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Bau der Waldschlößchenbrücke: 

Dresdner Elbtal bald kein «Welterbe» mehr

05. Mrz 2008 22:30
Blick auf Dresden mit der Kuppel der Frauenkirche
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Die Botschaft aus Paris ist eindeutig: Nur ein Stopp der Brückenbaupläne kann die Unesco davon abbringen, Dresden den prestigeträchtigen Titel zu entziehen. Das haben Abgesandte der sächsischen Stadt in aller Klarheit zu hören bekommen.

Die Hoffnungen auf einen Erhalt des Unesco-Welterbetitels für das Dresdner Elbtal schwinden. Bei einem Gespräch in Paris habe der Direktor des Welterbezentrums, Francesco Bandarin, am Mittwoch klargestellt, dass Dresden den Titel bei einem Brückbau definitiv verlieren werde, sagten Teilnehmer der Runde am Mittwoch. «Wenn sich jetzt in Dresden nichts ändert, wird der Welterbe-Titel im Sommer aberkannt», betonte der SPD-Fraktionschef im Landtag von Sachsen, Martin Dulig. Diesen Fall hat es in der Historie des Unesco-Welterbes erst einmal gegeben. Grüne und Linke in Sachsen befürchten nun eine Blamage für ganz Deutschland. Arbeiten für den Brückenbau laufen bereits.

Dulig hatte gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Marlies Volkmar (SPD), dem Dresdner Stadtrat Rainer Kempe (Linke) und dem Hochschullehrer Ralf Weber von Bandarin am Mittwoch Auskunft begehrt. «Es gibt eine klare Botschaft: Keine der bekannten Brücken-Alternativen ist welterbeverträglich», sagte Weber. Auch ein Tunnel stelle einen Eingriff dar, werde aber von der Unesco als Kompromiss akzeptiert. «Wir haben jetzt Klarheit», fügte Dulig hinzu. Es mache überhaupt keinen Sinn, noch auf Zeit zu spielen.

Am Mittwoch hatten Vertreter der CDU im Landtag betont, dass es bei Modifizierungen am Brückenentwurf Hoffnung für den Unesco-Titel gebe. «Diese Illusion ist zerplatzt wie eine Seifenblase», sagte Dulig. Bandarin habe über den Bericht gesprochen, der erst nächste Woche veröffentlicht wird und dem Komitee als Grundlage für ein Votum dient. «Er hat uns den Hinweis gegeben, dass bisher noch keine Entscheidung von dem abgewichen ist, was in einem solchen Monitoring-Report drinsteht.»

Bürgerbegehren pro Tunnel

Dulig sieht jetzt den Dresdner Stadtrat in der Pflicht. «Die Frage, wie es weitergeht, muss in Dresden geklärt werden – und zwar schnell.» Der Stadtrat habe nun am 13. März die richtigen Entscheidungen zu treffen», sagte Dulig und sprach sich zugleich für den Bau eines Tunnels aus. Inzwischen haben Brückengegner in Dresden nach eigenen Angaben rund 40.000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren pro Tunnel gesammelt. Für kommenden Sonntag ist in eine weitere Demonstration für dieses Anliegen geplant. Das Dresdner Elbtal steht wegen der umstrittenen Waldschlößchenbrücke seit 2006 auf der Roten Liste gefährdeter Unesco-Welterbe-Stätten. (dpa)

 
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