07. Jan 2003 10:45, ergänzt 29. Jan 2003 15:36
Leserbriefe vom Januar 2003.
Philipp Stobernack
Betr.: Bush gibt Hussein «letzte Chance»
29.01.2003 12:39 Uhr
G. W. Bush kann keinen Zusammenhang knüpfen zwischen Massenvernichtungswaffen (die auch andere Länder besitzen, von denen ich denke, das von ihnen wesentlich mehr Gefahr ausgeht) und dem Terrornetz der Al Qaida. Es mag stimmen, dass diese Waffen vorhanden sind (auch im Irak), aber welche Verbindung mit Al Qaida, Terrorchef Osama Bin Laden und dem 11.September besteht, darauf geht G. W. Bush leider nicht ein, vielleicht auch weil er solche Verbindungen gar nicht stützen kann. Auch geht Herr Bush nicht darauf ein, was aus einem «befreiten» aber noch mehr zerstörtem Irak wird. Wie verhalten sich die USA nach diesem Krieg? Besetzen? Humanitäre Hilfe leisten? wohl kaum. Die USA befindet sich auf einem Weg nach ganz unten und zwar auf dem Weg der politischen Isolation. Wirtschaftlich steht es ja auch nicht so rosig um die USA. Schwacher Doller, dazu steigt die Arbeitslosigkeitsrate, Ärger um die Umweltschutzvereinbarungen, da scheint wohl für Herrn Bush ein Krieg die «passende Ablenkung» von seinen, naja ich drück es mal recht mild aus, Führungsproblemen. Innenpolitisch sowohl außenpolitisch sehe ich ein ganz schwaches USA das nur durch militärische Stärke überzeugen möchte, wobei diese «Stärke», wie auch geschichtliche Ereignisse wiederlegen, leider nicht mit dem Verstand gekoppelt ist.
Peter Lierhaus, Hilden
Betr.: Irak-Krise
26.01.2003 03:44 Uhr
Es ist nicht mehr zu übersehen, dass die Regierung der USA einen Krieg will. Die Inspektoren der UN können sich frei bewegen, herhalten zu allen Suchorten Zugang, und dennoch werden die Mitglieder der amerikanischen Regierung nicht müde der Welt zu sagen, dass Saddam Hussein nicht kooperiert. Pakistan, Korea, Indien und sogar Israel haben Massenvernichtungswaffen. Abgesehen von Israel, die ihr Atomwaffenprogramm geheim durchführen, wird mit allen andern Nationen verhandelt. Nur Irak wird mit Krieg bedroht. Irak ist schon teilweise zerstört, und da mutet es an, als wolle man in ein Krankenhaus gehen, und dort alle zusammenschlagen. Ich sehe nicht, wer die USA aufhalten kann, aber ich bin sicher die Konsequenzen aus dem amerikanisch-britischem Waffengang werden wir alle tragen müssen. Den nach einem Sieg, der sicher ist wir der Terror erst richtig ausbrechen. Daher glaube ich, dass die Haltung unserer Regierung in diesem Fall die richtige ist.
Norman Jahn
Betr.: Die Realität des Dr. G.
23.01.2003 15:09 Uhr
Bevor Sie dem MDR schlechte Arbeit vorwerfen, durchleuchten Sie mal lieber die Vorgänge im damaligen Immunitätsausschuss. An deren Arbeit sollte sich der MDR nun wirklich nicht orientieren.
Susi Schwender
Betr.: Irak-Krise
23.01.2003 10:59 Uhr
Es geht doch nicht nur um den Despoten Saddam Hussein, sondern in erster Linie um die, die ein Krieg am meisten trifft, nämlich das gemeine Volk. Und die bislang vorgetragenen Gründe für einen Krieg überzeugen mich nicht. Eindeutige Beweise gibt es einfach nicht. Ich kann auch schlecht einem Mann vertrauen, der Ozzy Osbournes Soap als eine seiner Lieblingssendungen bezeichnet. Hoffentlich holt sich GWB nicht noch mehr Anregungen im Unterhaltungsbereich, sonst steht uns vielleicht ein ähnliches Schicksal bevor, wie dem armen Schlucker Will Smith im «Staatsfeind No. 1». Bedenken Sie bitte, daß man in unserer Zeit ALLES manipulieren kann und alles was denkbar ist, auch möglich sein kann.
Sigrid Thomas
Betr.: Gabriel gegen Goliath
22.01.2003 10:36 Uhr
Bezugnehmend auf Ihre Artikel Gabriel gegen Goliath, kann man nun wohl sagen, daß sich Peter Gabriel wohl eher selbst als Goliath aufführt. Der hessische Sänger Roger Gabriel Thomas (gabriel-music.com) wird nämlich von den Top-Anwälten des Herrn Peter Gabriel verklagt, sein zum Schutz beantragtes Logo, die Wort- u. Bildmarke GABRIEL mit dem stilisiertem Flügel (siehe auch unter gabriel-music.com) aufzugeben, nicht mehr zu verwenden etc. Wenn nun der Hesse auf bemüht ist sein Recht durchzusetzen, da es ja in Wirklichkeit gar keine Ähnlichkeit gibt (mal abgesehen davon, daß sich noch viele viele andere mit Gabriel «schmücken»), ist ganz schnell seine Existenz bedroht. Peter Gabriel hingegen ist es ein leichtes seine Top-Anwälte damit zu beschäftigen Roger Gabriel Thomas zu vernichten.
Urban Liebel, Germersheim
Betr.: Irak-Krise
20.01.2003 20:49 Uhr
Wie wir alle sehen, läßt sich mit der Metapher der «Achse des Bösen» in einer globalisierten Welt auch eine kriegsfreundliche Politik legitimieren. Amerikanische Soldatinnen und Soldaten werden auf Krieg eingeschworen, gehorchen und demonstrieren Kriegslust.
Bushs Kriegsrhetorik schwört die amerikanische Bevölkerung auf einen Feldzug ein. Kriegsjournalismus verankert Feindbilder im menschlichen Bewußtsein, welche zur geistigen Kasernierung führen.
Die Dominanz des Militärs wird das Alltagsleben einer amerikanischen Gesellschaft unwiderruflich verändern und den Weg zum patriotischen Nationalismus ebnen.
US-Außenpolitik setzt auf Herrschaft und Stärke. Mit geopolitischem Streben nach Einflussphären, der Errichtung weltweiter amerikanischer Militärpräsenz, der Eroberung von Ölvorkommen sowie der Expansion von amerikanischen Märkten wird eine imperiale Ordnung aufgebaut, die einer Politik der internationalen Gerechtigkeit und des Völkerrechts zuwiderläuft. Ziel des «American way of life» ist die politische Neugestaltung des Nahen und Mittleren Ostens mit Blick nach Südostasien.
Bushs Selbstinszenierung zeugt von Größenwahn und seine Arroganz der Macht demütigt andere Kulturen.
Innenpolitisch institutionalisierte sich der autoritäre Sicherheitsstaat. Ausufernde Befugnisse für Polizei und Sondervollmachten für Geheimdienste kennzeichnen einen beispiellosen Machtzuwachs des Repressionsapparates. Mit der Diktatur der «Sicherheitsgesetze» werden Menschen, die gegen einen Krieg sind, in ihren persönlichen Freiheiten eingeschränkt. «Entweder bist du für uns, oder du bist für die Terroristen.», so Bushs Credo.
Wenn eine Regierung versucht Weltpolizei zu spielen und bürgerliche Freiheitsrechte mit Staatsgewalt zu regieren, steht eine Zerstörung des demokratischen Systems bevor.
Amerikas Partner wären gut beraten, diesen Irrweg nicht mitzugehen!
Martin Karrasch
Betr.: Frankenstein-TV
19.01.2003 23:50 Uhr
Ich möchte hiermit mal anmerken, dass Sabine Reichel ein großartiger und scharfsinniger Artikel gelungen ist. Bravo!
Dr. med. H.-H. Prillwitz
Betr.: Ärzte stellten Behandlung von Toten in Rechnung
17.01.2003, 09:03 Uhr
Oben genannter Sendebeitrag von Panorama berichtet offensichtlich zutreffend über Abrechnungsbetrug, begangen durch Kollegen mit krimineller Energie.
Verwendet man das Kürzel KV jedoch provokativ-publizistisch im Sinne von Zitat «Krimineller Vereinigung», so ist dies eine ungeheuerliche Kriminalisierung eines ganzen Berufsstandes. Es wird der Ruf der ganz überwiegend korrekt abrechnenden Kollegen in der Öffentlichkeit pauschal schwer beschädigt. Dies ist in meinen Augen schlechter Journalismus mit demselben niederen Beweggrund falsch abrechnender Ärzte: Profitsucht, Einschaltquoten und Auflagen.
Martin Twer, Rocky Mountains
Betr.: Rumsfeld will wieder Propaganda machen
15.01.2003, 12:01 Uhr
Ich wollte mich mal bei Euch ganz herzlich für die Netzeitung bedanken. Ich bin derzeit in den USA und jeden Morgen dankbar, mich bei Euch umfassend informieren zu können. Nicht nur, dass ich dann weiß, was in Deutschland los ist, sondern ich bin auch jedes Mal froh, einen anderen Blick auf das Weltgeschehen zu bekommen als nur den amerikanischen ...
Der Bericht über geplante «Informations-Operationen» des amerikanischen Militärs auch in befreundeten und verbündeten Staaten drückt viel über den Umgang mit Informationen hier aus. Es gibt eben drei Arten der Informationsvermittlung: Wahre Information, unwahre Information und Nicht-Information. Informiert weiter!
H. Heinze
Betr.: Haftbefehl gegen terrorverdächtige Jemeniten
15.01.2003, 11:08 Uhr
Unglaublich, wie ignorant Deutschland sein kann! Wieso wird nun nicht einmal mehr erwähnt, dass Jemen noch vor den USA die Auslieferung dieser beiden «Terroristen» beantragt hat? Wie ist es möglich, einen Ex-Politiker von Jemen einfach festzunehmen? Genießt dieser keine Immunität, oder gilt das nur für die westlichen Politiker?! Irak hätte ja auch Möllemann an Syrien ausliefern können!
Ein solcher Vorgang ist ungeheuerlich, ist doch nicht einmal erwiesen, dass sie in Terrorakte verwickelt waren. Wenn nun behauptet wird, dass in den USA verhörte (und gefolterte) Menschen zu einer Aussage «gezwungen» wurden und so stichhaltige Beweise geliefert haben um eine solche Anklage vorzubringen, so würden diese Beweise ungültig sein, da sie erzwungen wurden!
Auf keinen Fall darf Deutschland einer Auslieferung an die USA zustimmen. Es würde das Vertrauen, soweit denn noch in Deutschland vorhanden, auf der ganzen Welt auf Jahrzehnte verspielen! Wie würde ich mich für ein solches Vorgehen schämen!! Und dies wäre ein so grober Fehler, das diese Dummheit in den zukünftigen Geschichtsbüchern als einer der Auslöser zum Dritten Weltkrieg zu lesen sein würde!
Jetzt wird schon eine Reisewarnung nach Jemen ausgegeben. Das die Bürger von Jemen überaus erbost sind, ist in meinen Augen nur allzu verständlich!
Würde man einen der höchsten geistlichen Vertreter in Deutschland (wo doch die Deutschen nicht wirklich gläubig sind oder gar vom Glauben abgefallen sind), in einem anderen Staat festgehalten und an einen anderen Staat ausgeliefert werden, obwohl auch Deutschland die Auslieferung ersucht hat, so könnte man davon ausgehen, dass dies unkalkulierbare Folgen hätte.
Deutschland kann nicht wahllos angebliche Terroristen an die USA ausliefern, nur weil diese es gerne so hätten. Wo ist die Unschuldsvermutung?
Horst Kuske
Betr.: Impfung von Haustieren zu häufig und gefährlich
13.01.2003, 14:53 Uhr
Mit großer Genugtuung habe ich Ihre Berichterstattung über das Impfen von Haustieren zur Kenntnis genommen, auf die mich Freunde aus Würzburg aufmerksam gemacht haben, die auch wissen, mit welcher Überzeugung ich mich der engagierten Anchor-Frau für dieses Thema in diesem Lande und auch bereits über unsere Grenzen hinaus (NL) angeschlossen habe: Monika Peichl, deren überzeugend kritische Ausarbeitungen über diese Problematik Sie als Links berücksichtigt haben (u.a. «Der jährliche Shot ...»).
Es bleibt nur zu hoffen, dass es nicht allzu lange dauert, bis - bei den Tierhaltern angefangen - eine ausreichend breite Überzeugung für das neue Denken in dieser Hinsicht bei den Tierärzten und schließlich auch bei der Pharma-Industrie erzielt wird. Meine ersten Gespräche als Tierhalter mit einigen wenigen Tierärzten ergab, dass sich wohl die Pharma-Industrie wird öffnen müssen, wenn es zu einem dem Tier zumutbarem neuen Selbstverständnis über das richtige, sprich: wirklich nur wissenschaftlich erforderliche Schutzimpfen kommen soll. Oder aber der aufgeklärte Tierhalter stellt aus eigener Verantwortung heraus mit seinem Tierarzt einen individuellen Impfplan für seine Tiere auf. Auch dazu kann ein Beitrag wie in der NZ bestens beitragen.
Ich darf hier nur soviel «verraten», dass m.W.n. bereits die ersten behutsamen Erfolge zu verzeichnen sind, und dabei möchte ich auch Ihren Artikel und dessen erkennbar breite Basis besonders hervorheben.
M. Göbel
Betr.: DGB: Besserverdienende sollen weniger arbeiten
13.01.2003, 11:02 Uhr
Dieser Dummkopf! Als geschäftsführender Gesellschafter einer KMU würde ich das schon gern, aber was wird dann aus der Firma. Ich kann proportional Leute entlassen. Und mein einziger Ingenieur kann auch nicht vertreten werden.
Die haben immer nur Ideen für Großfirmen und ruiniern damit den Mittelstand, ohne den überhaupt nichts mehr läuft.
Peter Lipp
Betr.: Petersens Ilias soll keine Bush-Klischees erfüllen
08.01.2003, 10:03 Uhr
«Kriegszug des Achilles»? Nanana. Der Peleiade Achilleus wurde mit einem Trick entarnt, um ihn zur Teilnahme am Kriegzug der Atriden (Agammemnon und Menelaos) zu gewinnen. In der Ilias selbst erfährt der Leser nur etwas über das letzte Jahr des 10jährigen Krieges und auch das nicht einmal bis zum Ende. Das wäre natürlich mutig: Wenn der Film sich die gleiche inhaltliche Beschränkung auferlegen würde. Kein trojanisches Pferd, keine Entführung der schönen Helena (bewundert viel und viel gescholten). Die Enttäuschung der Bloßfüßigen wäre den Kinobesuch schon wert.
Karl-Hartmut Blesik, Berggießhübel
Betr.: Ministerium: Keine neuen Transrapid-Pläne
03.01.2003, 16:28 Uhr
Diese Meldung erschreckt mich. Will diese konzeptlose Regierung wirklich bis 2009 warten, bevor sie überhaupt beginnt weitere Transrapidstrecken zu planen? Ist das jetzt schon wieder die ruhende Hand? Wird dann wieder per unüberlegtem Schnellschuss mit windigen Zahlen und gefälligen (hörigen?) Gutachtern entschieden, so dass die Gegner sofort wieder massenhaft «Munition» bekommen?
Ein ganz wichtiges Argument ist Minister Stolpe bislang dazu entgangen. Die ICE-Strecke Hamburg-Berlin bringt dem Osten im allgemeinen nichts, denn es ist weiterhin die Transitstrecke Hamburg-Berlin mit Umsteigemöglichkeit auf der grünen Wiese. Die Transrapidstrecke würde wenigstens die Landeshauptstadt Schwerin und deren Umland «befruchten». Ich denke, den Schwerinern wäre das lieber, als die Autobahn in die Desaster-Area nach Magdeburg.
Und die Gewerkschaft hat sowieso noch nie kapiert, dass eine Eisenbahn KEIN Sozialbetrieb mit Spielzeugeisenbahn im Maßstab 1:1 ist! Geschweige denn, dass unsere Bereitschaft als steuerzahlende Bürger, eine privilegierte Kaste der Gewerkschafter weiterhin zu subventionieren am Ende ist. Herr Hansen sollte nicht so laut auf die fehlende Wirtschaftlichkeit der Magnetbahnstrecke hinweisen (wer im Glashaus sitzt, soll ja bekanntlich nicht mit Steinen werfen). Wer die Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit der ICE-Strecken genau studiert, wird feststellen, dass damit ALLE Neubauvorhaben der DB AG ebenfalls wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit abzulehnen sind.
Ich möchte noch einen «Gag» aus einem Kommentar einer andern Onlinezeitung aufgreifen, in dem die Zukunft der Magnetbahn nur im Ausland gesehen wurde, da wir ja angeblich ein «leistungsfähiges» Eisenbahnnetz haben. Die Strecke Hamburg-Berlin hat zwei Gleise, eins für jede Richtung. Und darauf sollen irgendwann die ICEs mit 230 km/h fahren. Mit welchem Betriebskonzept will man dann im Mischverkehr eine ausreichende Anzahl von Güterzügen auf die Strecke bringen. Die großen Geschwindigkeitsunterschiede sind bekanntermaßen eine erhebliche Beschränkung der Leistungsfähigkeit? Während man also der Verkehrsart ohne Zukunft (laut Prognosen wird der Personenfernverkehr auf der Schiene kaum zunehmen) die Bahn bricht, kann unser ach so leistungsfähiges Eisenbahnnetz die für das Jahr 2015 prognostizierten Güterverkehrsströme in keiner Weise aufnehmen. LANGFRISTIG SIND EINFACH MEHR «FAHRSPUREN» UND DIE TRENNUG DER VERKEHRSARTEN ZWISCHEN HAMBURG UND BERLIN NÖTIG!
Christian Gines
Betr.: Kein Kampf gegen Terror, Kampf ums Öl
02.01.2003, 14:39 Uhr
Eine interessante Behauptung, die im Artikel «Kein Kampf gegen Terror, Kampf ums Öl» von Kai Biermann aufgestellt wird: Die USA führt aus geostrategischen Gründen Kriege. Diese Argumentation ist in einigen Kreisen sehr beliebt, und bis heute habe ich keine Quellen gefunden, in denen mal nachgerechnet wird, ob sich ein solches Vorhaben auch wirklich lohnt, ganz abgesehen von der Tatsache, dass die USA schon jetzt über derart große Ölreserven verfügen, dass sie im äußersten Krisenfall autark leben könnten.
Nur indirekt mit dem Artikel hängt meine Beobachtung zusammen, dass es bei der Netzeitung leider nicht die Möglichkeit gibt, Artikel direkt in Form eines Forums zu kommentieren. So gehen vielleicht interessante Ergänzungen oder Kritik verloren bzw. erhalten andere Meinungen durch das Leserbriefkonzept nicht so große Aufmerksamkeit.
Stephan Schulze
Betr.: Irak-Krise
01.01.2003, 07:47 Uhr
Sicher ist Saddam Hussein ein sehr schlimmer Diktator, den es gilt aus seiner Machtposition zu entfernen. Nur frage ich mich, ob die USA mit den 250 Milliarden Kosten nicht hätte eine andere Lösung finden können als einen Krieg... genau das ist der Punkt. Es geht nicht darum, das (mal wieder) ein Diktator abgelöst wird oder das «imaginäre» Atomwaffen unschädlich gemacht werden (siehe nordkorea...wen interessiert es?) und noch weniger um die ach so arme Bevölkerung des Landes von ihrem Diktator zu befreien.
Es geht wie immer um Öl, Waffenindustrie und Macht – mit dem Ziel, den Nahen Osten vollkommen zu kontrollieren wieder ein Stück näher zu kommen, indem wir wie in Afghanistan eine Pro-US-Regierung einsetzen. Sie haben es in Afghanistan geschafft und sie werden es im Irak genauso schaffen. Um einen Krieg abzuwenden ist es längst zu spät, ganz im Gegenteil, er hat doch schon begonnen (z.B. die Bewaffnung der Kurden in Nordirak). Die Frage ist nur ob die USA ihn mit oder ohne UN-Resolution durchführen werden.
Der Krieg hat auf dem Papier schon begonnen, es fehlen nur noch die toten Soldaten und Zivilisten, damit der Kriegszustand auch als Faktum anerkannt wird. Ich mache mir nur vor allem ernsthaft Sorgen um die Zukunft, da Europa, Russland und China derart machtlos sind, gegen die USA die Fahne hoch zu halten, das man den Sinn der Existenz der UN schon in Frage stellen könnte, denn es ist ja ziemlich eindeutig, das ausschließlich die USA den krieg erzwingen wollen! Doch kein Problem: Um die Machtlosigkeit nicht einzugestehen unterzeichnen wir einfach eine neue Resolution...