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Ansprüche der Wettiner: 

Prinz kritisiert «Skandal» um Grünes Gewölbe

26. Apr 2008 15:54
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Die Schätze von August dem Starken wecken Begehrlichkeiten: Ein Nachfahr der Wettiner träumt von einem eigenen Museum. Doch Alexander Prinz von Sachsen, Thronfolger in Diensten des Freistaats, wiegelt lieber ab.

Der künftige Chef des Hauses Wettin, Alexander Prinz von Sachsen, sieht die jüngsten Rückforderungen von Nachfahren des sächsischen Königshauses an den Freistaat kritisch. «Ich bin unangenehm berührt, dass nun das Grüne Gewölbe in die Schusslinie geraten ist», sagte der seit Jahren für den Freistaat tätige Adlige in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Bedeutende Stücke seiner Familie könnten dort nicht sein. «Und dafür so ein Riesenskandal», sagte er.

Verhandlungen seit 2007

Die vor gut einer Woche öffentlich gewordenen Ansprüche der Wettiner hatten für Empörung gesorgt. Vertreter der Opposition forderten Prinz Alexander auf, seine Beratertätigkeit für den Ministerpräsidenten einzustellen und den Vorsitz des Freundeskreises Grünes Gewölbe aufzugeben. Die Regierung verhandelt seit dem Frühjahr 2007 über Ansprüche der Adelsfamilie auf Stücke aus den Staatlichen Kunstsammlungen mit dem Ziel einer einvernehmlichen, endgültigen Lösung.

«Ich kann nur hoffen, dass möglichst bald Klarheit in die Sache kommt», sagt der Wettiner. «Ich verstehe die Menschen hier, die nach dem großen Leid durch die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg und der DDR-Diktatur sehr empfindlich für Themen sind, die unsere Kultur und Geschichte angehen und ich bin stolz, dass man seine Kunstschätze hier so pflegt und verteidigt», so Alexander Prinz von Sachsen.

Wettiner-Museum in Moritzburg oder Pillnitz

Die Nachfahren von König August dem Starken hatten die Gründung eines eigenen Wettiner-Museums ins Gespräch gebracht. Ein solches Museum könnte in Sachsen in den Schlössern in Moritzburg oder Pillnitz entstehen, sagte Albert Prinz von Sachsen der «Bild»-Zeitung. Das ehemalige Königshaus wolle das Museum zum Bestandteil des Vertrages machen, der die Rückgabe von Kunstschätzen mit dem Land Sachsen regele. Albert Prinz von Sachsen machte deutlich, dass nur ein Teil der vom Land zurückgeforderten Kunstgüter ausgestellt werden solle. «Ich bin dagegen, alles zu verkaufen», wurde er zitiert. «Denn ich plane nur Gutes für Sachsen.»

Eine Sprecherin des Kunstministeriums sagte: «Wir werden das nicht kommentieren.» Sie verwies auf laufende Verhandlungen. Beide Seiten hätten sich zur Verschwiegenheit verpflichtet, um eine Lösung nicht zu gefährden. In Dresden sorgte die Ankündigung für Kopfschütteln. In den dortigen Kunstsammlungen hieß es, das Ganze sei abwegig. FDP-Chef Holger Zastrow sagte, der Plan eines eigenen Museums offenbare die aus Gier motivierte Weltfremdheit der Wettiner. Ihnen gehe es darum, das Grüne Gewölbe, die weltberühmte Schatzkammer von August des Starken, leerzuräumen, einen Teil zu verscherbeln und einen Teil an einen anderen Ort zu bringen.

Erben erhielten Geld und Immobilien

Das Haus Wettin hatte 1999 einen Vergleichsvertrag mit dem Freistaat über die Rückgabe von 18.000 Objekten geschlossen. Zwei Drittel davon kaufte das Land zurück, die Erben erhielten Geld in Millionenhöhe und Immobilien. Der Vertrag enthält eine Öffnungsklausel, auf der die neuen Ansprüche basieren. Das Haus Wettin fordert die Rückgabe zahlreicher Kunstwerke aus den Staatlichen Kunstsammlungen, darunter wertvolle Porzellanstücke und Gemälde. Medienberichten zufolge hatten sie erst vor kurzem auch Ansprüche auf mehrere Dutzend wertvolle Stücke aus dem Grünen Gewölbe angemeldet. (dpa)


 
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