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Ihre Meinung zur Netzeitung

10. Aug 2001 19:48, ergänzt 30. Aug 2001 20:31
Die Leserbriefe im August 2001

Alex Kanz, Frankfurt
Gerade erst habe ich zwei große deutsche Zeitungen angeschrieben, ob Sie nicht eine Art Newsletter zur Verfügung stellen könnten, damit ich gezielt die Artikel zum Lesen bekomme, die mich auch wirklich erst interessieren. Beide gaben mir eine negative Antwort - und heute finde ich, mehr oder weniger durch Zufall, genau das, was ich gesucht habe: Netzeitung!

Ich werde mich in den nächsten Tagen ausgiebig mit Euch beschäftigen und alles ausprobieren, was es bei Euch so gibt (aber was ich heute schon gesehen habe, gefällt mir sehr gut!).

Frank Fuchs, Vogtland
Betr.: Internet Explorer
Es wäre besser für Microsoft, sich ein Beispiel an Opera zu nehmen - dort kann man wählen, ob man die Version mit oder ohne Java installieren möchte. So kann man es ja mit allen gewünschten Komponenten machen - es dem mündigen Surfer überlassen, was er schließlich auf seinem System installiert.

Harald Scheffler, Leipzig
Betr.: Urteil: Beckenbauer-Double ist nicht lustig
Nun ja, Satire hat es in diesem Lande im allgemeinen und bei dieser Justiz im besonderen schwer. Unabhängig davon war der inkriminierte Werbespot nicht sonderlich komisch. Das mag daran gelegen haben, dass Satire unmöglich ist, wenn schon das Original («Jo, iss denn heit scho Weihnachten?») nicht mehr ist als eine schwache Parodie.

Rafael Wefers, Bamberg
Betr.: (Fehl-)Start: heute.t-offline.de
Als regelmäßiger Leser diverser informativer Internetauftritte, wie zum Beispiel Netzeitung.de, Sueddeutsche.de, Zeit.de usw. kam ich nicht umhin auch mal der absoluten Neuigkeit auf dem Informationssektor «heute.t-online» einen Besuch abzustatten. Bei diesem einen Besuch wird es voraussichtlich auch bleiben. Genauso farblos und überfinanziert wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen präsentiert sich das neue Kooperations-Portal welches, so die Hoffnung des ZDF und von T-Online zweistellige Besucherzahlen tummeln sollen.

Nur stellt sich mir die zentrale Frage: Warum um alles in der Welt sollte jemand freiwillig diese Seite aufrufen? Womit sollen die Erwartungen die ich (und sicher auch viele andere Besucher eines tagesaktuellen Internet-Magazins) hege erfüllt werden?

Die Inhalte an sich sind nicht ausführlich genug dokumentiert, die Seite selber im Layout dröge und einschläfernd. Die Seite selber extrem langsam im Seitenaufbau. Das Impressum spottet jeder Beschreibung... und «werbefrei» ist die Seite auch nicht, oder wie darf ich das T-Online Label samt Verweisen auf T-Online eigene Seiten auf der rechten Seite verstehen?

Fazit: Mit heute.t-online hat das ZDF wieder eine Möglichkeit entdeckt Geld aus den GEZ-Gebühren medienwirksam zu vernichten und einen Gebührenanspruch im Internet zu begründen. Denn als Vorstoß in diese Richtung ist der Auftritt nämlich tatsächlich zu werten, auf daß ab 2003 für jeden PC, sei er nun multimedial und mit Internetzugang ausgestattet oder nicht, GEZ-Gebühren verlangt werden.


Günter Bartlos
Betr.: Siegel: Filmmusik ist von mir geklaut
Das ist mal wieder typisch für Ralph Siegel. Den Schrott, den der zusammenschreibt, will bei der Jugend keiner mehr hören. Jetzt sieht er eine billige Art Geld zu machen, und springt sofort auf. Das ist leider eine neue Masche geworden. Hat einer Erfolg, findet sich bestimmt einer, der einen Grund findet, ohne eigene Arbeit daran mitzuverdienen. Im Internet hat sich das schon regelrecht zu einer Parasitenkultur entwickelt.

Es gibt leider nur 8 Grundtöne in C Dur, da ist irgendeine Abfolge von Tönen sicher schon einige male da gewesen. Es kommt aber auf die ganze Melodie an und nicht auf einzelne Tonpassagen. Ich möchte Herrn Siegels Machwerke mal mit anderen Musikstücken vergleichen, da finden sich bestimmt einige Takte, die früher schon mal jemand anders komponiert hat.

Bernhard Keim, München
Betr.: PDS-Fraktionschef: DDR
war kein Unrechtsstaat

“Erst benehmen sie sich wie die Schweine und hinterher ist es niemand gewesen”, so Erich Kästner zur Vergangenheitsbewältigung der NS-Zeit. Der Satz hat nichts von seiner Kraft verloren, wenn man den Worten unverdrossener Altfunktionäre der SED lauscht. Wenn Republikflucht ein Vergehen ist, bei dessen Versuch man auf der Stelle erschossen werden kann und wenn eine von der offiziellen Sichtweise abweichende Meinung ein hinreichender Grund ist um mundtot gemacht zu werden, dann ist die DDR natürlich kein Unrechtsstaat. Man hätte sich nur an die geltenden Normen halten müssen und schon lebte man frei und zufrieden. Wie sagte doch schon Henry Ford: “Sie können das Auto in jeder Farbe haben, vorausgesetzt sie ist schwarz.” So kann man Demokratie natürlich auch sehen und in der Tat, wofür sollte man sich dann für welches Unrecht entschuldigen?

Jerzy Wasner, München
Betr.: Rassismus-Konferenz wird
auch Deutschland kritisieren

England, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien und Deutschland haben eine schändliche Vergangenheit aufzuarbeiten, in der sie einer ganzen Rasse ihre Menschlichkeit abgesprochen haben. Wir «Europäer» waren es, die ihnen das Land geraubt haben, wir waren es, die ihnen das traditionelles Lebensstill gestört haben, wir waren es, die ihnen auch die Kultur geraubt haben. Die Regierungen können und dürfen nicht mehr behaupten, damit haben wir nichts zu tun, denn alle Regierungen sind kontinuierliche Einrichtungen, und erben somit die Leistungen und die Verantwortungen und Fehler ihrer Vorgänger. Wie lange wollen und werden die westliche Regierungen die Kolonialzeiten noch ignorieren?

Karl Glaser jun.
Betr.: Thierse: Rechte nutzen Ängste vor der Globalisierung aus
Hier stellt sich die Frage, ob Herr Thierse vielleicht die Vorgänge in Göteborg und Genua nicht wahrgenommen hat. Dort manifestierte sich schließlich linke bzw. linksextreme Ablehnung der «Globalisierung» in nicht unerheblichem Ausmaß. Herr Thierses erhobener Zeigefinger ist fehl am Platz.

Henning Kullak-Ublick
Betr.: Steffel dementiert Bericht über «Jugendsünden»
Irgendwie erinnert mich dieser Bericht an die Hetzkampagne gegen Joschka Fischer wegen seiner Sponti-Vergangenheit. Herr Steffel interessiert mich nicht sonderlich, aber was soll dieses ständige Hervorkramen alter Kamellen? Schaut doch lieber mal nach, ob er immer noch rassistisch denkt.

Roland Blach, Kornwestheim
Betr.: Nato-Soldaten treffen in Mazedonien ein
Wer glaubt schon ernsthaft daran, dass der Nato-Einsatz in Mazedonien sich auf 30 Tage beschränken wird und es nicht doch zu ernsthaften, bewaffneten Auseinandersetzungen beim Einsammeln der Waffen kommt? Werden wir nicht wieder von der Bundesregierung getäuscht, wenn sie im Vorfeld der Bundestagsabstimmung nächste Woche glauben machen will, der Einsatz der Bundeswehr wäre nach dreißig Tagen beendet?

Sollte es in dieser Zeit zu einer Auseinandersetzung kommen, müssen wir davon ausgehen, dass auch die Bundeswehr längerfristig vor Ort bleibt und sich nicht in einer einsamen Entscheidung nach dreißig Tagen zurückzieht.

Erstens fühle ich mich dabei wieder von der Regierung verschaukelt und zweitens wird die NATO immer mehr zum angeblichen Friedensstifter. Doch was können Militärs schon zum Beenden der Gewalt beitragen? Wenn der politische Wille auf allen Seiten da wäre, wäre dieser NATO-Einsatz überflüssig und die zivilen Einrichtungen (UNO, OSZE) hätten das Heft in der Hand.

Franz Grill, Salzburg
Über Ihren Link im «Standard» wurde ich auf die «Netzeitung» aufmerksam und gratuliere zur guten Mischung von Aktuellem und Hintergrund. Was mir aber schon abgeht, ist eine eigene Rubrik «EU» zwischen «Deutschland» und «Ausland».

Christine Sato
Betr.: Exorzistenbischof verlässt seine Frau
Kommentatoren in Rom machen dieses menschliche Drama zu einer Seifenoper und nehmen das Hin und Her dieses Paares nicht mehr ernst. Mir drängt sich doch eher der Verdacht auf, dass mit dieser ganzen Darstellung der reumütiger Rückkehr zur Kirche und dem Aufenthalt des Erzbischofs an einem geheimen Ort etwas nicht stimmt. Warum sollte er so eine revolutionäre Entscheidung, die er ja mit seiner Heirat getroffen hat, nach der Unterredung mit dem Papst wieder rückgängig machen?

Nach der bisherigen Beschreibung seiner Person ist er eher jemand, der konsequent seinem Gewissen folgt und damit auch Kritik und sogar Verfolgung auf sich nimmt, wie es in der Vergangenheit bereits von Seiten seiner Kirche geschehen ist. Logischer wäre für mich die Erklärung, dass der Vatikan über Leichen geht, um sein Recht und seine Macht über seine Mitglieder aufrecht zu erhalten.


Götz Krücken
Gute Zeitung. Ich mag eure Links in den Artikeln - mehr davon! Was nervt, sind die häufigen Satzfehler - beim Editieren könntet ihr euch mehr Mühe geben.


Helmut Mohrs, Landkern/Eifel
Betr.: Elvis Presley - Ein befreiter Blick am Ende
Ich bin seit langer Zeit ein treuer Leser der NZ. Vor allem von der Rubrik Voice of Germany. Ich möchte euch ein dickes Lob für den Artikel über Elvis aussprechen. So jemanden der noch Charakter hatte, wie er findest man selten. Vor allem diese sogenannten Künstler wie Madonna, Mick Jagger usw. haben doch kein Rückrad. die sind nur Künstler im nett und cool aussehen und im Geld abschöpfen. Nur heile oder medienwirksame provokante Welt spielen die den Fans vor, aber auch nur solange es sich verkauft und gesendet wird.


Ralf Hohnhold, Lage
Betr.: Elvis Presley - Ein befreiter Blick am Ende
Vielen Dank für den tollen Artikel zum 24 Todestag von Elvis Presley. Ein fairer Artikel zum Thema. Leider wird heutzutage immer nur auf dem «dicken und fetten» Elvis rumgeritten und die Elvis Fans als durchgeknallte Freaks dargestellt.

Kompliment an den Autor von jemandem der seit 24 Jahren Elvis-Fan ist und weiß wovon er redet.


Christian Bernstein
Betr.: Fatah-Führer entgeht israelischem Anschlag
Es ist schon merkwürdig, dass dem Palästinenserführer (wahrscheinlich zurecht) Mord unterstellt wird, die Aktionen der Israelis dagegen im letzten Absatz als gezielte Tötung bezeichnet werden. Auch steht das Word Mord in israelischen Zusammenhang an anderer Stelle in Anführungszeichen, im palästinensischen nicht.

Ich möchte in diesem Konflikt nicht werten, möchte jedoch darauf hinweisen, dass zweifelsfrei beide Seiten auf die eine oder andere Weise Morde begehen, unabhängig davon wie sie es selbst nennen. Israelische Militärpropaganda oder palästinensische Propagandatermini zu übernehmen und von «gezielter Tötung» zu sprechen halte ich für eine Verharmlosung wie das vielgescholtene Wort «Kollateralschaden».


Horst G. Maass, Tasmanien
Ich habe erst vor kurzer Zeit die Netzeitung im Internet gefunden und habe gleich meinen deutschen Freunden hier in Tasmanien davon erzählt. Wenn man soweit weg von der alten Heimat lebt dann ist eine Zeitung wie Ihre noch eine Brücke zurück nach Deutschland. Meine Freunde die in Deutschland leben, sind immer erstaunt, daß ich so gut über Deutschland informiert bin. Das ist natürlich nur wegen Zeitungen wie die Netzeitung und dafür bedanke ich mich recht herzlich.

Jörg Deppe, Bielefeld
Betr.: Bielefelder StadtBlatt in Not
In dem Artikel der Netzeitung vom 8. August wird der unzutreffende Eindruck erweckt, dass wir keinen Wert auf Unterstützung aus der Leserschaft legen.

Von der Netzeitung auf die Übertragbarkeit der Abo-Rettungskapagnen der «taz» angesprochen, habe ich, den statistischen Tatsachen entsprechend, auf den geringeren Anteil von Abonnements an unserer Gesamtauflage hingewiesen. Dies bedeutet in der Tat im Vergleich zur «taz» eine geringere Leserbindung des StadtBlatts und geringere Wirksamkeit von Abo-Kampagnen - aber ändert nicht das Mindeste an der nach Stadtzeitungs-Maßstäben einzigartigen Treue unserer Stammleser, die seit fast 25 Jahren für das Überleben unserer bundesweit einmaligen Zeitung sorgen.

Mit dieser Unterstützung, mit neuen Abos und Förderabos, aber auch mit Anteilsscheinen, mit Sponsor-Anzeigen, mit tatkräftiger und finanzieller Unterstützung der Leser, wird das Bielefelder StadtBlatt über sein 25. Jahr hinaus ein Beweis dafür bleiben, dass gesellschaftskritische Lokalzeitungen eben doch Erfolg am Markt haben können.

Christopher W. Bass, Gerlingen
Gratuliere, Eure Bilderschau ist ein wahres Plus für die Netzeitung und für Ihre treuen Leser. Ich bin einer der ersten Tage. Die Netzeitung ist bei Signum Data GmbH in Gerlingen unsere Startseite!. Bravo!.

Sascha Poddey, Wuppertal
Ich habe gerade die Netzeitung als meine Internet-Startseite eingerichtet und möchte ihnen auf diesem Wege ein Kompliment für Ihre aktuelle und spannende Berichterstattung machen.

Kurt W. Elsner, Perth, Australien
Durch Zufall habe ich euch gefunden und ich bin sehr überrascht. Ihr seit sehr gut zu lesen und ich werde die «NZ» täglich lesen.

Peter Schunk, Berlin-Kreuzberg
Betr.: Punks kündigen Chaos-Tage an
Demnächst werden wohl auch Leute mit langen Nasen, schwarzen Haaren, brauner Hautfarbe oder ähnlichen Merkmalen davon abgehalten, eine deutsche Stadt zu erreichen. Genua lässt grüßen! Ist Europa auf dem Weg zu einem neuem Faschismus? Oder ist das die neue Freiheit nach dem Untergang des stalinistischen Ostblocks?


Peter Voigt, Lima
Betr.: Peru lässt weltweit nach Fujimori fahnden
Nach der Wahl von Toledo kann natürlich alles, was vorher passiert war, nur schlecht sein. Ich kenne Peru seit 40 Jahren und stelle fest, kein Präsident hier in Peru hat für das Land so viel getan wie Fujimori. Klauen tun hier alle, die gewählt werden, weil es sich letztendlich bei den staatlichen Gehältern nicht lohnt, sich um ein solches Amt zu bewerben.

Erst durch Herrn Montesinos « Vladivideos» wie sie hier so schön genannt werden ist dem Volk mal bewusst geworden wie korrupt die ganze Bande ist, egal in welcher Etage. Hier können sie Richter genau so kaufen wie Staatsanwälte, alles hat seinen Preis. Zu Zeiten von Alan Garcia der mit Ausnahme von Präsident Velasco dem Land am meisten geschadet hat, gab es in Peru überhaupt nichts. Man stand in dem Agrarland nach allem Schlange wie in der alten UdSSR.

Seit Fujimori an die Macht kam, übrigens ganz demokratisch, wenn auch völlig überraschend, gab es plötzlich alles im Überfluss. Wenn nun auch seriösen Zeitung schreiben können, was der Präsident alles falsch macht und wie korrupt das Land ist, dann verstehe ich nicht, wie im Ausland von unterdrückter Pressefreiheit berichtet wird. Fujimoris zweite Amtszeit war nicht so glorreich wie die erste, aber das kleine Peru hatte damals sehr durch die Asien- und Brasilien-Krise zu leiden.

Peru könnte jetzt eventuell vorankommen, vorausgesetzt Toledo bekommt die nötige Unterstützung aus dem Ausland. Möglichst in kontrollierter Form und nicht aus der Gießkanne, denn das kommt selten dort an, wohin es eigentlich sollte.

 
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