Auch der Bundesverband der Industrie (BDI) verwies auf die enormen Schäden und Gefahren durch Piraterie: «Allein im deutschen Maschinenbau sind im vergangenen Jahr etwa 7 Milliarden Euro Schaden entstanden», erläuterte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf. Im Rahmen eines Ideenwettbewerbes will der BDI vor allem Jugendliche, die besonders anfällig für den illegalen Download von Software und Musik aus dem Internet sind, aufklären: Produkt- und Markenpiraterie seien weit mehr als nur ein Kavaliersdelikt. In ihrem Aufruf kritisierten die Künstler allerdings auch die Telekommunikationsindustrie. Sie profitiere von der Nutzung illegaler Inhalte, verweigere aber beim Schutz geistigen Eigentums die Verantwortung. Die Kreativen erhielten keine faire Entlohnung. Sie forderten, unter staatlicher Aufsicht den Ausgleich der Interessen aller Beteiligten zu regeln.
Der Trompetenvirtuose Ludwig Güttler betonte, es werde grundsätzlich verneint, dass es überhaupt Eigentum sei. «Das ist wie ein Ladendiebstahl, bei dem alle wegschauen», sagte er am Freitag in Berlin. Auch Güttler gehört zu den Unterzeichnern. Der Text erschien in der «Süddeutschen Zeitung», der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» und der «tageszeitung». Initiator ist der Bundesverband Musikindustrie.
Neumann kündigte eine EU-Initiative zusammen mit seiner französischen Kollegin Christine Albanel an. Der zuständige EU- Kommissar Charles McCreevy werde noch vor der Sommerpause der EU- Kommission einen Vorschlag zum Schutz des Urheberrechts unterbreiten. (dpa)