Nach Wielands frühem Tod 1966 übernahm der Jüngere die alleinige Verantwortung für die Festspiele. Über Jahrzehnte gelang es ihm, die besondere Atmosphäre am «Grünen Hügel» zu erhalten, wo sich renommierte Sänger und Musiker aus aller Welt im Sommer versammeln und zu deutlich niedrigeren Gagen als anderswo üblich auftreten.Unter Wagners Ägide gab es rund 1600 Aufführungen im Festspielhaus. Daneben schuf er zwölf eigene Inszenierungen. Während er für seine eigenen, oft konventionellen Arbeiten viel Kritik ertragen musste, bewies Wagner als Intendant Mut zu Neuerungen. Er öffnete die Festspiele für Regisseure von außen und holte schon 1972 Götz Friedrich, dessen «Tannhäuser» für einen Skandal sorgte. Später kamen Patrice Chéreau («Ring» 1976), Heiner Müller («Tristan und Isolde» 1993) und Christoph Schlingensief («Parsifal» 2004).