07. Mrz 2008 15:31
Der islamfeindliche Film des Abgeordneten Wilders wird nicht im niederländischen Fernsehen laufen. Der Rechts-Populist pocht aber auf die Meinungsfreiheit und will sein Werk im Internet zeigen. Zum Ärger der Regierung.
Der Kurzfilm, dessen Inhalt bislang völlig unbekannt ist, sorgt seit Monaten für Aufregung. Wegen Wilders' bisheriger kontroverser Äußerungen zum Islam wird erwartet, dass es ihm auch in seinem Film vor allem um Provokation geht. Die Produktion soll den Koran als «faschistisches Buch» entlarven, das zu Gewalt und Intoleranz gegenüber Frauen und Homosexuellen anstifte. Wilders hatte in der Vergangenheit schon ein Verbot des Korans gefordert, den er mit Adolf Hitlers antisemitischer Hetzschrift «Mein Kampf» verglich. Zudem bezeichnete er den Propheten Mohammed als «Barbaren». Die Regierung in Den Haag fürchtet wegen des Films Racheakte von Muslimen in den Niederlanden und gegen niederländische Einrichtungen in anderen Staaten. Die Angst ist begründet: Im Oktober 2004 hatte ein fanatischer Muslim in Amsterdam den Regisseur Theo van Gogh ermordet, der einen provozierenden Film über die Unterdrückung der Frau im Islam gemacht hatte. Wilders selbst soll bereits Morddrohungen von al-Qaida erhalten haben. Die niederländische Regierung erhöhte derweilen die Terroralarmstufe von «begrenzt» auf die Zweithöchste «substanziell, was jedoch nicht nur mit dem angekündigten Wilders-Film begründet wurde.
Die Regierung hat Wilders wiederholt ermahnt, die Freiheit der Meinungsäußerung nicht zu missbrauchen und Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit zu zeigen. Wilders beschimpfte Ministerpräsident Jan Peter Balkenende daraufhin als «ängstlich und feige». (nz/dpa)