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Ihre Meinung

05. Jul 2002 14:32, ergänzt 31. Jul 2002 16:44
Die Leserbriefe vom Juli 2002.

Jan und Dorothea Schachtsiek, Uruguay
Betr.:Uruguay schließt Banken und Finanzmärkte
31.07.2002, 16:05 Uhr
Hallo Netzeitung, erst einmal vielen Dank, dass es euch gibt! Wir sitzen hier in Uruguay nämlich am Arsch der Welt. Die Krise hier ist noch viel schlimmer, die Banken sind noch bis Montag dicht, die Banken, vorne weg die Banco Montevideo haben Hunderte von Millionen Dollar unterschlagen und ins Ausland geschafft. Der reguläre uruguayische Sparer ist pleite, die Hilfe vom IWF und den USA wird den kriminellen Banken und den korrupten Politikern wieder auf die Beine helfen. Ein Land wird von der eigenen Oberschicht ausgesaugt. Ein trauriges Schauspiel!


Josef Müller
Betr.:Müntefering: Özdemirs Rücktritt war «honorig»
27.7.2002 12:44 Uhr
SPD-Generalsekretär Müntefering hat die Form des Rücktritts von Özdemir gelobt. Der Grünen-Politiker habe sich «honorig verhalten». So kann man Negatives noch ins Positive «umdrehen» - und keiner hat mehr Erfahrung darin als Müntefering. Weit honoriger wäre es gewesen, wenn Özdemir sein Fehlverhalten bekannt hätte, bevor er damit von der Presse konfrontiert worden wäre. Und noch honoriger wäre es gewesen, der grüne Vorzeige-Politiker hätte sich erst gar nicht so verhalten, wie er sich verhalten hat. Das wäre «konsequent» gewesen (um die Formulierung von Grünen-Sprecher Kuhn zu zitieren).

Doch Özdemir hat die Bundestags-Regelung wg. Bonus-Meilen eben nicht «konsequent» befolgt. Nach diesem Vorgang kann man nur sagen: Politiker aller Parteien: Konsequent vor- treten, und zwar bevor die Medien Euch noch mehr entlarven! Ich dachte immer, Abgeordnete wären «Volksvertreter» - aber offenkundig vertreten sie nur sich selbst. Oder ist inzwischen unser ganzes Volk so «konsequent» wie unsere Politiker? Dann kann man nur sagen: Wozu die ganze Aufregung um Özdemir, Scharping,

Nikolaus Sieben, Neunkirchen-Seelscheid
Betr.:Stoiber beruft weitere Schattenminister
25.07.2002, 10:48 Uhr
Befällt auch anderen geneigten Lesern, deren Sympathien aus welchen Gründen auch immer bei der amtierenden Bundesregierung gelegen haben oder liegen, angesichts der politischen (Wahlkampf-)Lage in Deutschland nicht ein ungläubiges Kopfschütteln? Da schafft es die SPD 1998 die von Kohl personell und programmatisch ausgemergelte, bewegungsunfähige «Staatspartei» mitsamt der FDP endlich abzulösen. Und keine vier Jahre später droht das Pendel bereits wieder in die andere Richtung auszuschlagen.

Da darf sich die zunächst nach Kohl desolate CDU unverhofft im Jahr 2002 wieder Chancen auf eine Regierungsbeteiligung ausrechnen. Da könnte die Union die bis vor etwa einem Jahr ungewinnbare Wahl mit einem wie Stoiber tatsächlich wieder gewinnen. Und das ohne sichtbare programmatische und personelle Alternative!

Die Mitglieder des «Kompetenzteams» stehen geradezu für das Selbst-überrascht-sein. Und ist nicht durch jüngst zu Tage getretene Differenzen schon absehbar, dass es bei der Konstellation Stoiber-Späth nach kurzer Zeit zu Spannungen kommen wird? Glaubt man wirklich daran, dass Frau Reiche im Kabinett mehr erreichen könnte als dies Frau Bergmann im jetzigen Kabinett konnte?


Frank Dohrmann, Borkwalde
Betr.:Schröder entlässt Verteidigungsminister Scharping
23.07.2002, 18:30 Uhr
Für Scharping ist kein Fettnapf zu klein, um nicht doch zielsicher hineinzutreten. Schon als Bundeskanzlerkandidat war er eine Zumutung bzw. ein Garant dafür, die Wahl nicht zu gewinnen. Einfühlsamkeit und Intellekt, insbesondere zum Begreifen der Tragweite seines Tuns, sind Eigenschaften, die er nicht sein eigen nennen kann. Die SPD tut gut daran, sich von diesem Nichtsnutz zu verabschieden.


Holger Weikopf
Betr.:Schily will Polizei in Blau
20.07.2002, 13:35 Uhr
Lieber Herr Innenminister! Wenn Sie sonst keine Probleme haben, möchte ich gern mit Ihnen tauschen. Motto: Hauptsache, es passiert was, es kostet genug und ist möglichst überflüssig. Kein Wunder, dass der Hamburger Innensenator Ronald Schill da genau ins gleiche Horn stößt. Wollen wir hoffen, dass die «blauen Bullen» sich in neuer Uniform wohler fühlen und wirklich wichtige Veränderungen bei der Polizei unbeanstandet auf später verschoben werden. Ein geduldiger Steuerzahler.


Mike Veltel
Betr.:Streiks bei den Banken
20.07.2002, 07:48 Uhr
Immer neue Minusrekorde an der Welt-Leitbörse Wall-Street, Ausverkaufsstimmung auch an allen anderen Börsen weltweit. Kaskaden von Firmeninsolvenzen. Wasserfälle von Massenentlassungen. Eins reißt das andere mit sich. Die
Wirtschaft geht immer mehr den Bach runter. Der Domino-Effekt ist in vollem Gange. Eine Umkehr dieser Entwicklung ist zur Zeit nirgendwo in Sicht. Quer durch alle Branchen werden überall immer schlechtere Ergebnisse eingefahren, wovon - logischerweise - auch die Banken und Versicherungen immer mehr getroffen werden.

Und die Gewerkschaft Verdi entblödet sich nicht, das Bankpersonal für höhere Einkommen streiken zu lassen! Gibt es unter den Verantwortlichen eigentlich niemanden mehr, der noch in Zusammenhängen denken kann? Gibt es bei den Streikenden niemanden mehr, dessen Gehirn sachlich-logisch funktioniert? Gehen Rücksichtslosigkeit, Egoismus und blinde Gier soweit, dass man an unserem «Gemeinwesen Wirtschaft» zündeln muss? Danke ihr Verdi-Verantwortlichen, ihr werdet's schon richten. Der logisch denkende Mensch aber wendet sich angewidert ab!


Saul Len
Betr.:Deep Links sind akut gefährdet
11.07.2002, 21:28 Uhr
Gerichte und Gesetze werden noch schaffen, was keinen Hacker gelungen ist, das Netz in Schutt und Asche zu legen. Das Internet lebt von der Möglichkeit zu veröffentlichen, ohne vorher mit Unsummen Anwälte zu füttern und ohne sich eine Rechtsabteilung zu halten. Wenn das nicht mehr möglich ist, dann gute Nacht. Hier wollen einige Platzhalter mit Futterneid zurück zum Veröffentlichungsvorrecht, das nur sie haben. Der Rest soll konsumieren und den Mund halten. Bisher hat men sich nicht allzuviel Gedanken gemacht, die Inhalte von Telefongesprächen gesetzlich zu regeln (ist zu flüchtig ,dieses Medium) warum dann im Internet? Von Grenzen abgesehen (ohne die gehts nicht, klar-etwa Kinderporno), Gesetze, Juristen und Gerichte raus aus dem Netz. Und Leute die das Netz zur Geldmaschine machen wollen genauso!


Wolfgang Backhaus
Betr.:Beatles-Guru: Ich kann die Welt retten
05.07.2002, 21:59 Uhr
Der Maharishi ist kein Buddhist und hat auch niemanden zum Buddhismus gebracht. Er ist jedoch ein vedischer Gelehrter, der viele Menschen das vedische Wissen (von sanskrit Veda = Wissen) gelehrt hat. Das vedische Wissen ist jedoch keine Religion, sondern kann von allen Menschen auf der ganzen Welt - unabhängig von ihrer Religion - praktiziert werden. Natürlich erzeugen unkonventionelle Ansätze - wie dieser - leider zur Zeit noch ein Lächeln oder massive Ablehnung. Ich hoffe doch sehr, dass sich das bald ändert. Bei dem Wahnsinn, der derzeit in der Welt vorherrscht, sollte man doch diesen unkonventionellen Friedensansatz mal ausprobieren.


Frank Heitmeyer, Hamburg
Betr.:Kardinal: Berufung von Reiche ist skandalös
05.07.2002, 20:18 Uhr
«Viele Christen fänden die Berufung von Katherina Reiche in Stoibers Wahlkampfteam »skandalös«, glaubt der Kölner Kardinal Meisner. Die Unionsparteien müssten das »C« aus ihrem Namen streichen.»

Ist das nicht sehr aufschlussreich? Zunächst einmal phantasiert Meisner, dass die katholische Kirche für alle Christen spricht, sozusagen das «C» - Copyright besitzt. Das wird sich so mancher Christ verwehren, dafür gibt es nicht nur Friedhöfe voller Gründe. Dann wäre da noch das Zölibat. Was sagt Herr Kardinal als Außenstehender zum Thema Partnerschaft, Sexualität und Familie? Das die Mutter inkompetent ist. Wer`s glaubt, wird selig??


Dr. Eberhard Dachwitz, Langenhagen
Betr.:Kardinal: Berufung von Reiche ist skandalös
04.07.2002, 20:36 Uhr
Ich bin zwar nicht katholisch, aber Christ und sehe das genauso wie Kardinal Meisner. Mit Europa geht es moralisch bergab und damit auch wirtschaftlich. Zahlreiche Hochkulturen in der Geschichte sind an moralischer Dekadenz zugrunde gegangen. Was sagten die Linken, denen ich auch einmal angehörte, noch: «Moralzerfall ist Staatszerfall. Zerstöre die Moral, und du hast den Staat». Man muss diesem Zerfall nicht auch noch ein christliches Mäntelchen verpassen. Ehrlich wäre es, das «C» in beiden Parteien zu streichen.


Irina Wolynskaja
Betr.:Archäologen suchen nach Erklärung für
«prophetischen» Fleck an der Klagemauer

04.07.2002, 15:58 Uhr
Erst einmal möchte ich Ihnen zu Ihrem Artikel über den Wasserfleck gratulieren. Er hat mich gefesselt und mir wirklich zugesagt - bis zum letzten Absatz. Sie schreiben richtig, wie zur zweiten Intifada kam, aber leider vergessen Sie zu erwähnen, dass auf dem Tempelberg nicht nur islamische heilige Stätten sondern auch jüdische sind. Insofern kann man darüber streiten, ob Scharons Besuch wirklich nur der Provokation diente (auch wenn ich denke, es sollte eine sein).

 
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