verstoßen. Erst vor einigen Wochen war ich, zusammen mit einem Freund, im Auftrag der Polizei Scheineinkäufe tätigen. Es war erschreckend, wie einfach es für uns war an Wodka, Zigaretten und Ähnliches zu kommen. Abschließend bleibt festzuhalten, dass es keine perfekte Methode geben wird, alle Jugendlichen am Kauf von «Alkopops» zu hindern. Auch künftig wird es Jugendlichen gelingen, Hochprozentiges zu kaufen und zu konsumieren. Eine Normlösung ist unwahrscheinlich.


Gerhard Dörries, Berlin
Betr.: Kerry: Bush muss Verantwortung für Misshandlungen in Irak übernehmen
06.05.2004, 10:13 Uhr
«US-Präsidentschaftsbewerber Kerry hat US-Präsident Bush aufgefordert, die Verantwortung für die Misshandlungen von Irakern zu übernehmen.»

Das ist nicht alles, für das Bush und Co. die Verantwortung tragen - und bestraft gehören. Anklagepunkte bei den Nürnberger Prozessen (1945 - 1949) waren:

1. Verschwörung gegen den Weltfrieden
2. Planung, Entfesselung und Durchführung eines Angriffskrieges
3. Verbrechen und Verstöße gegen das Kriegsrecht
4. Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Aufgrund dieser Anklagepunkte, auch einzelner, wurden die Machthaber und Handlanger des dritten Reiches zu Recht bestraft. Schade, dass die hohen moralischen Ansprüche heute nicht mehr gelten - jedenfalls nicht für «Sieger».


Rainer Keip
Betr.: Wirtschaft kritisiert Abkehr vom Sparkurs
03.05.2004, 10:17 Uhr
Es freut mich immer zu lesen, wenn Herr Hundt auf die Palme geht. Das zeigt mir, dass man auf dem richtigen Weg ist, die Arbeitnehmerschaft wieder mehr in den Mittelpunkt zu rücken und deren Kaufkraft, und nicht die der Vorstandsbosse zu stärken.

Herr Hundt hätte ja gerne wieder die Frohnarbeit eingeführt nach dem Motto «Trab , trab aufs Feld» , bei 45 Stunden Wochenarbeit und weiteren Entlassungen, weil ja die Arbeit von den verbliebenen mitgetragen wird. Und dann schnell den Betrieb ins Ausland verlagern um weitere Kosten zu sparen. Was aus Deutschland wird ist ihm ja eh egal. Der zieht sich auf seinen Sitz in Südfrankreich oder Schweiz zurück und erhält dann noch das Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband verliehen. Mein Gott wo sind wir hingekommen.

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.