Zigaretten für Messdiener:
Ausstellung über die Kultur des Rauchens
07.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
In immer mehr EU-Ländern wird das Rauchen aus dem öffentlichen Leben verbannt. Das Museum «Het Domein» in der niederländischen Grenzstadt Sittard bei Heinsberg hat dies zum Anlass genommen, auf eine noch gar nicht so lange zurückliegende Zeit zu blicken, in der so gut wie jeder rauchte.
Überraschend ist, dass das Rauchen bis weit ins 20. Jahrhundert gerade auch in der katholischen Kirche sehr populär war. «Für jeden Messdiener lag nach der Messe in der Sakristei schon eine Zigarette als Belohnung bereit», erläuterte am Freitag die Kuratorin Kitty Jansen-Rompen. «Und nach der Ersten Heiligen Kommunion trank man traditionell sein erstes Bierchen und rauchte seine erste Zigarette.» Allerdings waren die Kommunionskinder damals schon zwölf und nicht erst neun Jahre alt.
Die Gegend um Maastricht war schon vor vierhundert Jahren ein Zentrum der Pfeifenproduktion. Einer der wenigen Orte, an denen nicht geraucht werden durfte, waren - wegen Explosionsgefahr - die Bergwerke in diesem südlichsten Teil der Niederlande. Dort wurden stattdessen Unmengen von Kautabak konsumiert. Dass sich dadurch Lippen und Mund dunkel färbten, konnte den Bergleuten egal sein: Sie waren vom Kohlestaub sowieso schwarz. (dpa)

