21.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Bach-Notenblatt: Weimar erinnert an den Komponisten
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Im Mittelpunkt der im Juli stattfindenden Biennnale steht das Frühwerk des Barock-Komponisten. Bach hatte insgesamt neun Jahre lang in Weimar gelebt und dort zahlreiche Werke geschrieben.
Mit einem neuen Festival will Weimar an die Ankunft Johann Sebastian Bachs (1685-1750) vor 300 Jahren in der kleinen Thüringer Residenzstadt erinnern. «Bach Biennale Weimar» ist das Musikfest vom 11. bis 13. Juli überschrieben, für das der österreichische Dirigent Nikolaus Harnoncourt die Schirmherrschaft übernommen hat.
Im Zentrum der Vorträge, der Ausstellung und den Konzerten mit renommierten Künstlern stehe das Frühwerk, teilte der Verein Bach in Weimar als Veranstalter am Montag mit. Die Gruppe «Cantus Thuringia & Capella» eröffnet das Fest mit Bachs «Kantaten für die Weimarer Schlosskapelle» in der Herderkirche.
Bach lebte von 1708 bis 1717 in WeimarDie Klassikerstadt Weimar will damit an den Barockmusiker erinnern, der im Schatten der Dichterklassiker Goethe und Schiller steht. Der 23 Jahre alte Bach war am 14. Juli 1708 aus Mühlhausen gekommen und hatte am Weimarer Markt neben dem heutigen Hotel «Elephant» bis 1717 gelebt. In dieser Zeit hat er einen Großteil seines Orgelwerkes, mehr als 30 Kantaten und zahlreiche Cembalowerke komponiert. Viele seiner Kinder wurden in Weimar geboren, darunter Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emmanuel.
Das Festival will aber auch an die vierwöchige Kerkerhaft Bachs in Weimar erinnern. Bach hatte 1717 den Weimarer Herzog Wilhelm Ernst um seine Entlassung gebeten, weil er zuvor mit dem Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen einen Vertrag über 400 Taler jährlich abgeschlossen hatte. Sein Weimarer Dienstherr wollte ihn jedoch nicht ziehen lassen und sperrte ihn in den Kerker.
Im Dezember 1717 wurde er auf Drängen Leopolds freigelassen. Bach zog nach Köthen. Zum Abschluss des Festivals wollen die Nachfahren der damaligen Regenten, Prinz Michael von Sachsen-Weimar-Eisenach und Prinz Eduard von Anhalt, Bach rehabilitieren. (dpa)