03. Nov 2003 10:02, ergänzt 28. Nov 2003 12:24
Leserbriefe vom November 2003.
Günter Zühlsdorf, Isselburg
Betr.: CDU macht Druck auf Hohmann-Anhänger
26.11.2003, 16:59 Uhr
Bosbachs «klare Kante» ist Nonsens. Wer sich nach dem Leid in Istanbul so erbärmlich äußert, ist nicht berechtigt, den Hohmann-Freunden irgend etwas vorzuschreiben. Die Hohmann-Rede war weder antisemitisch noch 'unsäglich'. Der Mann ist ehrlich und ein guter Christ. Er kennt und zitiert die Bibel und handelt danach. Ein ehrlicher Freund Israels und der Juden. Die bolschewistischen Juden stützten als Atheisten die kommunistischen Verbrecher mit dem ethnischen Mord an 20 Millionen Menschen in der Sowjetunion (s. Schwarzbuch des Kommunismus!), die Nazi-Schergen waren ebenfalls Atheisten, die den Völkermord an den Juden kaltblütig durchführten. Dies zu vergleichen, ist durchaus legitim und geboten, damit sich solche Art von Totalitarismus nicht wiederholt. Uli Blumenthal
Betr.: Ecstasy kann Herzinfarkt auslösen
26.11.2003, 14:18 Uhr
Mal im Ernst: nach einer ganzen Flasche Whisky hätte ich wohl auch Herzprobleme; zumal in dem Beitrag nichts über den allgemeinen Gesundheitszustand des Mannes geschrieben wird. Raucher/Nichtraucher etc. - wenn man darüber nichts weiß, ist wohl alles (fast) reine Spekulation. Da von einem Beleg zu sprechen ist wohl mehr als hypothetisch.
Gunther Schirmer, Leipzig
Betr.: PR-Affäre um BA-Chef Gerster
26.11.2003, 14:01 Uhr
Es ist schon hochinteressant, welche Argumente aus irgendwelchen Hüten gezogen werden, um diese - im wahrsten Sinne - Räuberpistole zwischen den Herren Gerster und Schiphorst erklären zu wollen. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sich kaputtlachen. Aber so empfinde ich nur kalte Wut über soviel eiskalte Verantwortungslosigkeit dieses Herren. Er lässt sich im Zuge des Umbaus dieses riesigen Komplexes in Nürnberg seine Büroflucht für unvorstellbare Summen anpassen, um anschließend festzustellen, dass es in Berlin doch viel schöner ist und er Nürnberg sowieso nicht leiden kann. […] Wer kontrolliert eigentlich einen solchen Menschen? Und wer schmeißt ihn endlich raus? Oder wird das auch noch im Zuge des SPD-Herbstputzes nach Art dieser Partei unter den Teppich gekehrt? […]
Frank Dohrmann, Borkwalde
Betr.: PR-Affäre um BA-Chef Gerster
26.11.2003, 08:01 Uhr
Ich weiß nicht, auf welch hohem Ross Herr Gerster sitzt. Die Arbeitslosen müssen die Bundesanstalt für Arbeit doch sowieso so nehmen, wie sie ist - lange Wartezeiten, schlechter Service und Jobangebote, die schon lange nicht mehr aktuell sind. Warum müssen Beiträge von Mitgliedern für so einen Unsinn aus dem Fenster geworfen werden? Das Image der Anstalt ist doch seit Jahren gleich schlecht. Man sollte es mal mit Arbeit im eigenen Hause versuchen, die so organisiert wird, dass zum einen eingespart und zum anderen die Vermittlungsquote etwas effizienter wird. Manchmal hilft es auch, Effizienz dadurch zu schaffen, dass man darüber nachdenkt, wer an dieser Stelle am ehesten entbehrlich ist. Daran besteht aber im Moment in der Anstalt offensichtlich kein Interesse. Den Werbeetat kann man schadlos und getrost auf 0 setzen - das wären dann 250 Millionen mehr für die Arbeitslosen und: Der Staat hat nichts dazubezahlt.
Joachim Ortleb, Vorsitzender des Arbeitskreis Medizinpublizisten/Klub der Wissenschaftsjournalisten
Betr.: Medizinjournalisten im Dienste der Industrie
19.11.2003, 17:23 Uhr
Die von Frau Lange-Ernst geäußerte Meinung, dass eine Trennung zwischen PR und Journalismus «nicht wichtig» sei, widerspricht der Auffassung des Arbeitskreises Medizinpublizisten/Klub der Wissenschaftsjournalisten. Wir sind eine von drei Mitgliedsorganisationen des Verbandes Deutscher Medizinjournalisten (VDMJ). Schon vor vielen Jahren hat der Arbeitskreis in seinen «Standards für Medizinjournalisten» u.a. auch dazu Richtlinien veröffentlicht.
Wir wissen, dass die wirtschaftliche Situation freiberufliche Journalisten dazu zwingt, auch Texte für den PR-Bereich zu verfassen. Wohl aber existiert eine unumstößliche Richtlinie: keine Vermischung von PR und Journalismus. Wir sehen mit großer Sorge, dass in der Tat diese Trennung von manchen Kolleginnen und Kollegen sowie in bestimmten Medien nicht mehr eingehalten wird. Dieses darf nicht akzeptiert werden, wenn Medizinjournalisten, Medien, Verlage, Fernseh- und Hörfunksender ihre Glaubwürdigkeit erhalten wollen. Darum hat das Interview mit Frau Lange Ernst bei den Mitgliedern des Arbeitskreises Empörung und Protest ausgelöst.
Wir haben Frau Lange-Ernst aufgefordert, von ihrem Amt als Vorsitzende des VDMJ zurückzutreten.
M. Kunz, Ressortleiter Forschung, Technik, Medizin des Focus
Betr.: Medizinjournalisten im Dienste der Industrie
19.11.2003, 13:22 Uhr
Würde Frau Lange-Ernst als PR-Agentin für einen Autokonzern arbeiten und gleichzeitig als Autorin für Magazine tätig sein, könnte man ihre Bemerkungen zum Journalismus als naiv oder blauäugig abheften. Die unweigerliche Interessen-Verflechtung führte bei gut bezahlten Fahrberichten vielleicht dazu, dass einige Leser zum falschen Automodell greifen würden - was solls? Man hätte ja eine Probefahrt machen können!
Aber Frau Lange-Ernst macht die Pressearbeit für den Berufsverband der Frauenärzte und als Medizin-Autorin für verschiedenste Publikationen. Gerade dieser Fachbereich der Medizin ist in den letzten Monaten im Rahmen der Hormonersatz-Therapie durch skandalöses Verhalten aufgefallen: Der Verband, den Frau Lange-Ernst vertritt, lancierte Fehlinformationen noch nachdem Studien die Schädlichkeit der Hormonersatz-Therapie klar beweisen hatten (Focus 42/2002) und davor warnten. Weiterhin verschrieben deutsche Frauenärzte Hormonpillen und riskierten damit die Gesundheit von Millionen Frauen. Dieses eine Beispiel macht die Gefahren von Medizinkartellen und Pharmalobby klar - kaum ein Gesundheitsbereich ist übrigens von ähnlichen Verstrickungen verschont. Dieser Medizin-Filz verlangt - immer an die Gesundheit der Leser denken! - nach absolut sauberem Journalismus. Wer PR und Journalismus im Kopf nicht trennen kann, vermixt das Versprechen therapeutischer Wirkungen mit Risiken und Nebenwirkungen.
Wer so denkt, handelt grob fahrlässig. Solche Schreiber sind im Medizinjournalismus lebensgefährlich - bei Therapien und Operationen gibt es - im Gegensatz zur Probefahrt, um einen Autobericht zu verifizieren - keine Testmöglichkeit. Zur Entlastung der Kollegen, die dem nachhaltigen Werben um Mitgliedschaft im VDMJ nicht widerstanden haben, möchte ich sagen, dass Frau Lange-Ernstens Definition des Medizinjournalismus eine sehr seltene Einzelmeinung darstellt.
Wolfgang Merkel, Wissenschaftsredaktion
«Die Welt» / «Berliner Morgenpost»
Betr.: Medizinjournalisten im Dienste der Industrie
18.11.2003, 19:55 Uhr
Ich habe mit Bestürzung das Interview gelesen, das die Medizinjournalistin und PR-Managerin Maria-E. Lange-Ernst Ihnen bzw. der Medien-Zeitschrift «Message» gegeben hat. Darin bekundet sie, es sei unwichtig, dass PR und Medizinjournalismus getrennt arbeiten und in den Medien deutlich gemacht wird, auf wessen Mist und mit wessen Honorarzahlung ein publizierter Text entstanden ist. Auch sei es normal und nicht verwerflich, wenn ein so genannter Journalist für PR und Medien arbeitet und für seine Arbeit doppeltes Honorar bekommt. Für mich als Medizin- und Wissenschaftsjournalisten ist es unbegreiflich, wie Frau Lange-Ernst als Vertreterin eines Medizinjournalisten-Dachverbandes die unsägliche Vermengung von PR und Journalismus derart sanktionieren kann. Ich werde darauf hinwirken, dass sie ihren Posten als Vorsitzende des Verbandes aufgibt.
Mir ist bewusst, dass es einige Medien oder Redaktionen oder Redakteure nicht genau nehmen mit ihren redaktionellen Inhalten. Aus Kosten- und Zeitgründen werden gezielt oder hie und da zufällig-ungeplant Texte übernommen, deren Inhalte von PR-Agenturen, Firmen oder Institutionen erstellt wurden, denen es an der notwendigen sachlichen Unabhängigkeit fehlt. Für mich und unsere Redaktion kann ich jedoch sagen: Es wird alles in unserer Macht Stehende getan, um einen von wirtschaftlichen Interessen unabhängigen Journalismus zu gewährleisten. Auch wenn viele unserer freien Mitarbeiter nicht mehr ausschließlich für Medien arbeiten können, sondern auf ein PR-Zubrot angewiesen sind, so müssen Redaktionen konsequent auf solche Verflechtungen achten und dafür Sorge tragen, dass redaktionelle Inhalte streng von wirtschaftlichen Interessen getrennt bleiben. Das ist im Interesse der Leser und letztlich auch im Interesse der Medien, die auf den mitdenkenden Leser setzen.
Gunther Schirmer, Leipzig
Betr.: Grüne drohen Toll-Collect mit Kündigung
18.11.2003, 13:00 Uhr
Und so reiht sich bei dieser Regierung ein Flop an den anderen. Da fragt sich doch sicher die EU, wie dieses Land aus seiner katastrophalen Misere herauskommen soll. Und sich wieder im Rahmen des Stabilitätspaktes bewegen will. So unpatriotisch es klingt, aber ich bin strikt dafür, dass die EU allerschärfste Sanktionen gegen uns verhängt.
Vielleicht wacht man in Berlin dann endlich mal auf und begreift, dass Deutschland schon lange kein EU-Vorzeigeland mehr ist. Und erinnert sich daran, seit wann das so ist. Und zieht endlich die Konsequenz, die jeder anständige Mensch zieht, wenn er merkt, dass er etwas nicht kann. Hoffentlich ist es dann für unser Land nicht schon zu spät!
Georg Addison
Betr.: Schröder als SPD-Chef bestätigt
18.11.2003, 10:43 Uhr
SPD gibt Schröder letzte Chance? Kaum wohl, denn den ehrenwerten GenossenInnen ist mehr an Machterhaltung gelegen, als in die Opposition zurückzukehren. Schröder hat erneut eine Show abgeliefert, aber ob die GenossenInnen ihm das abgenommen haben, möchte ich sehr bezweifeln. Ich frage mich immer wieder: Wie viel Chance will der Basta-Kanzler noch bekommen? Er hat schon längst das Vertrauen der WählerInnen verloren.
Will er solange an der Macht bleiben bis er das Land ruiniert hatte? Will er weiter gegen das Volk regieren ? Wie viel FEHLER in der Politik kann sich ein Kanzler erlauben? Er und seine GenossenInnen haben schon längst Realitätssinn verloren!
Gerhard Dörries, Berlin
Betr.: Erste Raucherklage in Deutschland abgewiesen
14.11.2003, 22:05 Uhr
Erste Raucherklage in Deutschland abgewiesen - Gut so. «Jeder weiß, dass Rauchen zu schweren Gesundheitsschäden führt», sagte Richter Klaus-Peter Teipel. Und wann verschwinden endlich diese unsäglich häßlichen Aufdrucke auf den Zigarettenschachteln? Ein Verbrechen gegen jedes Design, ausgedacht und vermutlich auch «gestylt» von ästhetikfreien Bürokraten.
Gunther Schirmer, Leipzig
Betr.: Politiker kritisieren Gottschalk wegen TV-Wette
11.11.2003, 13:20 Uhr
Auf der einen Seite verstehe ich Herrn Thierse, der sich an die Regeln halten will. Aber wer hat eigentlich diese Regeln wann festgelegt?
Auf der anderen Seite sollte es doch möglich sein, dass der bekannteste deutsche Entertainer - und zu der Kategorie Entertainer zähle ich z.B. nicht Stefan Raab - ein wenig Fröhlichkeit in diesen doch meist trübsinnigen Laden bringt.
Oder hat man Angst davor, dass Gottschalk mal des «Volkes Meinung» verkündet?
Also trauen Sie sich mal, Herr Thierse und springen Sie über Ihren Schatten.
Dr. Jochen Beckord
Betr.: General wegen Unterstützungsbrief für Abgeordneten Hohmann entlassen
04.11.2003, 15:57 Uhr
Herzlichen Glückwunsch, Herr Struck, für diese schnelle und konsequente Entscheidung. Es wäre schön, wenn viel mehr Dinge in diesem Land entschieden, statt zerredet zu werden.
Ich haben den Brief von Herrn Günzel erst zweimal lesen müssen, um zu begreifen, mit welcher Unverfrorenheit sich ein hohen Repräsentant unseres Staates zu seiner braunen, undemokratischen und antisemitischen Gesinnung bekennt.
Dass viele Menschen unter der Hand und in Ihren Zirkeln offen so denken und reden, habe ich schon seit langem vermutet. Aber dass ein Brigadegeneral unserer heutigen Bundeswehr einen solchen Brief verfasst und öffentlich macht, scheint mir darauf hinzudeuten, dass er sich seiner Position recht sicher fühlt und auf viel Beifall aus dem rechten Lager hofft.
Knicken Sie nicht ein, Herr Struck, und schicken Sie Herrn Günzel auf einen Intensivkurs zum Thema «Innere Führung» und «Staatsbürger in Uniform». Möglicherweise hatte er während seiner militärischen Karriere keine Gelegenheit dazu, mal «reinzuhören».
Wolfgang Terhörst, Petershausen
Betr.: «Schröder hat sich auf seinen eigenen Absturz eingestellt»
04.11.2003, 09:58 Uhr
Herzlichen Glückwunsch zu dem hervorragenden Interview mit Professor Hickel. Endlich mal einer, der sich traut, aus dem herrschenden Mainstream von «richtige Richtung» usw. auszubrechen und klar zu sagen: so geht das nicht gut. Und das auch noch allgemein verständlich und nachvollziehbar formuliert. Glückwunsch auch zur Auswahl des Gesprächspartners. Diese Differenzierung vermisse ich immer öfter in unseren Medien.
Hartmut Grimm
Betr.: Friedman hält sich für rehabilitiert
04.11.2003, 09:45 Uhr
Also NEIN! So was selbstgefällig und borniertes, also wie gehabt der Herr Friedmann! Nur, wer braucht solche Typen? Taucht Herr Friedmann demnächst wie Herr Bohlen in jeder dritten TV-Werbung auf?
Armes Deutschland! Oder ist das als Ausruf schon zu sehr rechts? Mal sehen, was Herr Friedmann dazu meint...
Was uns fehlt sind Leute mit Fachkenntnissen und mit gesundem «Menschenverstand». Meinetwegen auch welche mit «Bauernschläue», aber niemals solche Nasen!
Gunther Schirmer, Leipzig
Betr.: Intel gibt Hoffung für Chipfabrik auf
03.11.2003, 14:27 Uhr
Solche Vorhaben kann man nicht in Brandenburg planen und schon gar nicht durchführen. Problemlos geht so etwas in Sachsen und da am besten in der Region Leipzig. Sie wollen einen Beweis? Dafür steht BMW und Porsche. Die Leipziger wissen, wie so etwas geht.
Dr. Rafael Korenzecher, Berlin
Betr.: Offener Brief an Martin Hohmann
03.11.2003, 02:29 Uhr
verzeih mir, dass ich mich auf diesem Wege zu so früher Stunde und dann auch in derart vertraulicher Form an Dich wende. Aber die Brücke, die Du in so treffgenauer Weise zwischen uns geschlagen hast gibt mir den Mut dazu. Nein, da musst Du gar nicht zu bescheiden sein und deine schöne Rede wegen des unsinnigen Heuchelgeschreis der - ich darf Dich doch zitieren ? - «der allgegenwärtigen Mutzerstörung im nationalen Bewusstsein» bereits zum Opfer gefallenen Kleingeister wieder herunterspielen. Was kannst Du von denen schon erwarten, da haben dich ja gottlob Deine mit dir auf Deiner formidablen Homepage so wunderbar verlinkten Freunde vom Arbeitskreis Konservativer Christen (www.a-k-c.de) in ihren Traktaten zur «Deutschen Vergangenheit» schon richtig vorgewarnt.
Nein, enttäusche mich nicht und knick nicht aus Gründen der Parteiraison gegen Deine eigene Überzeugung ein. Bleib Dir und Deiner jahrelang gelebten Linie treu. Sei ganz Du, so wie auf den schönen Vortragsabenden vor den deutschen Burschenschaften und Vertriebenenverbänden, die Du immer so geliebt hast und die Du so schön auf Deiner Website illustrierst.
Du bist ein guter Vertreter Deines Volkes und hast wirklich keinen Grund Dich zu entschuldigen, wie es Deine Chefs von der CDU jetzt halbherzig von Dir verlangen müssen. Schon gar keinen Grund hast Du verlegen zu sein wegen des Lobs, das Du hier von einem Juden bekommst.
Im Gegenteil, du hast allen Grund stolz zu sein, stolz wie ich es jetzt auf Dich bin, Du mein Vertreter. Ich mag jetzt gar nicht mehr daran denken, dass diese Vertretung bisher von beiden Seiten eher mehr widerwillig geschah, aber das ist ja nun endgültig Vergangenheit.
Du hast Nähe geschaffen. Nähe zwischen Dir und mir. Was die vielen, dem deutschen Volk - an Deinem entschiedenen Widerstand vorbei - ausgesaugten Milliarden erzwungener Entschädigungsleistungen nicht annähernd erreicht haben und auch niemals erreicht hätten, hast Du mit einer einzigen Rede erledigt.
Wir sind jetzt Brüder. Brüder im Geiste und Brüder in der Tat, so als Angehöriger eines Tätervolkes zum Angehörigen eines anderen Tätervolkes. Wie gut das tut und wie das befreit - Du und ich - Komplizen für die Ewigkeit. Nie hätte ich es zu glauben gewagt. Und da faseln die «national Mutzerstörten» ( ich liebe Deine Wortwahl) auf Deiner und die ewigen Nörgler auf meiner Seite von Belastung und geschichtlicher Hypothek, von besonderem Verhältnis und Befangenheit zwischen Deutschen und Juden.
Welche Belastung, welche Befangenheit - die deutsche Geradlinigkeit und die klare Sprache von Menschen wie Du beweisen: das ist alles längst überwunden, da gibt es keine Schuld und schon gar keine Befangenheit. Mut hast Du mir gemacht durch Deine großartige ' WirTäterUnterUns-Rede', die Du - ganz Vertreter Deines Volkes - Deinem politischen Gewicht entsprechend auf so bedeutender Bühne wie Neuhof, oder war es vielleicht sogar Neudorf, dem - seinen Atem anhaltenden Weltpublikum - geschenkt hast.
Dabei hast Du mit dem Dir eigenen politischen Instinkt Deine Verantwortung um die gebeutelte Wirtschaft unseres Landes im allgemeinen und die angespannte Absatzlage der Autoindustrie im besonderen nicht einen Moment aus den Augen verloren. Mit der Würdigung der großen Verdienste Henry Fords um die längst überfällige Gleichstellung der Juden mit den ihm befreundeten deutschen Nazitätern, hast Du neben einer Harmonisierung des deutsch-jüdischen Verhältnisses einen bedeutsamen Beitrag zur Verbesserung der Absatzlage der gleichnamigen Autofirma und zur Sicherung deutscher Arbeitsplätze am Standort Deutschland geleistet.
Beschämt hast Du mich aber vor allem mit den wundervollen versöhnlichen Worten über das gegenseitige Leid und Unrecht, die Du im Nachgang zur Vervollkommnung und Abrundung Deines beeindruckenden Ford-Marketing-Auftritts für die stets unverbesserlichen Gegner unserer Verbrüderung gefunden hast.
Da Du mit Deinem Beitrag, mir und meinen jüdischen Mittätern bereits ein über jede Dir zuzumutende Belastbarkeit hinausgehendes Maß an Gerechtigkeit und Verständnis entgegengebracht hast, kann ich als Dein neuer Freund und Angehöriger des von Dir neu entdeckten Tätervolkes nicht derart beschämt zurückstehen und möchte daher die sich mir hier bietende Gelegenheit nutzen, um folgerichtig Abbitte zu tun:
1. Für alle Deutschen, die jemals als Bürger eines jüdischen Staates von einem Tag auf den anderen ihrer Bürgerrechte beraubt worden sind und mit Berufsverboten für ihre Ausbildungsberufe belegt wurden.
2. Für alle Deutschen, die jemals von Juden sichtbar zum Zwecke der Diffamierung und Entrechtung markiert worden sind und denen unter drakonischen Strafen verwehrt wurde Theater, Kinos, Kultur- und Sportstätten zu besuchen und Mitglieder in Vereinen und Berufsverbänden zu sein.
3. Für alle Deutschen, die jemals von Juden zwangsenteignet worden sind und gezwungen wurden machtlos zuzusehen, wie ihre Kirchen und Gemeindezentren und Geschäfte und Wohnungen von Juden aufgebrochen, verwüstet und angezündet worden sind.
4. Für alle Deutschen, deren Familien jemals von Juden auseinandergerissen worden sind, deren Väter, Mütter, Kinder und Geschwister willkürlich auf der Straße, in ihren Arbeitsstellen und in ihren Wohnungen zu beliebigerTages und Nachtzeit von jüdischen Polizisten oder SS-Leuten festgenommen, verschleppt und deportiert worden sind.
5. Für alle Deutschen Männer ,Frauen Kinder und Säuglinge, die ´von Juden in besonderen Stadtbezirken unter nahezu völligem Abschneiden von jeder Versorgung mit Nahrung und ärztlichen Notwendigkeiten eingepfercht und ghettoisiert worden sind.
6. Für alle Deutschen, die von Juden in ganz Europa systematisch gejagt, verfolgt und in sogenannten Konzentrationslagern interniert worden sind.
7. Für alle deutschen Frauen, Männer, Kinder und Säuglinge, die jemals von Juden in zahlreichen KZ's hinter Stacheldraht und unter permanenter Bewachung in menschenunwürdigen Baracken gehalten, der täglichen Willkür jüdischer Schergen augeliefert, gequält, zu Zwangsarbeit gezwungen, sexuell und zu medizinischen Versuchen missbraucht, gefoltert, verstümmelt, erschlagen, erschossen und letztendlich systematisch massenvergast worden sind.
Da mein Erinnerungsvermögen, wie das aller Täter etwas zu wünschen übrig lässt, kann ich Dir nicht wirklich zusichern, dass ich damit schon alle Greueltaten aufgezählt habe, was aber meine Abbitte nicht schmälern soll.
Nun mein Bruder von der parallelen Tätergruppe, etwas neugierig macht es mich schon, ob Du, wenn all dies unsererseits wirklich so geschehen wäre, wie es umgekehrt von Deinem Tätervolk an uns vollzogen worden ist, immer noch so unbefangen im trauten Kreis Deiner Wähler von der Gleichgewichtung des Leidens und der gegenseitigen Schuldzuweisung schwadronieren würdest.
Mir bleibt nur, Dir im Interesse aller Menschen zu wünschen, dass Dir die Überprüfung dieser Frage für immer erspart bleibe.
Aufrichtig, Dein Bruder vom anderen Tätervolk
Dr. Rafael Korenzecher
(Herausgeber Jewish Berlin Online)
Holger Methner
Betr.: Stolpe sieht in Schröder einen Helden
02.11.2003, 23:18 Uhr
Ich kann mich so langsam nur noch an den Kopf packen wenn ich lese oder höre was unsere Politiker für einen geistigen Müll von sich geben. Wenn Herr Schröder erst 2002 gemerkt hat, dass hier was falsch läuft, hat er wohl ein paar Jahre verschlafen. Das Beste wäre wahrscheinlich man würde die gesamten Abgeordneten auf den Mond schießen, und den Bundestag mit normalen Leuten die auch auf dieser Welt leben und denken, neu besetzen.
Da wird an allen falschen Enden und Ecken gespart, und woanders das Geld mit vollen Händen sinnlos rausgeschmissen. Ich würde den Leuten im Bundestag empfehlen, mal drei Tage mit offenen Augen durch unser Land zu laufen, da ist dann leicht zu sehen wo wirklich gespart werden kann ohne das es den meisten Leuten in diesem Land weh tut.
Übrigens würde ich an Hr. Stolpes Stelle im Moment den Mund halten, jeder private Mensch wäre nach dem Reinfall mit der Autobahnmaut wohl mit zigtausend Euro Geldstrafe oder Haft belegt worden, Geldstrafe (wenn möglich) wohl eher, damit diese Regierung (damit meine ich auch die Opposition) weiterhin aus dem Vollen schöpfen kann.