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Kunstraub ohne Raub: 

Polizei findet wertvollen Schatz der Mayas

30. Apr 2008 12:04
Eine Schale aus der sichergestellten Sammlung
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Eine große Menge Kunstschätze mittelamerikanischer Hochkulturen, verpackt in kleinen Kisten, ist in München sichergestellt worden – doch bisher sind sie noch nicht als gestohlen gemeldet. Der Sammler ist auf freiem Fuß.

Kunstfahnder der bayerischen Polizei haben eine millionenschwere Sammlung von Maya-, Azteken- und Inka-Kunstschätzen in einer Lagerhalle in München beschlagnahmt. Die Besitzverhältnisse der rund 1000 Gegenstände mit einem Wert von etwa 100 Millionen Dollar sind umstritten, wie das Landeskriminalamt am Mittwoch mitteilte. Ein Sammler aus Costa Rica soll sie von Spanien nach Bayern gebracht haben. Er erhebt Besitzansprüche ebenso mehrere lateinamerikanische Länder wie Peru, Kolumbien, Panama, Costa Rica und Guatemala.

Wie die Sammlung zustande gekommen ist, sei derzeit noch unklar, hieß es von Seiten der Polizei. Die Sammlung wurde 1997 in Santiago de Compostela ausgestellt. Bislang gebe es keine Erkenntnisse, dass die Kunstwerke gestohlen oder geraubt worden seien. Auch wie die in Kisten verpackten rund 90 Kubikmeter Kunstgegenstände genau nach München kommen konnten, ist derzeit unklar. Nach Angaben aus Costa Rica seien sie bereits in Spanien in amtliche Sicherheitsverwahrung genommen worden, um die Besitzverhältnisse zu klären. Dennoch habe der 66-jährige Kunstsammler den Transport organisieren können.

Eine Ausfuhrgenehmigung gibt es nach ersten Erkenntnissen nicht. Es liege zwar nahe, dass der Transport strafrechtlich relevant sein könnte, erklärte die Polizei. Der Sammler blieb aber auf freiem Fuß. Es müsse zuerst geklärt werden, ob eine Straftat vorliege, sagte Polizeisprecher Ludwig Waldinger. Es könne schließlich auch sein, dass ihm die Sammlung gehöre.

Rechtshilfeersuchen aus Costa Rica

In der vergangenen Woche hatte Costa Rica ein Rechtshilfeersuchen an Deutschland gestellt und damit eine bundesweite Fahndung ausgelöst. Die bayerische Polizei wurde relativ schnell fündig: «Es gibt nicht so viele Orte, wo so etwas sein kann», sagte Waldinger. Bis die Besitzverhältnisse geklärt sind, dürfte es dagegen länger dauern. Die Polizei warte auf angekündigte Rechtshilfeersuchen aus den lateinamerikanischen Ländern, sagte Waldinger. Alleine die Erfassung der Sammlung sei aufwendig. Keine Kiste dürfe ohne einen Archäologen geöffnet werden. So sollen mögliche Beschädigungen und Schadenersatzansprüche verhindert werden. Man werde hier nichts übers Knie brechen, sagte er. (dpa/AP)


 
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