29. Apr 2008 16:48
Zu viele Pauschalurlauber als Kundschaft stören den Direktor des Picasso-Museums in Kataloniens Hauptstadt. Er möchte dem nervigen Ansturm der Ausländer ein Gegengewicht geben. Die Zahl der Besucher ist ihm egal.
Das Picasso-Museum in Barcelona geht auf Distanz zum Massentourismus. Wie die Zeitung «El Periódico de Catalunya» am Dienstag berichtete, will die Pinakothek anstelle von Pauschalurlaubern künftig mehr Einheimische anlocken. «Wir werden die Rolle des Museums als Touristenattraktion möglichst weit einschränken», kündigte der Museumsdirektor Josep Serra an. «Die Zahl der Besucher ist das Letzte, was mich interessiert. Wenn die Kultur nur noch Geld bringen soll, machen wir das Museum lieber zu.»Das Picasso-Museum gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Barcelona. Es lockt pro Jahr 1,1 Millionen Besucher an. Um ein Gegengewicht zum Zustrom der Touristen zu schaffen, plant Serra gemeinsame Initiativen mit kulturellen Gruppen in der Altstadt der katalanischen Metropole. Für die Bewohner der Stadt soll es günstige Jahreskarten geben, die den Besitzern das Schlangestehen an der Kasse ersparen. Außerdem wird erwogen, das Museum an den Tagen zu schließen, an denen normalerweise besonders viele Pauschaltouristen in die Pinakothek strömen. (dpa)