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Ihre Meinung

03. Apr 2003 13:10, ergänzt 17. Apr 2003 13:48
Lesermeinungen vom April 2003.

Rainer Keip
Betr.: Rürup: Deutsche sollen länger arbeiten
22.04.2003 09:01 Uhr
Herr Rürup und seine Genossen haben gut reden. Ich gehe davon aus, dass diese Herrschaften nicht mit dem 15. Lebensjahr das Arbeiten begonnen haben sondern sich erst in den späten 20igern sich in das Arbeitsleben integriert haben. Ich würde gerne Herrn Rürup mit 65 Jahren mit der Maurerkelle in der Hand auf einer Baustelle sehen.

Es geht meine Meinung nach gar nicht um das Lebensalter. Dies ist reine Abzocke bei der Ersparnis der Rentenauszahlung. Die Regierung weiß ganz genau, dass kaum jemand bis 67 arbeitet. Die Ersparnis liegt ja darin, dass dann noch weniger an Rente an diejenigen ausgezahlt wird, die früher gehen wollen oder aus gesundheitlichen Gründen gehen müssen. Auf die ganz legale Art und Weise.

Warum wird immer wieder nur das Eintrittsalter in die Rente diskutiert? Man muss doch eigentlich berücksichtigen, wie lange jeder Einzelne seine Beträge in die Rentenkasse einzahlt. Derjenige welcher mit 15 Jahren in das Berufsleben eintritt, darf auch früher in Rente gehen als derjenige, welcher erst ab 30 Jahren in die Kasse einzahlt. Wer 45 Jahre lang gearbeitet hat, hat ein Recht darauf, früher sein Rentendasein geniessen.


Bernadette und Mario Zaniolo-Zumsteg, Mettau (Schweiz)
Betr.: Ralf und Michael Schumacher trauern um Mutter Elisabeth
21.04.2003 10:28 Uhr

Als Ferrari-Fans möchten wir an dieser Stelle den Brüdern Michael und Ralf Schumacher unser tiefes Beileid zum Tod ihrer Mutter Elisabeth aussprechen und Michael zum Sieg in Imola gratulieren. Der plötzliche Tod von Elisabeth Schumacher hat uns tief bewegt.

Wir hoffen, dass die Familie Schumacher ein wenig Trost in der christlichen Osterbotschaft findet.


Pfarrer Hendrick Jolie, Mühltal
Betr.: Papst lehnt ökumenisches Abendmahl ab
17.04.2003 11:37 Uhr
Niemand bestreitet mehr, dass der Ökumenische Kirchentag in Berlin einen Dammbruch bezüglich der «Abendmahlsgemeinschaft» herbeiführen und so die Spaltung des deutschen Katholizismus vorantreiben wird. Auch die mahnenden Worte des Papst Johannes Pauls II. können daran nichts ändern. Denn der Papst wird von den Katholiken in Deutschland nur dann gehört, wenn seine Ansichten der eigenen Meinung entsprechen, wie das Beispiel Irak-Krieg gezeigt hat.

Dass viele Theologen dem kirchlichen Lehramt in den Rücken fallen und in einer zentralen Frage im Widerspruch zu Lehre und Tradition der katholischen Kirche stehen, braucht niemanden ernstlich zu verwundern. Zu lange haben die Ordinariate zugeschaut, wie in den Gemeinden im liturgischen und seelsorglichen Leben Praktiken eingeführt wurden, die die kirchliche Lehre und Ordnung aus den Angeln gehoben haben. Noch ist nicht ganz klar, ob dies aus Feigheit oder mit klammheimlicher Zustimmung geschah.

In Berlin schlägt deshalb die Stunde der Wahrheit: Niemand kann es den liberalen Reformbewegungen verübeln, dass sie in Berlin lediglich das praktizieren wollen, was «vor Ort» längst zur Normalität geworden ist. Den katholischen Oberhirten wird gewisser maßen die Rechnung präsentiert für jahrzehntelanges Wegsehen und Vertuschen.


Walter Schuldt
Betr.: SPD-Generalsekretär: Rentenformel wird geändert
12.04.2003 11:32 Uhr
Politiker scheinen die meiste Zeit gar nicht zu wissen, worüber sie eigentlich reden. Bestes Beispiel dafür ist der Satz, den der Generalsekretär der SPD von sich gab: Künftig würden daher «die Rentenerhöhungen weniger stark ausfallen». Ziel sei eine Stabilisierung der Beiträge zur Rentenversicherung.

Klar, die Politiker beziehen ja auch noch keine Rente, woher sollen sie also darüber etwas wissen. Das Einzige, was sie wissen ist, da? sie selbst großzügigst Renten beziehen werden, wenn sie einmal in den Ruhestand gehen.

Die in den letzten fünf Jahren erfolgte Rentenanpassung bewegte sich zwischen 0,5 und 1,7 Prozent. Gleichzeitig mit den Rentenerhöhungen stiegen die Krankenversicherung der Rentner, und es wurde auch noch die Pflegeversicherung eingeführt. Dies und die Inflationsrate hat dafür gesorgt, daß ein Rentner immer weniger in der Tasche hatte, trotz Rentenanpassung. Wenn man berücksichtigt, daß gleichzeitig in Bund und Ländern (wie gerade wieder in Schleswig-Holstein) auch eine «Diätenanpassung» für Bundes- und Landtagsabgeordnete vorgenommen wurde, sollten sich die Politiker nicht über Politk(er)verdrossenheit wundern.

Ich schlage daher vor, daß sich das Gesamteinkommen der Abgeordneten von Bundes- und Landtag(en) in den gleichen Prozentsätzen entwickelt, wie die Renten.


M. Gröbel
Betr.: Verdi hält Ausbildungsumlage für notwendig
07.04.2003 08:10 Uhr
Früher bezahlte der Lehrling für seine Ausbildung. Damals wurde noch kräftig ausgebildet. Später bekam er Taschengeld. Auch damit konnte der Arbeitgeber noch leben.

Heute kostet den Lehrherrn die Anwesenheitsstunde eines Lehrlings mehr, als die Anwesenheitsstunde eines Facharbeiters. Der aber braucht keine Betreuung, sondern erwirtschaftet seinen Deckungsbeitrag.

Nur ein Narr sieht nicht, wie man wieder Lehrstellen bekommt. 100 Euro im ersten 150 Euro im zweiten 200 Euro im dritten 250 Euro im vierten Lehrjahr und Lehrlinge werden wieder ausgebildet.

So einfach geht das!!


Renate Rudorf
Betr.: 8000 Plätze in Behindertenwerkstätten bedroht
04.04.2003 21:51 Uhr
Die Situation in Werkstätten ist folgende:

Die Plätze in Produktions- und Förderbereichen werden über die örtlichen Sozialhilfeträger finanziert, genauso wird das dortige Personal (zwölf behinderte Menschen (plus 20-prozentiger Überbelegung) auf einen Gruppenleiter) von diesen finanziert.

In den Berufsbildungsbereichen, wo der Finanzierungsstopp zum Tragen kommt, ist der Stellenschlüssel (auch wieder incl. 20-prozentiger Überbelegung) 1:6, also ein Betreuer für sechs behinderte Menschen. Die Berufsbildungsmaßnahme dauert maximal zwei Jahre, bis der behinderte Mensch seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend entweder in den Produktions- oder Förderbereich (schwerstmehrfachbehinderte Menschen) überwechselt oder mit viel Glück einen Arbeitsplatz auf dem freien Arbeitsmarkt bekommt.

Wenn in den Berufsbildungsbereichen kein neues Klientel aufgenommen wird, muss zumindest die Hälfte der dortigen Betreuer, wie es so schön in neudeutsch heißt, freigesetzt werden, da deren Stellen nicht mehr refinanziert werden.

Behindertenwerkstätten dürfen nicht gewinnbringend arbeiten, sondern müssen Überschüsse an die Betreuten in Produktions- und Förderbereichen in Form von Sonderprämien auszahlen. Daher ist auch keine Rücklage vorhanden, um evtl. überzähliges Personal zu bezahlen.

Hiermit stellt sich die Taktik der BA als Milchmädchenrechnung heraus, denn wenn die Arbeitsplätze der Betreuer vernichtet werden, muss an diese Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe und später Sozialhilfe gezahlt werden.

Betreuer in Behindertenwerkstätten können nicht so ohne weiteres in anderen Berufen eingesetzt werden, da sie, aufgrund der Besonderheit ihrer Tätigkeit, als berufslos gelten. Sie müssen, laut Werkstättenverordnung, eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung vorweisen und sind verpflichtet, innerhalb eines gewissen Zeitraums eine Zusatzausbildung im pädagogischen Bereich berufsbegleitend zu absolvieren.

Sind sie jedoch fünf Jahre als Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung in einer WfBM tätig, verlieren sie ihren Gesellen- oder Meisterstatus, da sie ja nicht in ihrem gelernten Beruf (außer in den seltensten Fällen, z.B. Schreinerwerkstatt) tätig sind. Hier werden Menschen, die sich für andere Menschen engagieren, in eine Falle gelockt, die dazu führt, dass sie trotz hochwertiger Ausbildung für den Betreuungsbereich durchaus im Falle einer Arbeitslosigkeit als Hilfsarbeiter vermittelt werden können. Wenn es solche Arbeitsplätze in unserer hochtechnisierten Gesellschaft überhaupt noch gibt...


Arno Pauly
Betr.: Merkel fordert stärkere militärische
Komponente in Sicherheitspolitik

03.04.2003 14:50 Uhr
Frau Merkel meint, die EU müsse sich in Zukunft weiterhin an die USA anlehnen, eine Annährung an Russland sei keine Alternative. Die Alternative, die gleichzeitig die einzig gangbare ist, ist endlich eine (!) eigene (!) Position aufzubauen. Russland und die USA sind dann herzlichst eingeladen, sich an uns einzulehnen!


Niels Boeing
Betr.: Jagdszenen auf Highway 9
03.04.2003 12:05 Uhr
Ein sehr schöner Artikel, hat mir außerordentlich gefallen, die Zwischentöne und Beschreibungen.


Oliver Dorsch
Betr.: Kein Geld fürs Öl
02.04.2003 19:03 Uhr
Ich kenne das (in dem Artikel zitierte) Buch nicht, damit auch nicht die kritisierten Detailaussagen, aber der Grundaussage - die USA bauen ökonomisch ab - stimme ich voll und ganz zu.

Unter europäischen Rahmenbedingungen wie Lohnnebenkosten, Arbeitszeitregelungen, hohe Steuern auf Energie und Rohstoffe, kaum eigene Rohstoffe wären die meisten amerikanische Unternehmen praktisch nicht mehr überlebensfähig. Trotz enormen Mehrverbrauchs an viel billigerer Energie und Rohstoffen per Einwohner erwirtschaften die USA nicht mehr Inlandsprodukt per Kopf als die europäischen Industriestaaten, ohne deren Zusatzbelastungen kompensieren zu müssen. Trotzdem verschulden sich die USA immer mehr. Wie soll das weiterlaufen, sobald mal ein echtes Wirtschaftsproblem auftritt?

Die USA sind damit in der analogen Situation der Technologieaktien vor dem großen Crash. Das Missverhältnis zwischen Vertrauen in die Wirtschaftskraft und tatsächlicher Substanz ist sehr groß. Ein kleines Stolpern kann da schnell zum Absturz werden.

 
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