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Ihre Meinung

03. Apr 2002 13:49, ergänzt 29. Apr 2002 15:51
Die Leserbriefe im April 2002.

Matthias Steinecker, Quedlinburg
Betr.: Nichtwähler Schumacher «politisch neben der Spur»
26.4.2002, 14:02 Uhr
Wenn man Rennfahrer Michael Schumacher ist, lässt sich auch verbal aus Allem entweder Geld oder Medienaufmerksamkeit (meist beides zugleich!) machen. Und sei es, mit dem blamablen Bekenntnis, ein wahlloser Bundesbürger (wo war doch gleich der Wohnsitz..?) zu sein. Man sollte aufhören, Sportstars eine Medienbühne außerhalb ihrer Spezialisierung zu bieten, denn da haben sie in der Regel außer Peinlichkeiten nichts zu sagen, wie ja auch Herr E. jüngst bewies.


Franz Steinparz, Österreich
Betr.: Le Pen in Stichwahl gegen Chirac
21.4.2002, 20:39 Uhr
Jetzt ist also der Herr Le Pen als zweiter aus der ersten Runde der Wahlen zur französischen Präsidentschaft hervorgegangen! Werden die Regierungen der anderen EU Staaten jetzt Frankreich mit Sanktionen belegen?


Manfred Finkhäuser
Betr.: Erstmals Patientenquittung ausgestellt
21.4.2002, 18:55 Uhr
Ich bin seit vielen Jahren im Ausland ansaessig, aber in Deutschland privat krankenversichert. Somit bin ich es gewohnt, Arztbesuche zunaechst selbst zu bezahlen, um die Kosten anschliessend erstattet zu bekommen. Somit weiss ich, was jeder Arztbesuch der Krankenversicherung und letztendlich auch mich kostet.

Im vergangenen Jahr musste ich anlaesslich eines Deutschlandbesuches einen Orthopaeden in Hamburg besuchen, der mir nach zweimaligem Besuch je etwa 5 Minuten eine Rechnung ueber 19 Einzelpositionen im Gesamtwert von 790.93 Mark ausstellte, die sich ansonsten liest, als ob ich mich einer offenen Herzoperation unterworfen haette. Vielleicht ist der Umfang der Rechnung damit zu erklaeren, dass meines Wissens dieser Arzt einen Rolls Royce faehrt, dessen Unterhalt bekanntlich nicht gerade billig ist.

Robert Richter, Berlin
Betr.: Israels Recht auf Verteidigung
19.04.2002, 17:49 Uhr
Euer Autor Joachim Widmann schreibt zum Massaker von Dschenin folgenden denkwürdigen Satz:

«Bleibt zu bemerken, dass das demokratische System in Israel funktioniert, im Sinne der Menschenrechte - sonst hätte das Oberste Gericht der Armee nicht untersagt, eventuelle Massaker-Opfer rasch und unauffällig in Massengräbern verschwinden zu lassen.»

Wenn es der demokratische Wille der Israelis gewesen ist, die Einwohner von Dschenin zu massakrieren,dann ist es sicher nicht undemokratisch, die Opfer unauffällig zu verscharren, insofern hat die Gerichtsentscheidung nichts mit Demokratie zu tun, und wenn es das hätte...

Es wird langsam Zeit, sich von der unterwürfigen Heiligbeterei des israelischen Staates zu befreien, gerade weil wir Deutschen im dritten Reich eine historische Hauptursache der Aggressivität und Maßlosigkeit israelischer Selbstbehauptungs- und Vergeltungsmaßnahmen geschaffen haben. Die Unverschämtheit deutscher Meinungsmacher und Politiker, jedem deutschen Bürger, der den Rand voll hat von den Grausamkeiten unserer Verbündeten, Antisemitismus zu unterstellen, sollte endlich einem menschlichen Augenmaß und der Akzeptanz gleicher Menschenrechte für Angehörige aller Völker weichen!

Und dann muß man sich heute aufrechterweise vom Terror-Regime Scharons distanzieren, so wie man der Fatah auch keine Bomben liefert, für mich jedenfalls macht die Uniform keinen Unterschied zwischen Soldat und Terrorist, wenn beider Geschäft das Morden ist.


Carmen Rother
Betr.: Israels Recht auf Verteidigung
19.04.2002, 17:03 Uhr
angesichts eines solchen kommentars in einer renommierten deutschen tageszeitung bin ich doch einigermaßen sprachlos. ist denn jetzt wirklich alles, was die momentane israelische regierung macht, mit der leidvollen geschichte der juden zu rechtfertigen? und ist wirklich jeder, der die repressive besatzungspolitik der israelischen regierung kritisiert, ein antisemit?

genau an dem tag, als die UN das von der israelischen armee fürchterlich zugerichtete flücht-lingslager dschenin besichtigte und die UN und andere menschenrechtsorganisationen sich entsetzt zeigten von dem, was die israelische armee dort angerichtet hat, hat herr widmann nichts anderes zu tun, als solidarität mit israel einzufordern.«israel braucht solidarität. nicht kritiklosigkeit, aber das ehrliche bekenntnis dazu, dass bewaffnete selbstverteidigung legitim ist, wenn andere mittel nicht fruchten.» (welche kritik ist denn bittschön erlaubt, herr widmann? und was ist mit der solidarität für das geschundene palästinensische volk?)

(...)

ich kann nur sagen, dass ich als 12jährige schülerin fürchterlich geschockt war, als ich zum ersten mal im erdkundeunterricht die bilder des holocaust zu sehen bekam. das, was das naziregime damals angerichtet hat, ist mit nichts zu vergleichen. doch ich bin auch heute entsetzt, wie die israelische regierung mit hilfe ihrer absolut übermächtigen armee das palästinensische volk unterdrückt und versucht auszulöschen und die ganze welt schaut (wieder) zu!

Sebastian Fingerling
Betr.: Israels Recht auf Verteidigung
19.04.2002, 13:23 Uhr
Sicher hat Israel ein Recht auf Selbstverteidigung. Das rechtfertigt aber nicht jede Sauerei, indem man sie einfach als «Selbstverteidigung» beheuchelt. Da hilft es auch nicht, wenn die israelische Armee der Öffentlichkeit aufs Ohr bindet, sie hätte Dschenin ganz vorsichtig verwüstet. Und Joachim Widmann muß sich in seinem Kommentar reichlich Mühe geben, breit angelegte Kriegsverbrechen zum nackten Kampf ums Überleben umzurubeln. Da ist allein schon die Mahnung der roten Heidi, man dürfe nicht wegsehen eine Gleichsetzung Scharons mit Hitler. Soll man wegsehen, damit der israelischen Regierung nicht die Ungerechtigkeit eines solchen konstruierten Vergleichs widerfährt?

(...)

Unterm Strich hat Widmann einen ganz zentralen Punkt übersehen. Auch wenn man sich abmüht, die Gewalt auf einer Seite (und nur auf einer Seite, denn die Gewalt der anderen Seite wird als Rechtfertigung benötigt) bedingungslos zur Selbstverteidigung umzudefinieren, es ist nichts anderes als die Gewalt, die das ganze Problem des Nahostkonflikts ausmacht. Der Altersstarrsinn der beiden Greise wäre zu ertragen, wenn im Ergebnis nicht Menschen brutal daran gehindert würden, ihr Leben zu leben.


Stefan Schinle
Betr.: Israels Recht auf Verteidigung
18.04.2002, 22:13 Uhr
Der Kommentator verwendet vollkommen irrigerweise Bilder, die nichts mit der Realität zu tun haben: Wenn demokratische Politiker nicht bewusst wegschauen, wenn es sich um mit Menschenrechten nicht zu vereinbarendem Vorgehen einer Armee handelt, bedeutet das mitnichten die Negation des Existenzrechts Israels. Der einzig mögliche Umkehrschluss bedeutete erschütternder weise, dass dieser Autor eine Unterscheidung zwischen Völkern vornehmen möchte: solchen, denen Menschenrechte zustehen und solchen, denen nicht. Letzteres sind wohl die Untervölker. Das ist Faschismus!

Unglaublich dreist, dumm und beleidigend ist es, Frau Wieczorek-Zeul vorzuwerfen, sie erkläre die Verteidiger von Sicherheit und Ordnung durch die Blume zu Nazis. Ich verstehe nicht, warum so oft Kritikern der Militäraktion Israels mit dem Vorwurf des Faschismus gekontert wird. Ich empfinde es als zutiefst unmoralisch, ausgerechnet die Opfer der Nazis zu benutzen - besser: zu missbrauchen - um Kritiker am heutigen massenweisen Töten von Menschen mundtot machen zu wollen. Natürlich haben die Kritiker recht: nie wieder Wegschauen, egal wo!

Des weiteren vermisse ich in der völlig einseitigen und polemischen Darstellung der Situation, ein reflektierteres Auseinandersetzen mit der palästinensischen Seite. Mich wundert doch ein wenig, dass dieser Kommentar zur Veröffentlichung in der Netzeitung gelangte...


Oliver Guttmann, Cambridge, England
Betr.: Israels Recht auf Verteidigung
18.04.2002, 16:51 Uhr
Ich wollte Ihnen zu diesem Artikel gratulieren. Meiner Meinung sagt dieser Text alles, was es zu diesem Thema zu sagen gibt. Die öffentliche Meinung wird in Europa zunehmend von Leuten beeinflusst, die meinen, ihren Antisemitismus mit puren Anti-Zionismus zu verschleiern. Ich möchte wissen, ob Herr Möllemann schon einmal in einen Café saß und darüber nachgedacht hat, ob jede Minute ein Selbstmord-Attentäter durch die Tür kommt.

Ich würde gerne wissen, was die Deutschen machen würden, wenn Sie ihre Kinder nicht mehr am Abend in eine Disco schicken können, weil sie Angst haben, sie nie wieder zu sehen. Interessant ist auch, dass das Nobelpreis-Komitee bedauert, seinen Preis and den jetzigen israelischen Außenminister Schimon Peres vergeben zu haben, aber zugleich kein Wort über Jassir Arafat verliert.

Dies ist ein Mensch, der ganz im Sinne des Komitees Bombenbestellungen bezahlt und anordnet, Menschen auf einer Feier in die Luft zu sprengen. Vielen Dank für diesen Artikel. Sie haben mir aus der Seele gesprochen.


Wolf Straub
Betr.: Abseits für Effenbergs Arbeitsmarkt-Vorschläge
17.04.2002, 09:44 Uhr
Nun mal Spaß beiseite, wenn sich so ein spekulativer «Rasentrippler» erdreistet, ein Urteil über Arbeitslose zu fällen, also ich weiß nicht. Denn dessen Wohlstand beruht eben auf der Begeisterung der Fußballfans. Heißt es nicht: Man beißt nicht die Hand, die einen füttert? Aber Herr Effenberg war schon immer bekannt für seine emotionale und hirnlosen Aktionen... siehe «Stinkefinger». Aber dass man diesen völlig schwachen Ausspruch eben des Herrn Effenberg veröffentlicht, das finde ich gut, so werden die Fußballfans endlich mal wieder aus dieser fragwürdigen «Begeisterungstrance» gerissen, und stellen fest, dass diese so hochgelobten und - geschätzten Spieler eben auch nur Menschen sind.

Die Quintessenz für Herrn Effenberg sollte so ausfallen, dass man ihm die Zuneigung versagt, ihn ins Abseits stellt. Jedenfalls kann ich es nicht akzeptieren, dass solch ein windiges Kerlchen sich erdreistet, über Arbeitslose zu richten. Ein Elfmeter in sein wertes Hinterteil.


Friedrich Frenzel, Eichigt
Betr.: Nahost-Konflikt
14.04.2002 17:10 Uhr
Israel hat doch gar keine andere Möglichkeit, als durch Krieg ein Ende der Selbstmordattentate zu erzwingen. Dass Möllemann und viele andere das nicht kapieren, kann ich nicht verstehen. Ich finde es selbstverständlich auch traurig, dass wer weiß wie viel Unschuldige darunter leiden müssen, dass einige verrückte Nationalisten ihre Süppchen kochen.

Wer hat denn mit der Gewalt nicht aufgehört? Gibt es israelische Selbstmordattentäter, die palästinensische Zivilisten umbringen? Haben die Israelis einen dem Anschlag auf das WTC vergleichbaren Anschlag auf Einrichtungen von Moslems vorgenommen? Wer steckt jetzt wieder hinter dem Anschlag auf die Synagoge in Tunesien? Wer antwortet denn auf jede Waffenstillstandsvereinbarung mit einem neuen Terroranschlag? Die Al Qaeda ist auch eine Organisation der Moslems.

Wie wäre es, wenn sich alle auch so vehement dafür einsetzen würden, dass die Palästinenser mit den Selbstmordattentaten oder besser: die Moslems allgemein mit der Gewalt gegen Andersgläubige aufhören, wie sie das bei der Verurteilung Israels tun?


Dimitri Spyrou
Betr.: Kirch-Pleite
14.04.2002 15:43 Uhr
Der «gläubige Christ» Kirch hat sein unbestrittenes Talent nicht zur Erbauung, sondern zur Verdummung des Volkes eingesetzt. Er wird daher nicht nur als ökonomischer, sondern vor allem als moralischer Verlierer in die Geschichte eingehen.


Tilman Kluge
Betr.: Schweizer Botschafter muss Berlin nach angeblicher Sex-Affäre verlassen
10.04.2002 22:12 Uhr
Verhielt sich der Schweizer Außenminister Joseph Deiss als Vorgesetzter eines Diplomaten in Sachen Borer-Fielding korrekt oder gar diplomatisch? Er sagte über Borer-Fielding, den nach Bern versetzten Botschafter in Berlin, dieser habe «unter den gegebenen Umständen» (angebl. Sex-Affäre) seine Mission in Berlin nicht mehr wirkungsvoll erfüllen können und sich geweigert, Anweisungen mißachtend, von sich aus nach Bern zu kommen. Darf ein (mithin auch fürsorgeverpflichtiger) Dienstvorgesetzter innerdienstliche Sachen wie geschehen nach außen tragen, zumal dies nicht Voraussetzung für eine letztendliche Durchsetzung von Deiss´ Anweisungen war? Ich meine Nein, hier hat ein Vorgesetzter als Vorbild versagt.


Hartmut Strube, Verbraucher-Zentrale NRW, Düsseldorf
Betr.: BGH: Immobilienkredite können als Haustürgeschäfte gelten
09.04.2002, 18:19 Uhr
Das Urteil wird nach unserer Einschätzung Zehntausenden von Verbrauchern aus unsinnigen Immobilienfinanzierungen heraushelfen. Es geht bei den Verfahren in der Regel nicht darum, auch gleichzeitig die Kaufverträge rückabzuwickeln, so dass die Einschränkung des BGH praktisch nicht ziehen dürfte. Denn die Verkäufer dieser «Schrottimmobilien», meist GmbHs von windigen Investoren, sind in aller Regel insolvent und damit nicht mehr greifbar.

Wir halten die Entscheidung für das wichtigste verbraucherschützende Urteil der letzten zehn Jahre und bieten ab morgen eine Checkliste an, damit Verbraucher selber prüfen können, ob ihr Vertrag unter das BGH-Urteil passt. Außerdem einen Musterbrief zum Widerruf und eine Information. Ansprechpartner hier ist der Unterzeichner.


Tobias Plebuch, Stanford, USA
Betr.: SPD-Landeschefs wollen Wehrpflicht abschaffen
06.04.2002, 23:17 Uhr
Ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl entdeckt die SPD die Wehrpflicht. Jungen Männern soll vor dem Urnengang noch etwas Sand in die Augen gestreut werden, aber sie sollten sich nicht für dumm verkaufen lassen.

Zur Erinnerung: Im Rahmen der Wehrpflicht werden eingeschränkt: das Persönlichkeitsrecht GG Art. 12 (1), das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit Art. 2 (2), die Meinungsfreiheit Art. 5, die Versammlungsfreiheit Art. 8, die freie Berufswahl und das Zwangsarbeitsverbot Art. 12 , die Freizügigkeit Art 11 (1), die Vereinigungsfreiheit Art. 19 (1), das Petitionsrecht Art. 17, das Verbot geschlechtlicher Diskriminierung Art. 13 (2) und (3) sowie die Unverletzlichkeit der Wohnung Art 13 (1).

Angesichts dieser tiefgreifenden Entrechtung sind die Phrasen vom «Bürger in Uniform» und von der «allgemeinen» Wehrpflicht blanker Sarkasmus. Es handelt sich in Wahrheit um eine geschlechtliche Selektion junger Männer zur Zwangsarbeit und ihre Degradierung zu Staatsbürgern dritter Klasse. Auch die Sonntagsreden vom «legitimen Kind der Demokratie» sind reine Augenwischerei. Deutschland hat im Kaiserreich und in der Nazidiktatur mit Wehrpflichtarmeen zwei Weltkriege vom Zaun gebrochen. Hitler hat die Männerwehrpflicht unter Bruch des Versailler Vertrags wieder eingeführt. Die meisten westlichen Demokratien haben die Wehrpflicht abgeschafft. Wie steht es dann um die «Verankerung der Bundeswehr in der Bevölkerung»? Die Verweigerungszahlen sind heute so hoch wie nie zuvor. «Wehrgerechtigkeit» existiert ohnehin nicht und wäre auch bei 100 Prozentiger Einziehungsquote ein Euphemismus. Diskriminierungsverbot und Gleichstellungsauftrag des Grundgesetzes sind eine Lachnummer angesichts einer BürgerInnenarmee, in der Männer dienen und Frauen verdienen. Wenn also nicht in Demokratie und Gesellschaft, wo ist die keineswegs allgemeine Wehrpflicht noch verankert?

Im Sozialstaat. Wer zwei und zwei zusammenzählen kann, weiß, dass an der Männerwehrpflicht nur wegen denen, die sie verweigern, so krampfhaft festgehalten wird. Denn nicht allein die 9-Monats-Rekruten, mit denen Scharping sowieso nichts anzufangen weiß, sondern vor allem die zivildienstleistenden Heinzelmännchen könnten auf Nimmerwiedersehen vertrieben werden, sollten die Verfassungsrichter denen heimleuchten, die Sozialpolitik unter dem Deckmäntelchen von Landesverteidigung betreiben. Die Männerwehrpflicht rechnet sich eben, weil dank des Zusatzartikels 12 (a) viele, viele junge Männer jahrein, jahraus ohne Kündigungsrecht und ohne Gewerkschaftsvertretung Dienstleistungen für ein warmes Essen und ein Taschengeld erbringen. In der Altenund Krankenpflege sind sie bereits strukturell unverzichtbar.

Lohneinsparungen in Millardenhöhe stehen auf dem Spiel, wenn die billigen Zwangsarbeiter nicht mehr fleißig schaffen, die einer amtlichen Leitlinie zufolge «arbeitsmarktneutral» eingesetzt werden sollen. Jeder weiß, dass das genaue Gegenteil der Fall ist. Darum wird seit den 80ern das positive Image vom netten Zivi so eifrig gepflegt. Darum ist das Verweigern so kinderleicht gemacht worden im sozialen Dienstleistungsstaat. Darum auch werden 100 Prozent der netten Zivis eingezogen, während von denen, die nicht «verweigern», nur noch etwa 20 Prozent zur Bundeswehr gebeten werden. Zivis kann es dagegen nie genug geben. Stell dir vor, es ist Frieden, und niemand verweigert mehr. Es wäre das Ende der «allgemeinen Wehrpflicht».

Übrigens: meine Kinder haben nicht mehr die deutsche Staatbürgerschaft. Und das ist auch gut so, Herr Scharping.


Friedrich Frenzel, Eichigt
Betr.: Politik streitet um Bürgschaften für Bundesliga
06.04.2002 00:01
Es kann doch wohl nicht wahr sein: Die Fußballclubs, allen voran natürlich ihre Bosse, konnten den Hals nicht voll genug bekommen und verkauften Kirch die Rechte statt den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern. Und das nur, damit ihre Spieler Millionengehälter kassieren können. Daß der damit ausgebremste Staat daß er es de facto ist, beweisen die gesetzlichen Grundlagen zu den Fernsehgebühren nun auch noch Steuergelder dafür verschwenden soll, vermag ich nicht einzusehen. Herr Clement scheint von allen guten Geistern verlassen zu sein, wenn er überhaupt auf so eine Idee kommt. Es ist doch Schwachsinn, zu glauben, daß von den an die Fußballclubs gezahlten Millis (-ionen oder -iarden) jemals auch nur ein Pfennig zurückkommen würde. Die Clubs sollen ihren Spielern endlich mal realistische Gehälter zahlen.

Samir Sekkal, Langenfeld
Betr.: Möllemann verteidigt Gewalt der Palästinenser
05.04.2002 17:44
Ich finde Herr Möllemann hat recht mit seinen Äußerungen. Es kann nicht angehen, daß Israel das palästinensische Volk mit Terrorakten überzieht und sich gegen den Frieden wehrt. Scharon, selbst ein Kriegsverbrecher und für zahlreiche Massaker an den Palästinensern verantwortlich, kann keinen Frieden herbeiführen.

Natürlich sind die Terrorakte der Palästinenser ebenfalls nicht gut zu heißen, jedoch kann man sie nach über 30 jähriger Besatzung durch die Israelis gut verstehen. Sie kennen überhaupt nichts anderes als den Krieg, die Chance in Frieden aufzuwachsen, blieb ihnen verwehrt.

Mir persönlich wird bei den täglichen «Hiobsbotschaften» förmlich schlecht, die USA, bzw. Europa schauen weg und lassen Israel gewähren. Die Greueltaten der Nazizeit rechtfertigen in keiner Weise das terroristische Vorgehen der Israelis gegen Palästina.

Die UNO muß endlich mehr Verantwortung übernehmen und ihren Einfluß vergrößern, ansonsten ist sie nur eine Marionette der USA! Es kann doch nicht sein, wenn mehrheitlich der Sicherheitsrat eine Resolution gegen Israel verabschiedet und der «große Bruder» ständig blockiert

Der Frieden im Nahe Osten kann nur durch ein «Diktat» von «Aussen» erfolgen, das von der UNO erarbeitet und verabschiedet werden muß. Die gesamte Region ist ein reines Pulverfass, es wird endlich zeit für einen umfassenden Frieden im Nahen Osten.

Ich appelliere auch an die gewählten deutschen Volksvertreter endlich Farbe zu bekennen und gemeinsam mit der EU bzw. UNO verstärkt Druck auf Israel auszuüben. Wir benötigen den weltweiten Frieden und Stabilität denn mehr denn je.


Michael Herud, Cloppenburg
Betr.: Zeuge Jehovas verklagt Arzt wegen Transfusion
04.04.2002 13:03
Ich finde die Unter-Überschrift dieses Artikels zu pauschal und irreführend. Kein Patient, der freiwillig zum Arzt geht, um sich operieren zu lassen, macht diesem Vorwürfe, wenn er ihm das Leben rettet.

Wichtig ist, das die Behandlungsstrategie sorgfältig zwischen Arzt und Patienten abgesprochen wird. Dazu gehören auch Absprachen, wie bei unvorhergesehenen Komplikationen gehandelt werden sollte. Diese Absprachen werden am Besten schriftlich festgehalten. Sollte es schwerwiegende Meinungsunterschiede geben, wäre es nur fair, wenn der Arzt die Behandlung ablehnt und der Patient sich schnellstens einen anderen Arzt sucht, der willens und fähig ist, die Behandlung gemäß dem Wunsch des Patienten durchzuführen.

Wenn aber eine Übereinkunft zwischen Arzt und Patient erfolgt, dann darf man auch erwarten, dass sich beide Seiten daran halten.

Mir scheint, dass in dem obigen Fall diese bewährte Vorgehensweise nicht völlig eingehalten wurde. Doch ich finde, dass es für Außenstehende nicht passend ist, Schuldzuweisungen auszusprechen, da sie die Einzelheiten nicht kennen.

Günter Zühlsdorf, Isselburg
Betr.: Bodewig: Benzinpreis-Erhöhungen «schamlos»
01.04.2002, 10:35 Uhr
Ihr kurzer Artikel über die Attacke von Bundesverkehrsminister Bodewig gegen die Mineralölkonzerne ist typisch für die gegenwärtigen Minister (lat.= Diener) dieser Bundesregierung: Immer auf andere zeigen. Herr Bodewig prangert nicht den staatlichen Zugriff von 68 bis 70 Prozent an Steuern für Benzin oder Diesel an, sondern jene, die für 30 Prozent das Erdöl kaufen, transportieren, verarbeiten, anliefern und verkaufen müssen.

Nicht das Kartellamt ist gefragt, sondern das Bundesverfassungsgericht, ob der Staat für eine Sache, die ihm nicht gehört, siebzig Prozent an Steuern von den Verbrauchern nehmen darf. Diese große Schröpfung ist nicht legitim, sondern Wucher. Ein großer Kulturphilosoph des 20. Jahrhunderts nannte dies «Steuerbolschewismus», nach dem russischen Wort «bolsche = mehr» : immer mehr Steuern. Der Staat ist der Moloch, der ruiniert. Doch was wissen Staatsdiener schon von diesen Zusammenhängen?


Hans-Peter Hammer, Enger
Betr.:Anmerkung zum Leserbrief von Günter Zühlsdorf
06.04.2002, 17:33 Uhr
Leider ist Herr Zühlsdorf auf den politisch-medialen Trick hereingefallen immer (bestimmt nicht ohne Hintergedanken) den Steuerprozentanteil am Kraftstoffpreis zu nennen. 70 Prozent Steueranteil am Benzin hört sich halt sehr viel harmloser an als die eigentlich üblichere Angabe von Prozentangaben auf den Preis, wie sonst bei z.B. der Mehrwertsteuer. Zur Verdeutlichung: Kostet eine Ware 116 Euro incl. 16 Prozent Mehrwertsteuer so ist klar der eigentliche Preis beträgt 100 Euro. Auf den Preis werden also 16 Prozent Steuer aufgeschlagen. Nur beim Sprit sind anscheinend Politik und Medien übereingekommen die Zahlen anders herum anzugeben. Wie ich in einem früheren Leserbrief schon einmal versucht habe zu verdeutlichen: Der Staat Bundesrepublik Deutschland schlägt auf Sprit rund 240 Prozent Steuern auf. (Ich habe es dreimal nachgerechnet weil ich es selbst nicht glauben wollte!) Aber es bleibt Tatsache: Gibt man den Steueranteil bei Benzin so an wie es üblich wäre/ist, ergibt das eine Mineralöl,/Mehrwert-,Ökosteuer von rd. 240 Prozent !!!!!! :(

Und da wagt es Herr Bodewig von Wucher bei den Mineralölkonzernen zu sprechen?? (Besonders wo das Finanzamt an jeder Preiserhöhung kräftig mitkassiert!)

Er handelt eben typisch politisch, in Umkehrung eines Bibelspruches: Zeige immer wieder auf den Splitter im Auge des Anderen, damit der Balken im eigenen Auge nicht bemerkt wird!

 
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