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Ihre Meinung zur Netzeitung

06. Sep 2001 20:31, ergänzt 02. Okt 2001 18:22
Die Leserbriefe im September 2001

Wolfgang Müller, Köln
Betr.: NZ-Spezial: Terror-Krieg
Ihre Überschrift «Terror-Krieg» missfällt mir sehr! Es hat einen schrecklichen Terrorangriff gegeben. doch herrscht weder Krieg, noch will irgend jemand, dass es zu irgend einem Krieg kommt. Also suggerieren sie nicht ständig und an exponierter Stelle, dass ein Terrorkrieg im Gange ist. Oder wollen sie, dass wir wieder Bunker bauen oder zuhauf zu den Waffen laufen? Das ist doch genau das, was der Terrorismus bezwecken will!


Dr. Christof Rehbein, Offenbach
Ich bin ja eigentlich eher ein Anhänger ganz klassisch auf Papier gedruckter Information, will sagen der Zeitung im eigentlichen Sinn, aber Ihr Konzept gefällt mir ganz außerordentlich gut. Seriöser Journalismus im Netz - sehr angenehm zu lesen.

Betr.: Anschlagserie in den USA
Thorsten Windus, Hannover
Ich möchte Ihnen für Ihre hervorragende Arbeit danken. Aufgrund einer Eilmeldung von Ihnen wurde ich gestern auf die Katastrophe aufmerksam und konnte die Information an unsere Mitarbeiter weitergeben. Im Laufe des Nachmittags zeigte sich, dass Ihre Website die einzige war, auf der man noch einigermaßen Informationen bekommen konnte, Cnn, ntv und N24 waren bereits in die Knie gegangen. Für die Kollegen, die in ihren Büros saßen und kein Radio und Fernsehen hatten, eine hervorragende Informationsquelle.

Ulrich Schroeter, Strausberg
Ihnen grosses Lob nicht nur wegen der Aktualität der Meldungen, sondern auch für die «Chronologie der Anschläge». Meines Wissens die einzige Agentur, die einem hilft, durch Überblick die wesentlichen Grundtatsachen zu verstehen.


Sandra Engelhardt, Wenzenbach
Kompliment! Keine Seite im Internet hat so schnell und ausführlich auf die Terroranschläge in den USA reagiert. Wo andere Seiten im wahrsten Sinne des Wortes zusammenbrachen, blieb die Netzeitung «stehen». Nur das Radio war schneller, aber dort gibt es keine Bilder

Christian B. Eichner, Rosario/Argentinien
Erst ungläubig, dann fassungslos und dann ohmächtig habe ich die Terrorangriffe in den USA verfolgt. Nachdem ich hier bei meinem Praktikumsstelle in Argentinien etwas von den Medien abgeschnitten habe ich die Entwicklung im Internet verfolgt. Ich moechte Ihnen ein großes Lob aussprechen für ihr Angebot. Alle anderen mir bekannten Nachrichtenquellen konnten der Entwicklung nicht folgen. Die Netzeitung war am uebersichtlichsten und hat die besten Informationen geliefert. Ich werde Netzeitung.de in Zukunft als Startseite festlegen.

Nachdem sich die schrecklichen Ereignisse etwas gesetzt haben bin ich auf den Artikel «Eine neue Art von Weltkrieg» gestossen. Es trifft den Nagel auf den Kopf und ist eine gute Zusammenfassung der Ereignisse.
Peter Funk, Köln
Ich las Ihre Zeitung über einige Wochen hinweg mindestens 1 Mal täglich.

Seit einigen Tagen fügen Sie großflächige Werbeanzeigen in die Titelseiten und viele Artikel ein. das macht die Lektüre so umständlich, dass ich inzwischen andere Netz-Zeitungen bevorzuge. Natürlich müssen Sie sich irgendwie finanzieren. doch ich fürchte, Sie verlieren mit derart ungeschickter Werbung so viele Leser, dass selbst der Nettowerbeeffekt für Ihre Kunden negativ ist.


Andreas Bastelberger
Ich weiß ja, dass ich ein stilles Tabu breche, wenn ich die Anzeigenplatzierung in einer anzeigenfinanzierten Zeitung kritisiere. Aber die Anzeige unter den Titeln der Artikel schreckt mich derart ab, dass ich zunehmend auf andere Zeitungen ausweiche. Salopp gesagt: ätzend zu lesen.

Ich weiß ja, dass es in Printmedien durchaus üblich ist, Anzeigen an einer solchen Stelle zu platzieren, aber das Internet ist ein anderes Medium, elektronisch eben und nicht gedruckt. Ich denke, es ist der Kontrast, der hier stört, zumal Sie das schöne alte Layout nicht mehr verwenden.


Frank Fuchs, Vogtland
Betr.: Protest gegen Diäten-Erhöhung
Die Bezeichnung Diät sollte man doch im Zusammenhang mit der Bezahlung von Abgeordneten des Deutschen Bundestages - in meinen Augen gewählte Staatsdiener auf Zeit - vermeiden. Der Staat selbst muss zwar endlich Diät machen – Neuverschuldung wird ja systematisch gesenkt – aber auf seine Beamten und sonstigen Beschäftigen in welcher Art auch immer trifft das wohl nicht zu.

Welcher Arbeitnehmer kann von sich sagen er bekommt regelmäßig mehr Lohn, das sind die allerwenigsten. Fakt ist, das Zurückhaltung bei den Lohnforderungen empfohlen wird aber bei Politikern gerade das Gegenteil empfohlen wird.


Ingo Lehmann, Aktion Transparente Verwaltung, München
Betr.: Grüne mahnen Informationsfreiheits-Gesetz an
Na endlich wird auch mal über dieses so grundlegende Gesetz berichtet. Zur Zeit werden in acht Bundesländern und auf Bundesebene Bürgerbeteiligungsrechte verhandelt und kaum einer weiß davon. Seit November 2000 döst die Bundesregierung auf einem Gesetzesentwurf, der jedem Bürger das Recht geben soll, am «Wissen und Handeln der öffentlichen Verwaltung» teilzuhaben und es kontrollieren zu können. Ein Gesetz, dass in anderen EU-Ländern Milliarden Euro Korruptionsverluste verhindert hat und mit dessen Hilfe seit 1966 in den USA immer wieder Regierungsskandale aufgedeckt werden konnten.

Und warum gibt es das immer noch nicht in Deutschland? «Wegen der Gebühren konnte man sich noch nicht einigen». Gebühren, die für Unterlagen erhoben werden sollen, die der Bürger ohnehin schon bezahlt hat. Nein, ich wage mal zu behaupten, dass hier ganz andere Überlegungen für den Bremsklotz sorgen. Wie Hamburg und Berlin gezeigt haben, ist staatliche Misswirtschaft und Korruptionsnähe keine Frage des Parteibuchs, sondern zeugt von der Tatsache, dass ein gewisser Prozentsatz der Regierungsbeamten mehr Transparenz braucht, um von seltsamen Staatsausgaben abgehalten werden zu können.


Dirk Sonntag, Köln
Betr.: Cannabis-Spray gegen chronische Schmerzen
Cannabis hat eine lange Geschichte als Heilmittel: Schon im Mittelalter war Hanf fester Bestandteil in der Volksmedizin. Im 19. Jahrhundert stellte die Pharmafirma Merck medizinische Cannabisprodukte her. Bis 1925 war Cannabis in Apotheken frei verkäuflich.

Nur die Entkriminalisierung von Cannabis, dessen medizinischen Einsatz für jeden, für den es indiziert erscheint, in natürlicher, homöopathischer Form genauso wie als synthetisches Arzneimittel kann der ärztlichen Berufsethik und das Grundrecht der Bevölkerung auf medizinische Versorgung entsprechen.

Gerhard Müller, Ratchaburi, Thailand
Betr.: Scharpings Flugaffäre
Sind solche Politiker und Experten überhaupt noch für einen Staat tragbar? Ein Verteidigungsminister begibt sich ins Vergnügen, während seine Soldaten sich in Gefahr begeben. Um jede Minute seines Vergnügens auskosten, belastet er den schon so maroden Verteidigungshaushalt. Und ein Kanzler der das auch noch richtig findet. Denken etwa solche Politiker, das steht ihnen zu, und kürzen zum Ausgleich den Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern ihre Leistungen?

Luciano Ortelli, Schweiz
Betr.: Müntefering kritisiert Abweichler in der SPD
Ich finde das Verhalten der SPD- und Grünen-Abweichler unbegreiflich und unangebracht. Nachdem feststand, dass die Unionsparteien für den Mazedonien-Einsatz der Bundeswehr stimmen würden, war es ja sinnlos, gegen die Regierung zu stimmen. Wenn man schon zusammen regieren will, sollte man in derartigen Situationen persönliche Ansichten den parteipolitischen Ueberlegungen unterordnen. Es wäre doch töricht gewesen, wegen einer solchen Frage eine Regierungskrise heraufzubeschwören.

Robert Steiner, Alkoven, Österreich
Betr.: Müntefering will Abweichler in der SPD bestrafen
Die Drohung von Herrn Müntefering, Sanktionen gegen SPD-Abgeordnete zu verhängen, die sich im Bundestag gegen den Mazedonieneinsatz der Bundeswehr ausgesprochen haben, ist ein Skandal. Kennt Herr Müntefering nicht den Artikel 38 des deutschen Grundgesetzes: «Sie (die Abgeordneten) sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen»?

Sven Knuth
Betr.: Müntefering will Abweichler in der SPD bestrafen
Die Androhung von Konsequenzen, wenn der Abgeordnete abstimmt wie es ihm sein Gewissen vorschreibt, ist ein Akt gegen die Demokratie. Soll das eine Mehrparteiendiktatur werden? Der Abgeordnete hat nur so abzustimmen wie es ihm sein Gewissen vorschreibt. Und er hat sein Verhalten nur gegenüber sich selbst und seinen Wählern zu vertreten. In der Praxis ist die parlamentarische Demokratie schon viel zu sehr ausgehöhlt, aber das überschreitet nun alle Grenzen. Die Parteien sollen an der politischen Willensbildung mitarbeiten, nicht sie beherrschen.

Herr Münteferings Verhalten in dieser Sache ist völlig inakzeptabel. Das sind Methoden des dritten Reiches und der DDR, die ich überwunden geglaubt hatte. Ich werde deshalb aus der SPD austreten und danach den bedrohten Abgeordneten meine Hilfe anbieten.

Ich bin durchaus für den Mazedonieneinsatz. Aber es geht nicht an, Drohungen gegenüber den Abgeordneten auszusprechen, nur weil diese anderer Meinung sind. Es scheint, Herr Müntefering bräuchte Nachhilfe in Demokratie.

 
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