25. Apr 2008 19:27
In dem Buch hatte Hitler seine Vernichtungspläne angedeutet und seinem Antisemitismus freien Lauf gelassen. Nun plädiert der Generalsekretär des Zentralrats der Juden dafür, eine kommentierte Ausgabe herauszugeben.
Bayern ist Inhaber der Urheber- und Verwertungsrechte des Buches, die im jahr 2015 auslaufen. Der Freistaat begründet seine restriktive Haltung zur Neuveröffentlichung von «Mein Kampf» mit Verantwortung und Respekt vor den Opfern des Holocausts. Das zuständige Finanzministerium erklärte dem Deutschlandfunk zufolge, die restriktiv gehandhabte Praxis bei Abdruckgenehmigungen sei im «In- und Ausland, im Besonderen auch von der jüdischen Bevölkerung, allgemein anerkannt und hoch geschätzt». Davon abzurücken, würde weltweit enorme politische Aufmerksamkeit erregen und vermutlich auf großes Unverständnis stoßen. Bereits am Donnerstag hatte sich der Historiker Hans-Ulrich Wehler dafür ausgesprochen, «Mein Kampf» historisch-kritisch zu edieren. Er hatte sich damit einer Forderung des Kuratoriums des Nürnberger Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände und des Münchner Instituts für Zeitgeschichte angeschlossen. (AP)