11. Sep 2003 09:07, ergänzt 26. Sep 2003 15:24
Leserbriefe im September.
Frank Dohrmann, Borkwalde
Betr.: Herzog-Kommission will Bürger belasten
26.09.2003, 12:48 Uhr
Mitunter wird es jetzt immer übler, das Geschwätz, welches man tagtäglich bezüglich der Sozialsysteme über sich zu ergehen lassen hat, zu ertragen. Natürlich hat Herzog – wie auch viele andere - Recht, wenn er meint, daß man auf der Habenseite nur dann zu etwas kommt, wenn man auf der Einnahmeseite kräftig zulangt.Es soll aber auch ähnliche Effekte geben, wenn man bei gleichen Einnahmen weniger zum Fenster hinauswirft oder über die Notwendigkeit gewisser Ausgaben oder über deren tatsächlich notwendige Höhe schlichtweg einmal nachdenkt. Gerade das macht aber leider keiner unserer allseits beliebten Politiker – wohl, weil die Schläge der Industrie offensichtlich stärkere Schmerzen bereiten als jene des gemeinen Volkes. Im Osten gab es für so etwas eine Losung: «Es wird alles werden, wie es bleibt... (nur das Geld, das bleibt nicht).»
Gunther Schirmer, Leipzig
Betr.: Bundeskanzler erklärt Wahlniederlage mit «schwieriger, aber richtiger Reformphase»
22.09.2003, 12:58 Uhr
Es tut mir leid! Herr Schröder hat nichts begriffen. Oder will es nicht begreifen. Beides ist schlimm genug. Dieses «epochale Ergebnis» in Bayern ist in erster Linie das Signal an Schröder und seine Genossen, dass sich die Menschen einen solchen Regierungsstil nicht mehr gefallen lassen. Und dass der Hauptverantwortliche für das größte deutsche Desaster nach 1945 endlich die Konsequenz ziehen soll und die Bühne räumen muss
Bis zur Bundestagswahl kann dieses Land nicht mehr warten. Wir sind ja jetzt schon kaputt. Also wachen Sie endlich auf Herr Bundeskanzler. Wir interessieren uns nicht für Ihr Privatleben wie Hund und Ferien. Wir wollen Sie nicht mehr sehen!
Peter Berger,
Betr.: Spekulationen um Lafontaines Comeback
18.09.2003, 00:59 Uhr
Ich als Saarländer und SPD freundlich gesinnt, der auch Oskar Lafontaine ''kennt'', sage, dass das Saarland, ein Bundesland indem nur Schulden verwaltet werden, einen Politiker wie Oskar Lafontaine nicht verkraften kann. Seine linke Einstellung bedeutet Rückschritt und das kann ein Land wie das kleine Saargebiet nicht gebrauchen. Wenn ein Wechsel an der Landesspitze, dann bitte einen reformbereiten Politiker der SPD und nicht einen Mann mit einer nicht ganz geklärten Vergangenheit.
Frank Dohrmann, Borkwalde
Betr.: Schweden lehnen Euro ab
15.09.2003, 14:26 Uhr
Wieder einmal ist der Katzenjammer in der EU groß - die Stimmung gegen den Euro in Schweden könnte Signalwirkung zeigen. Erinnern wir uns aber zurück. Die Installation dieser Gemeinschaftswährung ist auf die vorrangigen Bemühungen Deutschlands und Frankreichs zurückzuführen, Waigel höchst selbst gab ihr den Namen. Eine große Masse war für die Einführung in Deutschland nicht zu begeistern, so dass man sich bemühen musste, Volksentscheide gar nicht erst zum Zuge kommen zu lassen.
In Schweden haben wir sehen können, dass man mit dem Versuch, eine seit langem vertraute und nicht wenig geschätzte Währung verschwinden zu lassen, auch versucht, einen Teil der Identität und Kultur eines Volkes verschwinden zu lassen. Zudem hat sich die EU nicht in der Form bewährt, wie es immer wieder behauptet wird.
.. Respekt gebührt den Schweden für diese Entscheidung.
Gerhard Dörries, Berlin
Betr.: Israel schließt Tötung Arafats nicht aus
15.09.2003, 12:37 Uhr
Was ist das für ein Verständnis von Rechtsstaatlichkeit? Keine ordentlichen Gerichtsverfahren - Liquidierung, Mord. Wie wäre es, wenn man endlich an einem echten Frieden und Versöhnung zwischen den Palästinensern und Israel interessiert wäre? Dazu gehört, dass man den Palästinensern nicht weiter das Land, das Trinkwasser und die einfachsten Rechte zum Überleben entzieht. Und umgekehrt gehört selbstverständlich der vollständige Stop von Attentaten gegen Israel und seine Menschen dazu! Aber wen wundert es? Das einzige Land, dass im Nahen Osten für echten Frieden sorgen könnte, die USA, machen es nicht anders - oder was hat das Gefangenhalten von vermeintlichen «Terroristen» in dem US-Stützpunkt auf Cuba und die Erklärung der derzeitigen US-Regierung, man sei an Prozessen gar nicht interessiert, noch mit Rechtsstaatlichkeit, Völkerrecht oder Menschenrechten zu tun?
Hartmut Grimm, Harsewinkel
Betr.: Konkreter Tatverdacht nach Mord an Lindh
12.09.2003, 10:38 Uhr
Die Polzei in Schweden ist unter politischem Druck ebenso «verhaltensgestört erfolgsorientiert» wie bei uns, so dass bei einer solchen Tat fast schon spontan der übliche «unpolitische» Obdachlose als Täter herhalten muss.
Wer einen Politiker tötet, tut dies doch nicht aus einer Laune heraus! Ein durchgeknallter «Obdachloser» hätte irgendwo irendwen angefallen - wenn er denn klar genug dazu wäre - aber doch nicht an so einem Platz, wie ein Kaufhaus.
So kurz vor einem politischen Entscheid zuzugeben, was wirklich ist, das geht auch in Schweden nicht - der Wähler musss auch hier dumm gehalten werden, da man dort den Bürger anscheinend ebenso wie überall in der Politik nur als tumben Störfaktor, dem man die Meinung aufdrücken kann, ansieht.
Ich wette jetzt schon, das es wie bei ähnlich gelagerten Attentaten zum vorzeitigen Ableben des «ermittelten» Täters kommt - und Jahre später sich dann doch ein politisch motivierter Bekenner findet.
Stephan Köhnk, Scheessel
Betr.: Stoiber will Datenschutz für Sozialhilfeempfänger einschränken
11.09.2003, 20:02 Uhr
Zu den «neuen geistigen Blähungen» des werten Herrn Stoibers fehlen einem die Worte. Diesen kapitalen «Angriff auf den Datenschutz» von Herrn Stoiber kann man eigentlich nur mit der Forderung parieren, das dieser «Vorlaute Bajuware» doch endlich, wie schon so oft öffentlich gefordert, die Wahrheit über seine zahlreichen Verwicklungen in zweifelhafte Affären und Geschäfte offenbart.
Und dabei sollte er sich nicht hinter seiner «Freistellung von der Anwendung staatlicher Zwangsgewalt» als Abgeordneter verstecken. Auch seine Nebeneinnahmen, die er durch die Mitgliedschaft in zahlreichen Aufsichtsgremien erzielt, sollten im Hinblick auf die «soziale Symmetrie» öffentlich dargelegt werden. Herr Stoiber sollte hier mit einem guten Beispiel voran gehen ... ein gutes Beispiel in Richtung zum «gläsernen Politiker».
Wenn ich die Auftritte dieser «bayrische Fehlzündung» verfolge, erinnere ich mich immer wieder an ein Zitat von dem deutschen Journalisten Jürgen Werner (FAZ): «Der Volksvertreter, lateinisch: homo corruptionis, unterscheidet sich vom gewöhnlichen Vertreter, lateinisch: homo provisionis, dadurch, dass dieser dem Volk Versicherungen für Geld und jener das Volk mit seinen Versicherungen für dumm verkauft.»
Ferdinand Schulze
Betr.: Völler rastet nach Remis aus
09.09.2003, 10:30 Uhr
Ich kann den Ausbruch Rudi Völlers gut nachvollziehen. Es gibt - leider - Journalisten, die es scheinbar als ihre Aufgabe sehen, jeden «Zweiten» und «Dritten» im Sport sofort als erbärmlichen Versager darzustellen. Dieses ewige Miesmachen - nicht nur im Fußball - geht auch mir gewaltig gegen den Strich.
Ein berechtigtes Anzweifeln ihrer Kompetenz vertragen die Journalisten ganz und gar nicht. So kralle ich mich z.B. jedes Mal am Sessel fest, wenn freitags so ein ARD-Reporter versucht, das Training zu einem Formel-1-Rennen zu kommentieren. Wer so etwas nicht kann, weil er ganz offensichtlich nicht viel davon versteht, soll bitte etwas anderes tun.
Holger Fischer
Betr.: Völler rastet nach Remis aus
08.09.2003, 07:49 Uhr
Ich kann die Reaktion von Rudi Völler nachvollziehen und verstehen. Wenn man sich die Fussballübertragungen heutiger Zeit anschaut vergeht einem die Lust am Fussball. Die Herren Delling und Hartmann sollten einfach mal den Job von Hr. Völler übernehmen. Sie sind doch allwissend. Ebenso Hr. Netzer. Früher wurde in der Tat Standfussball gespielt. Hr. Netzer sollte sich mal ein paar Videos mit Spielen , in denen er mitspielte anschauen. Dabei besonders auf sich selbst achten!!!
Dieses «ausgewerte» und «nachbetrachten» nach solchen Spielen ist doch sinnlos. Rudi Völler und Hr. Skibbe sind diejenigen die etwas auszuwerten haben. Nicht Hr. Delling, Hr. Netzer oder Hr. Hartmann!
Also meine Herren Journalisten: Kümmern Sie sich doch um die journalistisch wichtigeren Dinge und überlassen sie das Fussballspielen denjenigen , die davon etwas verstehen.
Jerzy Wasner
Betr.: Berlusconi: Alle Richter sind verrückt
04.09.2003, 23:51 Uhr
Langsam frage ich mich, ob herr Berlusconi tatsächlich alle Tassen im Schrank hat. Sollte dies erneut ein Witz oder Missverständnis gewesen sein? Sollen solche Politiker noch Europa regieren bzw. mitregieren?
Ein Vorschlag um solche Pannen zu vermeiden: Alle Politiker sollen zum Psychiater. Von den einfachen Bürgern verlangt man, wenn er seine Autoprüfung nicht bestanden hat zu einem Idiotentest, für Arbeitslose die sich weiterbilden bzw. umschulen wollen gibt es ebenfalls Psychotest, warum eigentlich soll man keinen Test bei den Politikern durchfuehren?
Xenia von Xanthen, Witten
Betr.: Merkel fordert weniger Urlaub
03.09.2003, 14:21 Uhr
Frau Merkel versteht es gut, das Pferd beim Schwanz aufzuzäumen. Ohne Wirtschaftswachstum keine neuen Arbeitsplätze, meint sie, deshalb muß die hart arbeitende Bevölkerung, die ohnehin schon Überstunden ohne Ende «kloppt», weil niemand mehr eingestellt wird, also prinzipiell länger arbeiten und auf Urlaub verzichten.
Wenn dann die Wirtschaft tatsächlich wächst, arbeiten wir dann alle noch mehr mit noch weniger Urlaub, damit wir auch die gesteigerte Nachfrage befriedigen können. Es wird aber nicht ein Arbeitloser mehr dauerhaft dadurch beschäftigt. Vielleicht kann das mal jemand Frau Merkel begreiflich machen. Man sieht ja, was dabei rumkommt, wenn Sesselpupser sich Gedanken machen. Ich finde es einfach nur peinlich!