08. Aug 2003 15:30, ergänzt 01. Sep 2003 13:14
Karl-Hartmut Blesik
Betr.: Boxskandal in München
31.08.2003, 11:33 Uhr
Die zahlenden Zuschauer sollten nicht ihr Geld zurückbekommen, sondern noch was nachzahlen. Wer so blöd ist, Boxen ernst zu nehmen, ist doch selber schuld. Dem ZDF sollte man keine Vorwürfe machen. Auch Micky-Maus-Filme und Soaps haben ihren Platz bei den Öffentlich-Rechtlichen. Manfred Bartylla
Betr.: Rentenreform
30.08.2003, 12:22 Uhr
Milliarden an Steuergeldern und Beiträgen zu Sozialkassen werden missbraucht, zweckentfremdet und verschleudert. Jeder bedient sich so gut er kann und meint dabei, dass der andere ja noch viel unverschämter sei. Das ist der Sumpf, im dem wir bis zum Halse stecken und aus dem uns auch keine Rürupp-Kommission befreien kann. Erst einmal müssen Bosse, Funktionäre und Politiker Bescheidenheit und Sparsamkeit vorleben, bevor eben diese Herrschaften den Rentnern in die Tasche greifen und die Generation, welche den Laden in 50 Jahren harter Arbeit - 48-Stunden-Woche und 12 Tage Jahresurlaub - wieder in Schwung gebracht haben, noch einmal betrügen und bestrafen. Begonnen werden muss mit der Abschaffung der Doppel- und Dreifachpension für Politiker, mit der Zusammenlegung der Länder, Verkleinerung der Parlamente und Reduzierung der zahllosen Behörden.
Gerhard Dörries
Betr.: Polizei darf Castor-Transporte selbst verbieten
23.08.2003, 13:10 Uhr
Und ich dachte, dass wir in Deutschland in einer Demokratie leben, die sich durch Gewaltenteilung auszeichnet: Legislative, Judikative und Exekutive - offensichtlich nicht in Niedersachsen. Bleibt zu hoffen, dass die Pläne des niedersächsischen Innenministeriums sofort vom Verfassungsgericht gestoppt werden!
Dominikus Sahlmüller
Betr.: Clement will Pendlerpauschalen halbieren
21.08.2003, 11:12 Uhr
Ich finde es überaus erstaunlich, dass in der aktuellen Diskussion über die Pendlerpauschale niemand (auch nicht die Presse) darauf eingeht, warum diese eigentlich von dieser Regierung vor nicht allzu langer Zeit angehoben wurde. Für all jene die es vergessen haben: Es war als Ausgleich für Mehrbelastungen durch die Erhöhung der Ökosteuer.
Aber was interessiert Herrn Schröder sein Geschwätz von gestern, wenn es um Steuererhöhungen geht. Umso unverfrorener ist es, dass beide Regierungsparteien hier in Bayern mit dem Schlagwort «soziale Gerechtigkeit» Wahlkampf machen. Langsam aber sicher entsteht der Eindruck, dass derjenige der arbeitet in diesem Land immer mehr zum «Deppen» gemacht wird.
Manfred Bartylla
Betr.: Sahara-Geiseln sind wohlbehalten zurückgekehrt
20.08.2003, 17:43 Uhr
Natürlich steht zunächst einmal die Freude und Erleichterung über die glückliche Abwicklung des Sahara-Geiseldramas im Vordergrund. Mit Recht hat aber auch Herr Bosbach von der CDU die Frage gestellt, in welchem Maße die nun befreiten Geiseln an den entstandenen Kosten zu beteiligen sind. Wenn man nach dem Verursacherprinzip verfährt, ist die Sache klar.
In grob fahrlässigem oder gar als Vorsatz zu beurteilendem Verhalten haben die Teilnehmer dieser Kick-Safari ihr eigenes Vergnügen dem bekannten Risiko untergeordnet und können daher nicht erwarten, dass die Solidargemeinschaft der Steuerzahler die daraus entstandenen Hilfekosten zu tragen hat. So weit kann die Vollkasko-Absicherung unserer Spaß- und Lust-Gesellschaft nicht gehen. Auf keinen Fall. Ganz nebenbei bemerkt, wird uns Steuerzahler keine Geisel an den Einnahmen aus Exklusivrechten und Honoraren für Erlebnisberichte beteiligen.
Gerhard Dörries
Betr.: Hamburger Innensenator Schill entlassen
19.08.2003, 13:20 Uhr
Eine gute Entscheidung, Herr von Beust! Wenn es stimmt, daß Schill versucht hat, von Beust wegen seines angeblichen Lebenspartners zu erpressen, dann gehört «Richter Gnadenlos» mit den gleichen Maßstäben gemessen, wie Schill selbst Bagatelldelikte bestafte (versuchte Erpressung ist kein Bagatelldelikt) - nämlich hart!
Iris von Knorre
Betr.: Trittin fordert Ausbau erneuerbarer Energien
15.08.2003, 11:00 Uhr
Bei dem Treffen mit Bundeskanzler Schröder wollen die Energieriesen ihre Interessen durchsetzen. Eines davon ist, dass die Windenergie nicht weiter so stark wie in den vergangenen Jahren wächst, da sonst durch den Verdrängungswettbewerb noch mehr konventionelle Kohle- oder Atomkraftwerke vom Netz genommen werden müssten.
Wir sind selber Betreiber eines Blockheizkraftwerkes. Trotz der extrem hohen Strompreise an der Börse lohnt es sich für uns bei der Sommerhitze nicht, selber Strom zu erzeugen, da durch das Netzmonopol der Stromgiganten kleine Kraftwerke nicht angemessen vergütet werden. Wir würden für den von uns produzierten Strom derzeit nur rund fünf Prozent des Preises erhalten, zu dem dieser Strom an der Börse in Amsterdam gehandelt wird.
Diese Monopolstellung richtet einen großen volkswirtschaftlichen Schaden an, weil sie sich auf Kosten der Verbraucher gegen kleine dezentrale Stromerzeuger richtet. Die in den letzten Jahren stark gewachsene Windbranche wurde von Bundeskanzler Schröder nicht eingeladen, die Betreiber kleiner dezentraler Kraftwerke, die Vereine der Erneuerbaren Energien auch nicht. Dieser Gipfel wird auf Kosten einer zukunftsfähigen Energieversorgung geführt um die kurzfristigen monetären Interessen der Atomgiganten zu sichern.
Hans-Jürgen Maurer
Betr.: Kritik an Interview mit Magnus Gäfgen
14.08.2003, 18:42 Uhr
Wo war die Stimme des Weißen Rings im Fall des Kannibalen und des furchtbaren Stern-Heftes vor ca. 2 Wochen? Da wurden u.a. die „Schlachträume“ etc. gezeigt, und der Täter hatte die Möglichkeit, sein ganzes Leben aufzurollen. Jenes Stern-Heft fand ich eine Entgleisung sondergleichen und ich weiß gar nicht, ob sich überhaupt jemand darüber aufgeregt hat.
Burghart Wicke
Betr.: Struck rechnet mit Zustimmung zu erweitertem Afghanistan-Einsatz
14.08.2003, 13:04 Uhr
Deutschland muss ein klares Konzept haben, muss seine internationalen Interessen klar definieren und nicht einfach so herumwursteln. Was für ein Interesse hat Deutschland in Afghanistan? Wie wollen sie dieses umsetzen?
Wenn dort tatsächlich Frieden durch Stabilität geschaffen werden soll, dann ist es meiner Meinung nach sinnvoll, den Einsatz auszuweiten und das ganz besonders in die Regionen, wo es eben noch nicht sicher ist. Anderswo macht es keinen Sinn. Nur in Kabul zu bleiben, ist teures Stückwerk, das zu keinem Ganzen zusammengefügt wird und damit überflüssig wird. Klartext: Unsere Soldaten gefährden ihr Leben umsonst. Das ist eine Zumutung für sie und ihre Angehörigen und Freunde!
Hartmut Block
Betr.: Mit Harry Potter in den Abgrund
12.08.2003, 15:48 Uhr
Von Abgrund kann keine Rede sein: Für die meisten Menschen ist David Copperfield ein Las-Vegas-Illusionist und keine Dickens-Figur, Ariel kein Luftgeist, sondern ein Waschmittel - und das seit Jahrzehnten. Mit R'nB wurde früher eine andere Musik bezeichnet als heute, und das Eigenschaftswort 'geil' hat im Alltagssprachgebrauch so gut wie keine sexuelle Konnotation mehr.
Wer derlei Pop-Phänomene beklagt, hat meines Erachtens nicht verstanden, dass Kultur immer im Wandel und niemals klassisch ist - und ich befürchte, dass gerade diese Zeitgenossen, denen es um die Bewahrung tradierter Werte geht (nichts gegen Shakespeare, sehr amüsant) am wenigsten in der Lage sind, im Hier und Jetzt die Spreu vom Weizen zu trennen. Was für eine lebendige Kultur viel wichtiger ist, wie ich finde.
Gerhard Dörries
Betr.: Struck für Nato-Einsatz in Irak
11.08.2003, 10:55 Uhr
Was bitte verteidigen deutsche Soldaten - für den Fall einer Entsendung in den Irak - wenn nicht die Wirtschaftsinteressen der USA und Großbritanniens und die Interessen der deutschen Rüstungslobby? Ganz sicher nicht die Freiheit und Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland - und unsere Sicherheit schon gar nicht - im Gegenteil. Ich rate Struck, sich an die riesige Demonstration der deutschen Bevölkerung gegen eine Beteiligung am Irak-Krieg zu erinnern und an den Willen der Bevölkerung!
Der Einsatz in Afghanistan ist schon nicht nachvollziehbar, eine Erweiterung ist Selbstmord. Wenn Sie, Herr Struck, unbedingt die Bundesrepublik in Afghanistan und im Irak verteidigen wollen, dann ziehen Sie dort persönlich in den Kampf - und nehmen Sie Frau Beer gleich mit. Für mich ist das der Beginn eines neuen deutschen Militarismus - was daraus entsteht, haben wir leider mehrfach erlebt. Im Land der «Dichter und Denker» ist für Kunst und Kultur kein Geld vorhanden - für militärische Abenteuer scheinbar schon. Ihnen, Herr Struck, würde ich den Verteidigungsetat mindestens halbieren!
Klaus Teubert
Betr.: Terroristen ließen Flugzeug selbst abstürzen
09.08.2003, 17:29 Uhr
Ich verstehe die Aufregung nicht - der Aufstand einiger Fluggäste rettete vielen am Boden das Leben.. Dies ist auch in der neuen Variante unstrittig. Diese Helden haben sich nicht im Winkel verkrochen, sondern «sind aufgestanden», wo Not war.
Markus Wessel
Betr.: JU-Chef will medizinische Leistungen für Ältere einschränken
08.08.2003, 10:25 Uhr
Herr Mißfelder hat sich -möglicherweise bar jeder Vorkenntnis [Generation Golf IV] - auf dieselbe Stufe gestellt wie die Vertreter der Ausmerzung unwerten Lebens. Schade, dass Dummheiten in der Geschichte mit so kurzer Wellenlänge wieder auftauchen. Als Angehöriger der Generation Käfer sehe ich seine Vorstellungen skeptisch.
Karl-Heinz Barth
Betr.: JU-Chef will medizinische Leistungen für Ältere einschränken
06.08.2003, 01:43 Uhr
Das missliche und doch bezeichnende an der ganzen Geschichte ist, dass Herr Mißfelder das erreicht, was er will: Presse. Von den Inhalten hat das Bubi sicher keine Ahnung (denn sonst wüsste es, dass seine „These“ nicht stimmt). Das ist ihm aber auch wurst. Wohl hat er aber Ahnung davon, wie Politik heute funktioniert: Hauptsache in der Presse, egal wie.
Thomas Winkler
Betr.: Bürgerversicherung
06.08.2003, 09:50 Uhr
Ach wäre das schön: Alle Bürger dieses Landes müssen fünf Prozent ihres Bruttoeinkommens als Bürgersteuer zahlen und dafür würden sämtliche Sozialabgaben gestrichen. Endlich wären alle Bürger gleich. Steuerschlupflöcher und Abschreibungen wären uninteressant, denn es geht um das Bruttoeinkommen. Die Summe wäre gigantisch, welche die Sozialträger zur Verfügung hätten. Der Normalbürger hätte eine riesige Entlastung, die Besserverdienenden und die Reichen dagegen würden eine ganz hübsche Summe jeden Monat überweisen müssen.
Klaus P. Luecke
Betr.: Islamunterricht an den Schulen
04.08.2003, 12:44 Uhr
Der Bischof von Fulda «rät also zu Islamunterricht an Schulen» und hat Verständnis für «eine Lehrerin mit Kopftuch». Das ist Zeitgeist pur und liegt im Trend einer zunehmenden Ideologisierung der Schulen. Meine drei Kinder werden an den Schulen seit Jahren in «Religion», «Ethik» und selbst anderen im Grunde nicht ideologiebefrachteten Fächern mit Propaganda überflutet. Ich hätte einen besseren Vorschlag: Raus mit all' dem Weltanschauungsunterricht aus den Schulen. Vor allem Religion ist Privatsache und hat an Schulen nichts zu suchen. Die Pfarrer sollen bitte in ihren Kirchen und Sonntagsschulen die dort freiwillig Anwesenden «unterrichten». An der Schule kann gerne ein Fach Religionskunde eingerichtet werden, in dem ideologiefrei über alle Religionen und Konfessionen informiert wird.
Xenia von Xanthen
Betr.: Islamunterricht an den Schulen
04.08.2003, 12:05 Uhr
Ich halte die Einführung eines zusätzlichen Religionsunterrichtes, der sich mit allen Religionen und Philosophien beschäftigt, für angebrachter, denn dort werden nicht nur Muslime abgedeckt, sondern auch all diejenigen, die weder katholischen noch evangelischen Unterricht annehmen. Würde dies doch auf jeden Fall den religiösen Horizont erweitern und muslimische Jugendliche nicht wieder einmal als andersartig ausgrenzen.