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Islamkritische Karikaturen in Berlin: 

Ausstellung nach Drohungen geschlossen

29. Feb 2008 15:32
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Der dänische Karikaturenstreit erreicht Deutschland. Junge Muslime haben einer Berliner Ausstellung mit «massivem Ärger» gedroht. Jetzt wird ein Sicherheitskonzept erarbeitet.

Nach Protesten und Drohungen von Muslimen ist eine Satire- und Karikaturen-Ausstellung dänischer Künstler in Berlin vorübergehend geschlossen worden. Junge Männer hätten das Abhängen von Plakaten gefordert und gedroht, andernfalls würden Steine fliegen und es gebe massiven Ärger, berichtete der künstlerische Leiter des Kunstvereins Tiergarten, Ralf Hartmann, am Freitag.

Man hoffe, bis nächste Woche die Sicherheit von Mitarbeitern und Besuchern gewährleisten und am Dienstag wieder öffnen zu können. Nach der Androhung gewaltsamer Reaktionen würden von den Behörden mögliche Gefahren geprüft und ein Sicherheitskonzept erarbeitet, erklärte das zuständige Bezirksamt Mitte.

Ziel sei, die Ausstellung so bald wie möglich wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Ausstellung in der Galerie Nord des Kunstvereins im Stadtteil Moabit war erst am Freitag vergangene Woche eröffnet worden. Schon bald gab es Beschwerden, konkret über ein Plakat, das die Kaaba in Mekka darstellt. Das islamische Heiligtum ist darauf versehen mit dem Schriftzug «Dummer Stein».

Lachen über ideologische Konflikte

Das Motiv gehört zu einer ironischen Serie, in der unter anderem auch ein orthodoxer Jude mit Kopfbedeckung unter dem Titel «Dummer Hut» abgebildet ist. Urheber ist die dänische Künstlergruppe Surrend um Jan Egesborg und Pia Bertelsen, die auf Postern, Karikaturen, Aufklebern und Webseiten Politsatire treibt. «Dahinter steht die Idee, sich über die mächtigsten Männer der Welt und verrückte ideologische Konflikte lustig zu machen», erklären die Künstler auf ihrer Homepage.

Mit der Berliner Ausstellung «ZOG» (»Zionist Occupied Government», etwa: zionistisch besetzte Regierung) nimmt sie eine rechtsextreme antisemitische Verschwörungstheorie ebenso aufs Korn wie radikale jüdische Gruppen. Erst in jüngster Zeit hatte es wieder Proteste gegen die neuerliche Veröffentlichung der umstrittenen Mohammed-Karikaturen in Dänemark gegeben.

Große dänische Zeitungen hatten Mitte Februar unter anderem wieder eine umstrittene Karikatur des Propheten mit einer Bombe im Turban veröffentlicht. Sie reagierten damit auf die Aufdeckung von Mordplänen gegen den Zeichner. Die Veröffentlichung rief wie schon vor zwei Jahren heftige Proteste in der islamischen Welt hervor. (AP)

 
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